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Alles Gute zum Jubiläum: Das zehnte Dockville Festival

Musik Alles Gute zum Jubiläum: Das zehnte Dockville Festival

Am letzten Wochenende fand im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg das Musikfestival Dockville bereits zum zehnten Mal statt.

Auf den insgesamt elf Bühnen erwartete die Besucher von Freitagnachmittag bis zum frühen Montagmorgen das traditionell breitgefächertes Musikprogramm zwischen experimentellen Performances bis hin zu stadionkompatiblem Indie-Rock.

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Foals auf dem Dockville Festival.

Quelle: Markus Scholz

Hamburg. Bereits am Freitagabend lockten die Headliner Milky Chance und Bastille die Fans zur Hauptbühne "Großschott" und sorgten für den zu erwartenden Besucheransturm. Die Freunde elektronischer Musik hingegen konnten zeitgleich vor dem "Nest" in wesentlich intimerer Runde zu dem kompetenten DJ-Set von Soukie & Windish oder alternativ vor der nahegelegenen Bühne eines Wodka-Herstellers zu den Klängen von Super Flu tanzen.

Die beste Performance des ersten Festivaltages kam dann vom aus Hamburg stammenden Elektronik-Künstler David August, der mit "Epikur" vor bereits mehr als zwei Jahren einen noch immer nachhallenden Club-Hit landete und der am Freitag auf der "Maschinenraum"-Bühne auftrat. Wie viele herausragende Elektronik-Produzenten, die für ihre Live-Performance Computer oder Controller als zu statisch empfinden, trat der Künstler mit einer kleinen aber feinen Band auf, die seine Kompositionen hervorragend unterstützte.

David August schuf dabei an diesem Abend eine perfekte Verbindung zweier Welten. Mal wirkte sein Auftritt wie ein DJ-Set, bei dem die elektroniklastigen Stücke nahtlos ineinander übergingen. Dann wieder performte die Band wie bei einem klassischen Rock-Konzert, bei dem Gitarre, Schlagzeug, Keyboards und Gesang lebendig und äußerst eigenständig agierten. Sofern der geneigte Zuschauer während dieses Konzerts nicht versehentlich neben unsensibel dauertextenden Besuchern Platz gefunden hatte, waren die Chancen bei diesem Auftritt äußerst hoch, eine perfekte Stunde zu erleben.

Am folgenden Festivaltag lockte als Headliner auf der Hauptbühne die englisch Band Foals, die sich von einer ursprünglich recht frickeligen Math-Rock Band zu einem mittlerweile heftig rockenden Stadionact gewandelt hat. Dieser Wandel war dann auch bei der hervorragenden Songauswahl ihres Auftritts gut zu beobachten. Relativ früh brachten die Foals "Olympic Airwaves" von ihrem Debüt, das unendlich gute "Spanish Sahara" vom Nachfolger oder das ungewohnt poppige "My Number" vom dritten Album "Holy Fire".

Nach einer Stunde Spielzeit wurde zur einzigen Zugabe, bei der der Sänger ausgiebig und mit vorheriger Ansage des Landespunktes dem Stagediving frönte, das titelgebende und extrem rockende Stück "What Went Down" des neuen Albums ausgepackt. Die Foals verabschiedeten sich dann mit der ganz frühen Nummer "Two Steps Twice", die sie bereits 2008 bei ihren ersten Deutschlandkonzerten, unter anderem in der kleinen Kölner Werkstatt, spielten und das von seiner mitreißenden und bewegenden Wirkung bis heute nichts verloren hat.

Wer an diesem Abend hingegen mehr zur synthetischer Tanzmusik tendierte, für den war der nahegelegene "Maschinenraum" die perfekte Bühne. Der Franzose Fakear erfreute dort das Publikum mit entspannter Live-Elektronik zum Sonnenuntergang. Darauf folgte der DJ und Produzent Stimming (übrigens immer noch sehr empfehlenswert sein "The Anger" auf Liebe*Detail) mit einem makellosen Live-Set, mit dem er den während der Umbaupause geleerten Platz vor der Bühne innerhalb kurzer Zeit wieder füllte.

Im Anschluss daran ballerte Berlins Rødhåd das Publikum mit einem atemlosen, heftig treibenden aber nie zu harten und wie häufig Dub-Techno-lastigen DJ-Set über zwei Stunden hinweg in Grund und Boden.

Diese und viele weitere Auftritte wurden bei wechselhaftem aber am Freitag und Samstag weitgehend stabilen Wetter von den wie immer extrem gut gelaunten Besuchern gefeiert und betanzt. Und wem der Trubel auf dem Dockville manchmal zu viel wurde, der konnte sich an den vielen kleinen Locations wie dem funk-lastigen "easy Kisi" oder dem hochprozentigen "Lakki"-Wohnwagen von den Massenansammlungen kurz erholen oder dort ganz einfach endgültig versacken.

dpa

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