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Architektin Zaha Hadid gestorben

Architektur Architektin Zaha Hadid gestorben

Der ganz große Ruhm kam für Zaha Hadid relativ spät. Erst zum 60. Geburtstag hatte die gebürtige Irakerin die Weltspitze der Architektur-Stars erklommen. Jetzt starb sie in Miami an einem Herzinfarkt.

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Das Museum für die Kunst des 21. Jahrhunderts (MAXXI) in Rom. Foto: Alessandro Di Meo

London. Norman Foster, Daniel Libeskind, Richard Rogers - selbst Laien kennen solch berühmten Architekten-Namen. Lange Zeit war in den obersten Etagen der Baukunst kaum eine Frau zu finden - erst mit Zaha Hadid hat sich das geändert.

Dabei gelang der irakisch-britischen Architektin erst recht spät der ganz große Sprung nach oben. Jetzt erlag sie mit 65 Jahren völlig überraschend in Miami einem Herzinfarkt - die Architektenwelt trauert.

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Das Dongdaemun Design Plaza in Seoul. Foto: Yonhap

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Spätestens als sie 2003 das erste von einer Frau realisierte  Museumsgebäude in den USA fertigstellte - das Contemporary Arts Center in Cincinnati im Bundesstaat Ohio -, hatte sich die gebürtige Irakerin durchgesetzt.

Weitere Highlights ihrer Karriere: Das Olympische Schwimmstadion in London (2012) sowie das Nationalmuseum für die Künste des 21. Jahrhunderts - ein Ereignis, das in der Ewigen Stadt, die sich nicht gerade durch viele Neubauten auszeichnet, besonders gefeiert wurde.

Das Museum trägt deutlich ihre Handschrift: Die Konstruktion aus Zement, Glas und Stahl mit hohen und hellen Räumen hat keine rechten Winkel. Bereits Jahrzehnte zuvor hatte sie diese Ideen auf Papier gebannt. "Königin der Kurven" wurde sie wegen ihres Stils genannt.  

Bereits in den 80er Jahren hatte Hadid ihre ganz eigene Handschrift, viele ihrer Entwürfe mit exzentrischen Schrägperspektiven und frei schwebenden Bauteilen allerdings blieben Fiktion. Sie musste sich damals anhören, ihre Arbeiten seien eher für Galerien geeignet als für die Wirklichkeit.

Eine größere Öffentlichkeit wurde 1983 aufmerksam auf sie, als Hadid ihren nicht realisierten Entwurf für den Freizeit- und Erholungspark "The Peak Leisure Club" in Hongkong vorstellte, der keinen einzigen rechten Winkel vorsah. 

Seitdem wurde sie als "Erfinderin des Post-Konstruktivismus"  gefeiert. 2004 erhielt sie als bisher einzige Frau den renommierten Pritzker-Architekturpreis.

Auch in Deutschland war sie aktiv, an mehreren Orte kann man ihre Werke sehen. Das Vitra-Feuerwehrhaus in Weil am Rhein etwa. Oder das Zentralgebäude im Leipziger BMW-Werk, das ihr den Deutschen Architekturpreis einbrachte. Zeitweise war Hadid traurig, dass sie eher weniger Aufträge in ihrer Wahlheimat Großbritannien erhielt - 2012 entstand schließlich das aufsehenerregende London Olympic Aquatic Centre.

Ein weiterer Coup gelang ihr vor drei Jahren mit der neuen Serpentine Sackler Gallery in London. Sie stülpte einem alten Munitionslager ein gigantisches fließendes Dach in der für sie typischen Wellenform über. Damit setzte die 62-Jährige erstmals ein permanentes Baudenkmal im Zentrum der britischen Hauptstadt.  

"Es ist uns gelungen, mit diesem Projekt die alte und die neue Welt nahtlos zu vereinen", sagte sie damals. "Wir schauen nicht rückwärts, um nach vorne zu blicken." 

Die als temperamentvoll und etwas exzentrisch geltende Hadid war Anfang der siebziger Jahre für ihr Studium an der an der renommierten Architectural Association School gekommen - dort eröffnete sie Jahre später auch ihr Architektenbüro. 

Aufgewachsen war sie in Bagdad. Ihr Vater war ein wohlhabender Geschäftsmann und Mitbegründer der Progressive Democratic Party. Die Familie lebte einen westlichen Lebensstil und verließ den Irak nach der Machtübernahme des Diktators Saddam Hussein und dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran in Richtung Jordanien.

Doch künstlerische Freiheit erfuhr Hadid nach eigenen Worten erst in London: "Meine Wahlheimat ist Großbritannien, das einzige Land, in dem man künstlerisch erfolgreich und zugleich exzentrisch sein kann."

Ein ganz besonderer Coup gelang ihr noch vor ein paar Monaten: Gemeinsam mit der Bergsteigerlegende Reinhold Messner entwarf sie in Südtirol ein neues Bergmuseum. Auf 2275 Metern Höhe entstand ein beeindruckender Bau, das größtenteils unterirdische Museum "Corones" zeigt die Entwicklung des Bergsteigens. Um Platz zu schaffen, ließ Hadid den Berg teilweise aushöhlen, von außen sind drei schräge Würfel zu sehen, die auch als Aussichtspunkte dienen. Und natürlich: Der Beton zeigt geschwungene Linien - und setzt damit einen starken Kontrast zur felsigen und schroffen Bergwelt.  

dpa

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