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Kultur Armandos Kunst spiegelt Krieg und Gewalt
Nachrichten Kultur Armandos Kunst spiegelt Krieg und Gewalt
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20:38 26.02.2016
Gemaltes Inferno: „Damals“ von Armando aus dem Jahr 1997. Quelle: Armando
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Potsdam

Das Rot flimmert. Es wird immer röter, brennt über die gesamte Fläche des Bildes. Ein Inferno. Ist es ein Dachstuhl, der da abgefackelt wird, wie jüngst in der Flüchtlingsunterkunft in Bautzen? Oder was deuten die schwarzen Balken an, die in dem Rot versinken? Die Bilder des Potsdamer Künstlers Armando zeigen keine konkreten Bezüge zu aktuellen oder historischen Ereignissen. Und doch sind sie präsent – entstehen im Kopf des Betrachters, der nicht umhin kann, ob der aus den Bildern quellenden Farben und Formen das Grauen zu denken.

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Armando, Damals, 20-07-1997, Besitz des Künstlers

Potsdam-Museum und Kunstraum Potsdam zeigen Armando

Armandos Werke sind vom heutigen Samstag an in gleich zwei Ausstellungen zu sehen. Das Potsdam-Museum stellt bis zum 28. Mai 25 Gemälde, 17 Skulpturen und einen Zyklus mit 30 Fotografien aus – eine kleine Werkschau des niederländischen Künstlers, der seit 2009 in Potsdam lebt. Zu sehen sind Arbeiten aus nahezu allen Schaffensperioden seit den 50er Jahren. Das Kunsthaus Potsdam präsentiert im gleiche Zeitraum neun Bilder und vier Skulpturen des 86-Jährigten, die erst in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind.

Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller

Armando gehört zu den bekanntesten niederländischen Vertretern zeitgenössischer Kunst.

Der in Potsdam lebende Künstler ist Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller. 1982 war er auf der Dokumenta VII in Kassel vertreten, 1984 bei der 41. Biennale in Venedig.

Bruchstücke. Potsdam-Museum, Am Alten Markt 9, Di, Mi, Fr von 10-17 Uhr, Do 10-19 Uhr, Sa, So 10-18 Uhr.

Aktuelle Arbeiten. Kunsthaus Potsdam, Ulanenweg 9, Di, 11-15 Uhr, Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa, So 12-17 Uhr.

Das dargestellte Grauen in Rot trägt den Titel „Damals“. Armando hat es 1997 in Öl auf Leinwand gemalt – genau genommen, am 20. Juli 1997. Die meisten seiner Bilder tragen ein konkretes Datum, denn Armando arbeitet mit großem Tempo, in dem Emotionen auf die Leinwand übertragen werden. „Damals“ ist die Zeit des Nationalsozialismus, die Armando, der mit bürgerlichem Namen Herman Dirk van Dodeweerd heißt, als Kind im niederländischen Amersfoort erlebte. Dort hatten die deutschen Besatzer ein polizeiliches Durchgangslager errichtet, von wo aus Juden und politisch Verfolgte auf die Konzentrationslager verteilt wurden.

Krieg, Gewalt und Vernichtung treiben ihn um

Die Themen Krieg, Gewalt und Vernichtung haben Armando sein Leben lang nicht losgelassen. In Potsdam ist nun ein breites Spektrum seiner Versuche, dieses Trauma zu verarbeiten, zu sehen. „Es ist ein universelles Thema. Es ist die Tragik des Menschen“, sagt Armando und weißt ausdrücklich darauf hin, dass er kein Maler des Zweiten Weltkrieges sein will. Und in der Tat: Armando thematisiert Existenzielles.

Die Schau im Potsdam-Museum macht das deutlich. Mit „Bruchstücke“ ist die Ausstellung, die zuvor im Rotterdamer Chabot-Museum zu sehen war, überschrieben. „Bruchstücke nehmen in der Kunst Armandos eine wesentliche Rolle ein“, so die Direktorin des Potsdam-Museums, Jutta Götzmann. Immer wieder tauchen Fragmente auf, Formen die etwa an Körperteile oder Reste von Gegenständen erinnern. Sie erinnern daran, dass sie zu einem zerstörten Ganzen gehören, entwickeln zugleich ihr Eigenleben.

Die späteren Arbeiten werden teilweise grün

Armandos frühe Malerei lebt fast nur von drei Farben: Rot und den beiden „Nicht-Farben“ Schwarz und Weiß. Wodurch häufig eine beklemmende Wirkung entsteht – nicht zuletzt durch Titel wie „Monument für den Täter“, „Gefechtsfeld“ oder „Fluchtversuch“. Aber auch Landschaften bleiben bei Armando nicht unschuldig. Mit den Jahren verbreitert sich Armandos Farbpalette. Auf einigen der neuesten Arbeiten, die im Kunsthaus zu sehen sind, dominiert Grün – wie die Umgebung seines Potsdamer Ateliers.

Von Mathias Richter

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