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Kultur An den Ketten gerüttelt
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18:57 11.05.2017
Stets zu vokaler Höchstleistung fähig: Beth Hart. Quelle: STUDIO-E Elena Garm
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Potsdam

Von ihren Tattoos sagt Beth Hart, dass diese sie an eine bestimmte Phase ihres Lebens erinnern. Ganz unten. Trotz erster Erfolge als Musikerin. Gleich mehrere Bilder auf der Haut sind es. Aus einer Zeit, da hatte die Sängerin aus Los Angeles viel Nacht im Haar und Substanzen in den Venen. Doch genug von den Schatten und Dämonen, denen sich die heute 44-Jährige stellen musste. Denn mittlerweile scheint sich einiges gebessert zu haben. Beth Hart arbeitete bereits mit Slash von Gun ‚N Roses zusammen und konnte sich außerdem Tausendsassa auf den Saiten, Joe Bonamassa, nicht entziehen. Sie kam zu sich selbst und treibt ihre Karriere vor – mit Urgewalt in der Kehle.

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Da es mal langweilig werden kann, Musik zu machen, die sich innerhalb gewisser Koordinaten bewegt, hat Erja Lyytinen gut daran getan, die Bluesrock-Gefilde zu verlassen. Nun wildert die Frau aus Finnland, die singt und zumeist eine wilde, drängende, überaus schnell entflammbare E-Gitarre spielt, in anderen Revieren. Ihren musikalischen Horizont erweitert sie nun selbstbewusst Richtung Pop und Soul. Auch dabei Ansätze in Funk und Jazz. Erja Lyytinen hat sich nach einem schwierigen Lebensabschnitt aufgerafft. Hat sich selbst befreit – für neue Wege.

Erja Lyytinen: Stolen Hearts. Groove Attack/Rough Trade.

Mal seinem Affen richtig Zucker geben – das durfte Danny Bryant. Nicht, dass der Mr. BIG im britischen Bluesrock-Geschäft nichts zu bieten hätte. Das schon. Diesmal konnte der Mittdreißiger seine Songs für einige ausgewählte Live-Auftritte nach eigenem Gusto umfrisieren. Soll heißen: neue Arrangements für eine Ensemble-Größe jenseits des üblichen Bandgefüges von drei bis fünf Mann. Danny B. konnte den ohnehin schon potenten eigenen Sound aufblasen. Samt voluminös beatmeter Orgel und - besser noch - einer gewieften Truppe von Blechbläsern. Vier an der Zahl. Zusammen treiben sie ihre Fans in den Rausch. Experiment geglückt.

Danny Bryant: BIG. Live In Europa. Jazzhaus/In-Akustik.

Die großen Gefühle hat sie nie gescheut. Stimmliche Zurückhaltung ist nach wie vor nicht gerade das, wofür die Sängerin steht. Auch, weil sie für eine Weile den „Kozmic Blues“ lebte – im Musical „Love, Janis“ über Janis Joplin. Ihr älteres Ich, könnte man sagen. Denn die Ikone der Rockmusik wird fast immer im Vergleich vokaler Leistungsfähigkeit bemüht. Vibrierend, beweglich und zu immensen Steigerungen fähig. Flüstern und Schreien. Verschwenderisch gut. Wie auf ihrem jüngsten Album zeigt Beth Hart das erneut. Auf „Fire On The Floor“ agiert sie so gar nicht festgelegt auf die Rolle als Bluesrock-Röhre. Sie wandert durch die Stimmungen und Farben, die Pop, Piano-Jazz, Soul und Rock hergeben. Mit gebieterischer Kraft hält ihre Stimme – sie ist das Zentrum – alles zusammen. Sie hat an den Ketten gerüttelt, sie abgestreift. Übermorgen reist Beth Hart von der Spree an die Elbe – für ihr abendliches Engagement im Saal der Laeiszhalle. Neobarock und groß. Wie gemacht für eine Künstlerin, die befreit ihre Lieder anstimmt.

Konzert: Beth Hart tritt am Sonntag, dem 14. Mai, um 19 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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