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Kultur Arbeiter und Künstler fremdeln
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00:21 22.10.2017
Norbert Wagenbrett. „Selbstportrait mit Arbeiter“. Quelle: VG Bild-Kunst
Potsdam

Mit Arbeiterporträts rannten Künstler in der DDR bei den staatlichen Auftraggebern offene Türen ein. Mit ihnen ließ sich Anerkennung und Geld verdienen. Das Sujet erlaubte es aber auch, Mehrdeutigkeiten und Skepsis zu formulieren.

Im Bildzentrum dieses Bildes steht ein Mann, der vielleicht gerade von der Schicht kommt und sich ein frisches Hemd übergezogen hat. Der Künstler daneben nimmt sich zurück. Beide, so ähnlich sie sind, betrachten sich misstrauisch und interessiert.

Norbert Wagenbrett, 1954 geboren, nahm 1977 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ein Kunststudium auf. Er war Schüler von Arno Rink, Volker Stelzmann und Sighard Gille, von 1985 bis 1988 gar Meisterschüler bei Verbandspräsident Willi Sitte. Wie seine Lehrer orientierte er sich zunächst am Parteiauftrag. Die Bilder sollten realistisch sein und gesellschaftspolitische Aussagen treffen. Er lernte es, Menschen darzustellen, die mit ihren Erfahrungen für den Sozialismus einstehen. Die Dozenten beriefen sich auf eine lange Tradition. Früher waren es betuchte Kaufleute, die sich in Öl malen ließen. Mit Erstarken der Arbeiterbewegung rückten Handwerker und Industriearbeiter in den Fokus. Revolutionär gestimmte Künstler machten einen regelrechten Heldenkult daraus.

Die DDR-Künstler wurden 1959 auf den „Bitterfelder Weg“ eingeschworen. Sie sollten die „Entfremdung zwischen Künstler und Volk“ überwinden. Doch dann wurde über 30 Jahre immer deutlicher, wie sich der Alltag vom kommunistischen Wunschdenken entfernt.

Von Karim Saab

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