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Anna Schudt gleich dreimal im TV

Karfreitag ist sie Gaby Köster Anna Schudt gleich dreimal im TV

Die Fernsehtage rund um Ostern könnte man die Anna-Schudt-Filmfestspiele nennen: eine ARD-Familienkomödie, eine neue Dortmunder „Tatort“-Folge am Ostermontag – und am Karfreitag spielt sie die Hauptrolle in der Verfilmung der Gaby-Köster-Biografie „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“.

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Dreimal Anna Schudt: Als Katrin in „Frau Busche“, als Kommissarin Martina Bönisch im Dortmunder „Tatort“ und als Gaby Köster im RTL-Film „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ .

Quelle: ARD/RTL

Berlin. Die Fernsehtage rund um Ostern könnte man die Anna-Schudt-Filmfestspiele nennen: eine ARD-Familienkomödie, eine neue Dortmunder „Tatort“-Folge am Ostermontag – und am Karfreitag spielt sie die Hauptrolle in der Verfilmung der Gaby-Köster-Biografie „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“.

Dabei hat sie gar keinen Zugang zur Comedyszene oder zum kölschen Dialekt. „Selber wäre ich nie auf die Idee gekommen, Gaby Köster zu verkörpern“, erzählt sie. „Ich wurde zum Casting eingeladen und dachte, dass ich eh keine Chance haben würde.“

Sie lernte in zweieinhalb Monaten Kölsch

Und in der Tat: Wer Anna Schudt vor allem als Hauptkommissarin Martina Bönisch aus dem Dortmunder „Tatort“ kennt, hat Schwierigkeiten, in der unterkühlten Beamtin Potenzial für die Sprüche klopfende Kölnerin Gaby Köster zu sehen. Doch weil Schudt eine Schauspielerin ist, die schauspielern kann, erledigen sich die Vorbehalte von selbst. Kölsch lernte sie in den zweieinhalb Monaten Vorbereitungszeit. Und reine Comedy ist „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ schließlich auch nicht: Der Film, den RTL an Karfreitag ausstrahlt, basiert auf Kösters Buch und beschreibt das Leben der 55-jährigen Komikerin („Ritas Welt“) nach ihrem schweren Schlaganfall 2008. Köster lag damals mehrere Wochen im Koma und musste wieder sprechen und laufen lernen. Zur Vorbereitung trafen sich Schudt und Köster einige Male. „Die Treffen waren immer sehr intensiv.“

„Ich war am Ende schweißgebadet“

Wer ist die Frau, die derzeit so omnipräsent ist? Anna Schudt erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1994 wurde sie Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele, zwei Spielzeiten war sie an der Berliner Schaubühne engagiert und ab 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Ab Januar 2006 war Anna Schudt als Maria Stuart im gleichnamigen Drama neben Juliane Köhler auf der Bühne des Residenztheaters des Staatsschauspiels in München zu sehen. Für diese Darstellung bekam sie 2006 ihren zweiten Kurt-Meisel-Preis.

Eine spezielle Herausforderung war die Krankheit, in die sich Schudt für den Film hineinversetzen musste: die Schlaganfall-Symptomatik. Vom Tisch aufstehen, zur fünf Meter entfernten Speisekammer laufen, dabei nur einen Arm und ein Bein nutzen. „Ich war am Ende schweißgebadet.“

„Es ist eine große Heldengeschichte“

So, wie Anna Schudt von ihrer Rolle spricht, scheint sie sich gänzlich freigemacht zu haben von dem besonderen Druck, eine prominente Person darzustellen. Dass auch die zahlreichen Gaby-Köster-Fans ihre ganz bestimmten Vorstellungen haben, ist ihr klar. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Im Endeffekt ist es eine ganz große Heldensaga. Und diese Geschichte nicht zu erzählen wäre nicht richtig gewesen.“ Als Gaby Köster sich den Film zum ersten Mal anschaute, war Anna Schudt an ihrer Seite. „Wir saßen schwitzend nebeneinander, hatten beide einen Puls von 180 und hielten Händchen. Ich dachte die ganze Zeit: Wenn sie diesen Film jetzt schlecht findet, muss ich im Boden versinken.“ Der Angst folgte Erleichterung: Gaby Köster mochte den Film.

Aus der Rolle mitnehmen wird Anna Schudt vieles: „Ich habe ganz stark zu schätzen gelernt, worüber man sonst nicht viel nachdenkt. Dass der Körper funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit.“ Und über noch ein Souvenir aus der Rolle freut sie sich: „Ich finde es herrlich, dass ich jetzt Kölsch sprechen kann – auch wenn meine Söhne es mir verbieten.“

Private Parallelen zu Filmfigur Katrin Busche

Einen Sohn hat auch Katrin Busche, die von Schudt verkörperte Titelfigur im dritten Teil der ARD-Komödienreihe „Eltern allein zu Haus“, der in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Schudt spielt in „Frau Busche“ die zwischen allen Stühlen sitzende, chronisch überforderte Mutter eines verzogenen Mini-Machos, dessen Vater gerade mit der Vergrößerung seiner zweiten Familie beschäftigt ist – „eine Figur, in der ich mich immer mal unbequem wiedererkannt habe“, sagt die 43-Jährige. „Diese selbst gemachte Überforderung, die einen hindert, das zu tun, was man eigentlich will, ist sehr bezeichnend.“ Das Klischee der alleinerziehenden Frau sei für den Witz überspitzt, stelle aber sehr stark die Wirklichkeit dar.

11. Tatort bereits abgedreht

Es ist auch Anna Schudts Wirklichkeit. Die Mutter von drei Söhnen erzog ihren ersten Sohn allein. Die Rolle der starken und aufopfernden Mutter war lange Zeit auch die ihre. „Bald weiß Katrin vor lauter Baustellen nicht mehr, wo ihr der Kopf steht – bis ihr endgültig der Kragen platzt“, heißt es in der Filmankündigung des ARD. So richtig platzen tut in dem Film leider nichts. Die leicht-seichte Komödie kann auf sympathische Rollen zählen, dafür bleiben Humor und Charaktere zu oberflächlich. Am Ende ist es ein netter Film – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ihren beiden vier und sechs Jahre alten jüngeren Söhnen mag Schudt ihre Filme nicht zumuten. „Für die wäre das wahnsinnig verwirrend. Die finden das ja schon komisch, wenn sie ihre Mama in der Zeitung sehen.“ Jetzt genießt Anna Schudt erst mal ein paar freie Tage mit ihrer Familie in Düsseldorf. Den elften „Tatort“ hat sie gerade abgedreht. Ihr neues Projekt wird wieder ein anspruchsvolles sein: Im Sommer beginnen die Dreharbeiten eines Films, der die Geschichte einer Frau aus dem viel diskutierten „Stern“-Titel „Wir haben abgetrieben“ von 1971 erzählt. „Ich spiele eine Metzgersfrau aus dem Dorf, die für sich entscheidet, dass sie das vierte Kind nicht mehr schafft.“

„Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ : Karfreitag, 20.15 Uhr, RTL

„Tatort“ : Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD

„Frau Busche“ : ARD Mediathek

Von Alev Dogan

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