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Kultur Anja Kling dünn wie ein Stäbchen
Nachrichten Kultur Anja Kling dünn wie ein Stäbchen
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02:16 17.12.2015
Alles in Butter? Anja Kling „klebt“ als Schuldirektorin am Pausenbrot. Quelle: Sony Pictures
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Potsdam

Am 17. Dezember kommt Anja Klings neuer Film „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ in die Kinos – ein außergewöhnliches Projekt. Vor dem Kinostart erzählt die Schauspielerin im MAZ-Interview über ihre eigene Schulzeit und warum sie sich heute für ihre eigenen Kinder wünschen würde, dass Schule mehr Mutmacher als Angstmacher ist.


MAZ:
Sie spielen oft in Kinderfilmen mit wie beispielsweise in „Hanni und Nanni“, „Hexe Lilli…“ und jetzt „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“. Was gefällt Ihnen so an dem Genre?

Anja Kling: Es macht unheimlich viel Spaß, weil die Kinder ohne Eitelkeiten sind und entwaffnend ehrlich. Die Schauspieler in „Hilfe“ sind ja sehr lange gecastet worden von den Machern und waren schon sehr gut vorbereitet auf ihre Rollen. Andererseits waren die ausgesuchten Kinder noch ganz und gar nicht abgehoben, sondern äußerst höflich. Egal, ob es der Regisseur oder der Produzent oder der Kraftfahrer war – alle werden von ihnen gleich behandelt.

Ihr Sohn Tano ist 15 Jahre alt, Ihre Tochter Alea elf. Denken Sie, dass Ihnen der Film gefallen wird?

Kling: Mein Sohn ist wahrscheinlich schon aus dem Alter raus, aber für meine Tochter und ihre Freundinnen ist er ideal. Dabei ist es gar nicht so eine Kinderkomödie, sondern mehr ein spannendes Kinderabenteuer, das ohne Schenkelklopfer-Humor auskommt.

Im Film werden Sie zum Däumling, der nur so groß ist wie eine Barbie-Puppe. Das führt zu vielen lustigen und dramatischen Verwicklungen. War das nicht auch technisch extrem schwer, dieses Wechselspiel zwischen den „riesengroßen“ Schülern und der geschrumpften Lehrerin hinzukriegen?

Kling: Absolut. Das war auch ein absolutes Neuland für mich: Drei Wochen in einer so genannten „Green Box“ zu spielen. Die Green Box ist ein richtiges großes Studio, in dem alles grün ist: die Wände, die Requisiten. Ich war ganz allein und hatte nur die Orientierung durch Laserpunkte.

Wie meinen Sie das mit den Laserpunkten?

Kling: Ich hatte die Laserpunkte als „Partner“ für mein Spiel. Sie standen stellvertretend für meine Kollegen, weil ich ja wissen musste, in welche Richtung ich sprechen muss. Da hieß es dann: Hier dieser Laserpunkt ist das Kind. Oder guck mal, diese grüne Kiste da musst du hochhalten – das ist der Bonsai. Die ersten beiden Tage war ich total fertig, weil ich ja keine Chance hatte, eine Mimik oder Gestik aufzunehmen. Sogar im Hotel habe ich nur noch Grün gesehen, ich war „grün-verrückt“- Umgekehrt war es auch für die Kinder schwer. Ich war für sie nur ein Stäbchen.

Wie bitte?

Kling: Ja, man gab ihnen ein Stäbchen in die Hand und sagte: „Das ist jetzt Frau Schmitt-Gössenwein, die du in der Hand hältst.“ Meinen Part hatte ich vorher in einem Synchronstudio komplett durchgesprochen und mit einer Videokamera aufgenommen. Die Sequenzen mit mir in der „Green Box“ und mit den Kindern wurden dann beim Schnitt zusammengefügt.

Als Frau Schmitt-Gössenwein machen Sie nicht gerade Lust auf Schule – abgesehen vom Happy End. War Ihre eigene Schulzeit in Potsdam auch so grauenvoll?

Kling: Nein, ich hatte eine wunderbare tolle Unterstufenlehrerin. Meine Klassenkameraden und ich haben sie geliebt. Sie konnte uns wunderbar motivieren und hat den Grundstein dafür gelegt, dass ich gut durch die zwölf Schuljahre gekommen bin. Ich war aber auch ein wahnsinnig braves Kind und habe nie verstanden, warum man im Unterricht nicht aufpasst, denn dann muss man ja zu Hause weniger lernen.

Wie erleben Sie jetzt als Mutter den Schulalltag?

King: Ich habe das Gefühl, dass die Kinder viel zu oft in ihren Unzulänglichkeiten abgeholt werden. Als Eltern wird man sofort informiert, wenn Papierkügelchen geworfen werden oder Kritzelmännchen gemalt werden. Aber es gibt nie eine Benachrichtigung, wenn ein Kind etwas toll gemacht hat. Mir würde es viel besser gefallen, wenn die Schule für die Kinder mehr Mutmacher ist als Angstmacher. Insofern gefällt mir der Schlusssatz von Frau Schmitt-Gössenwein im Film sehr gut: „Lasst uns alle Spaß haben!“

Otto Walkes spielt den Geist des Schulgründers

Anja Kling wuchs mit ihrer Schwester, Schauspielerin Gerit Kling, in Wilhelmshorst auf. Vater Ulrich war Atelierchef im Filmstudio Babelsberg, Mutter Margarita ist Schauspieleragentin. Kling besuchte die Helmholtz-Oberschule in Potsdam. Ursprünglich wollte sie Medizin studieren, wurde aber 1988 als Schauspielerin entdeckt.

In der Komödie „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ verkleinert der elfjährige Felix seine anstrengende Direktorin, die Mathematiklehrerin Dr. Schmitt-Gössenwein (Anja Kling). Gemeinsam kämpfen sie gegen die geplante Schulschließung.

Besonders witzig: Die Auftritte des des Schulgründers, der als Geist in seiner alten Schule herumspukt und immer noch kräftig mitmischt. Verkörpert wird der vitale Geist von Otto Waalkes.

Ihre Mutter war selbst früher Lehrerin. Eine strenge Frau Schmitt-Gössenwein?

Kling: Nein, sie war Kunstlehrerin und hat das Fach sehr geliebt. Und ich glaube, sie war eine sehr gute Lehrerin. Trotzdem bin ich auf eine andere EOS in Potsdam als die anderen Jugendlichen aus Wilhelmshorst, weil ich nicht an derselben Schule wie meine Mutter sein wollte. Aber ich habe sie immer für ihr Talent bewundert, ich selbst kann leider gar nicht malen und zeichnen – da komme ich mehr nach meinem Vater. Mein Sohn zeichnet und malt wiederum ganz wunderbar. Neulich war er ganz entsetzt von meinen Künsten: Da sollte ich einen Adlerkopf zeichnen, aber es kam nur eine Art Piepmatz raus. Mein Sohn sagte: „Du musst dir das Tier doch nur mal vorstellen!“

In „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ kommunizieren die Kinder dauernd mit den Smartphones, wenn sie sich wieder spannende Verfolgungsjagden in der Spuk-Schule liefern. Sind Ihre eigenen Kinder auch Handy-süchtig?

Kling: Ich bin da zwiegespalten. Einerseits finde ich das ganz schlimm. Aber meine Kinder haben auch Smartphones – das ist die neue Zeit. Man kann ihnen aber vorleben, dass man sie nicht allzu exzessiv nutzt. Ich sage immer zu ihnen: „Technik am Tisch ist ein Tabu.“ Wenn mein Handy klingelt, schreien alle: „Mama, Technik am Tisch ...“ Generell bin ich aber kein Freund von Verboten, auch nicht von Technikverboten. Man kann das nur durch Gespräche klar machen, was Technikkonsum bedeutet. Zwischendurch werden bei uns auch die Handys ausgemacht und dann veranstalten wir einen Spieleabend. So kann man den Kindern zeigen, wie schön das sein kann.

Jetzt naht ja die Zeit der feiertäglichen Spieleabende. Wie werden Sie Weihnachten verbringen?

Kling: Wir werden Heiligabend bei meiner Schwester und ihrem Freund feiern. Gerit hat ja einen neuen Partner und ich auch. Insofern ist es schon anders als die Feste in den Vorjahren. Am 1. Weihnachtsfeiertag sind die Kinder bei ihrem Vater. Und am 4. Januar bringen wir unseren Sohn nach England. Er geht dort für ein halbes Jahr auf eine tolle Schule und kehrt hoffentlich mit viel Englischkenntnissen und einer großen Selbstständigkeit zurück.

Von Ildiko Röd

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