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Annette Humpe zeigt ihren Lieblingsfilm

Cinéma privé im Filmmuseum Annette Humpe zeigt ihren Lieblingsfilm

Die Musiker in Annette Humpe stellt im „Cinéma privé“ ihren Lieblingsfilm vor. Klar, dass der etwas mit Musik zu tun hat. „Nashville“ von Robert Altman spielt in einer fernen Zeit, in der in Krankenhäusern geraucht werden durfte und Langhaarige angepöbelt wurden. Sie sei damals, vor 30 Jahren, „völlig geplättet und begeistert“ aus diesem Film gekommen, sagt Humpe.

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Auftritt in der Grand Ol Opry, dem Tempel der Country Music: Szene aus dem Film „Nashville“.

Quelle: Verleih

Potsdam. In einer fernen Zeit, in der in Krankenhäusern geraucht werden durfte und Langhaarige angepöbelt wurden, spielt „Nashville“. Regisseur Robert Altman (1925–2006) wählt die Countrymetropole, um ein komplexes, wahnsinnig unterhaltsames Sittenbild der USA in den 1970ern zu zeichnen. Die Wege von gleich zwei Dutzend mehr oder minder aufgedrehten Hauptdarstellern – darunter Geraldine Chaplin, Jeff Goldblum, Karen Black – kreuzen sich in „Nashville“.

Dort, wo irgendwie jeder ein Countrystar ist, zumindest aber wie ein Möchtegern auftritt. Und dann gibt es ja noch diesen Präsidentschaftswahlkampf mit einem nie sichtbar werdenden Kandidaten. Dafür ergießen sich die Ansprachen und Parolen wie eine aus sich selbst fortnährende Soße über die Handlung.

Man kann Annette Humpe zu dieser Wahl nur beglückwünschen. Die Musikerin – sie gründete mit Adel Tawil die Formation „Ich + Ich“ – und Hitproduzentin bringt am 23. Oktober den Oscar-gekrönten Episodenfilm zur neuen Reihe „Cinéma privé“ ins Potsdamer Filmmuseum mit. Gefragt nach ihrem Favoriten für den Lieblingsfilmabend, schwankte die 64-Jährige zwischen „Nashville“ (1975) und „Adams Äpfel“ (2005) mit Mads Mikkelsen.

Doch die dänische Komödie erschien Annette Humpe dann doch noch zu präsent in der Erinnerung. „Der Film steht ja in jeder Videothek.“ Zur Präsenz habe sie selbst ein wenig beigetragen: Sie guckte „Adams Äpfel“ nicht nur mehrfach („Kenne ich auswendig.“), sondern verschenkte den Film auch etliche Male. Deshalb also lieber „Nashville“.

Ein Film, der vierzig Jahre auf dem Buckel hat und weit weg scheint. Aber immer noch funktioniert. „Damals, vor 30 Jahren, bin ich völlig geplättet und begeistert aus diesem Film gekommen. Zu einem Zeitpunkt, als ich selbst angefangen habe, Platten aufzunehmen“, erzählt Annette Humpe: „Nashville erzählt von Amerika und seiner Gesellschaft anhand der Musikindustrie.“

In welchem Kino sie damals „Nashville“ erlebte? Vielleicht war’s das „Kant Kino“. Aber mit welchem „Boyfriend“? Keine Ahnung. Im Interview äußert Annette Humpe eine leichte Angst, das Publikum im Filmmuseum zu überfordern: Wegen der Überlänge – „Nashville“ dauert nämlich stolze 155 Minuten – und wegen der vielfältigen Anspielungen auf die Musikszene. Indes: Man kann Annette Humpe beruhigen: „Nashville“ ist ein ganz und gar wunderbares Stück Filmgeschichte! Selber schuld, wer das nicht gucken mag!

Abseits des „Cinéma privé“: Momentan schreibt Annette Humpe mit ihrer Schwester Inga an Musik zu einem Fernsehfilm. Erzählen dürfe sie darüber nichts, das Projekt unterliege strenger Geheimhaltung seitens der TV-Oberen.

Musikerin und Hitproduzentin

Prominente aus Kunst, Kultur, Sport und Politik dürfen einmal im Monat im Filmmuseum Potsdam (Breite Straße 1 A) ihren Lieblingsfilm präsentieren und vor der Vorstellung mit Radio-Eins-Filmexperte Knut Elstermann plaudern. Die Reihe „Cinéma privé“ wird von der MAZ und Radio Eins präsentiert.

Für den 23. Oktober fällt die Wahl der Musikerin Annette Humpe auf Robert Altmans preisgekrönten Film „Nashville“ (1975). Um 19 Uhr geht es los, Karten unter 0331/271 81 12.

Mit ihrer Schwester Inga feierte Annette Humpe ab 1979 erste kommerzielle Erfolge mit den „Neonbabies“. 1980 gründete sie „Ideal“, eine der bekanntesten Bands der Neuen Deutschen Welle. 1985 trat sie mit ihrer Schwester als „Humpe & Humpe“ auf.

Als Produzentin schrieb die Wahl-Berlinerin Songs für Udo Lindenberg, Die Prinzen oder Nena. 2004 gründete Humpe mit Sänger Adel Tawil „Ich + Ich“. Die Formation landete etliche Hits. Nach drei Alben war Schluss.

 

Von Ricarda Nowak

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