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Nachrichten Kultur Am Bass der Stu und Paul an der Gitarre
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15:30 22.10.2016
Carl Verheyen tourte mit Supertramp. Quelle: Erick Anderson
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Potsdam

Meriten ohne Ende hat Carl Verheyen eingesammelt. Bei Supertramp, als gefragter Gitarrenlehrer, als Studiomusiker für Cher oder die Bee Gees oder Komponist von Spielfilmen. Einer, der es in Sachen Gitarrist und dessen Fähigkeiten wissen muss, ist Steve Lukather von Toto. Über seinen Landsmann sagt er nur: „Carl, der kann alles“.

Verheyen, der freut sich über derlei Lob. Weil der US-Amerikaner das Spielen halt nicht lassen kann, kommt er mit seiner Band in Berlin vorbei, um sein Album „The Grand Design“, das erst vor ein paar Tagen erschienen ist, vorzustellen. Wie man sich bereits denken kann, lässt er die Finger über die sechs Saiten flitzen – allerdings nie zum Selbstzweck. Dafür aber bekommt man rasch einen Eindruck darüber, wie groß überhaupt der Gestaltungsspielraum ist, den Verheyen auszumessen vermag.

Gleich, ob er nun Dylans „Times They Are A-Changin’“ leicht, schwebend und tänzelnd gestaltet oder ganz funky rüberkommt samt bluesgefärbtem Solo. Dem Blues gilt ohnehin seine Hinwendung. Aber nicht nur. Am Ende ist gewiss, Verheyen, ob er nun zupft oder die Fusion aus Jazz und Rock pflegt, gilt nicht umsonst als einer der besten 100 Gitarristen der Welt für alle Zeiten.

Stu Hamm: ein Könner auf den vier Saiten. Quelle: Promo

Dann haben wir da noch einen Musiker der Extra-Klasse: Stu Hamm. Nie gehört? Doch, ganz sicher. Als der Bass-Mann am renommierten Berklee College of Music in Boston studierte, traf er auf Steve Vai, einer der Gitarren-Hexer überhaupt. Schon auf dessen erstem Album war er dabei. Bald erweiterte sich die Liste seiner Kooperationen auf Joe Satriani, Michael Schenker oder Eric Johnson. Dass Stu exzellent mit den vier Saiten umgehen konnte, sprach sich weiter herum.

Aber er fand überdies die Zeit, Solo-Alben aufzunehmen. Sein aktuelles Werk trägt den Namen „Book of Lies“. Allerdings tischt uns Stu Hamm darin keine Lügen auf, sondern erzählt elf wundervolle Geschichten seiner Meisterschaft. Am eindringlichsten sind allerdings die Stücke wie „Etude#1“ oder „Chordally Yours“. Pur, leise und lyrisch. Ohne Firlefanz und Effekthascherei. Selbstredend kann Hamm Funk, Rock und mehr. Mitunter summt sein Bass hoch wie eine Klampfe. Und dass der 56-Jährige aus dem Viersaiter seiner Wahl Flageolett-Töne zaubert, Hammer- wie Slap- und Tapping-Techniken beherrscht, das versteht sich von selbst, oder?

Die Konzerte: Carl Verheyen tritt am Montag, dem 24. Oktober, um 21 Uhr im White Trash, in Berlin-Prenzlauer Berg auf.

Die Stu Hamm Band gastiert am Sonntag, dem 30. Oktober, um 20 Uhr im Frannz Club.

Von Ralf Thürsam

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