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Andreas Dresen verfilmt Gundermann

Filmförderung Berlin-Brandenburg Andreas Dresen verfilmt Gundermann

Der Potsdamer Kultregisseur Andreas Dresen („Halt auf freier Strecke“, „Timm Thaler“) dreht einen Film über Gerhard Gundermann, dafür erhält er eine halbe Million Euro Förderung. Es war schon lange Dresens Wunsch, das Leben des legendären Baggerfahrers und Liedermachers aus der Lausitz in all seiner Widersprüchlichkeit zu erzählen.

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Der Potsdamer Filmemacher Andreas Dresen.

Quelle: Christel Köster

Berlin, Potsdam. Der Potsdamer Kultregisseur Andreas Dresen kann endlich mit dem Dreh zu seinem Film über Gerhard Gundermann beginnen. Dresen erhält eine Förderung in Höhe einer halben Million Euro, wie das Medienboard Berlin-Brandenburg am Mittwoch mitteilte.

Verrückte DDR-Biografie

Es war schon lange Dresens Wunsch, das Leben des legendären Liedermachers und Baggerfahrers aus dem Lausitzer Braunkohlerevier zu erzählen. Gundermann (1955-1998) habe eine „verrückte DDR-Biografie“ gehabt, findet Dresen. „Er hat im Tagebau im Abraumbagger gesessen, aus dieser Erdverbundenheit seine Kunst entwickelt und wunderbare, poetische Lieder geschrieben. Abends ist er dann losgefahren mit seiner Band. Er hat immer seine Arbeit behalten und nie nur sein Künstlertum gepflegt, wie das heute so üblich ist. In den 70er Jahren war er in der SED, hat alle genervt, weil er die Welt, konkret seinen Tagebau, verbessern wollte“, so Dresen bereits im Jahr 2009.

Gerhard Gundermann bei einem Auftritt in Cottbus (Archivbild vom 25111993)

Gerhard Gundermann bei einem Auftritt in Cottbus (Archivbild vom 25.11.1993).

Quelle: Rainer Weisflog

Vom Spitzel zum Beschatteten

Dann habe Gundermann für die Staatssicherheit gearbeitet, sei dort aber rausgeflogen, weil er für sie nicht mehr nützlich war, schilderte Dresen. Schließlich sei er vom Spitzel zum Beschatteten geworden. „Das sind so zerrissene Biografien, die sehr interessant sind und etwas darüber erzählen, wie Menschen in ihrem Leben und ihrem Land auf der Suche sind.“

Für ihn sei interessant, „DDR- Biografien in all ihrer Widersprüchlichkeit zu erzählen“, so Dresen. „Meist wird es ja doch sehr einseitig auf Opfer- oder Täter-Schemata reduziert. Die Wahrheit ist oft nicht ganz so schlicht, was allerdings schwierig zu vermitteln ist.“

Buck bekommt eine Million Euro Förderung

Auch Regisseur Detlef Buck plant einen neuen Film und bekommt dafür den größten Anteil aus dem Fördertopf des Medienboards Berlin-Brandenburg. Die Romantik-Komödie „Alles Wuff“ über Liebeswirrwarr zwischen Frauchen und Herrchen werde mit einer Million Euro gefördert, teilte das Medienboard mit.

600.000 Euro erhält Filmregisseur Jan-Ole Gerster («Oh Boy») für seine neue Tragikomödie „Lara“ mit Tom Schilling und Corinna Harfouch in den Hauptrollen.

Förderungen von jeweils einer halben Million Euro bekommen die Regisseure Bernd Böhlich für einen Film über eine ehemalige Gefangene aus einem russischen Gulag mit dem Arbeitstitel „Warum“ und Sebastian Schipper für seinen Film „Caravan“ über die Odyssee eines Engländers und eines Senegalesen aus der Wüste Marokkos nach Europa.

Das Medienboard fördert 35 Filme mit insgesamt 6,7 Millionen Euro.

Von dpa

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