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Arte-Dokumentation über die Havel

TV-Doku Arte-Dokumentation über die Havel

Die Entdeckungsreise entlang der Havel von der Quelle bis zur Mündung zeigt mit aufwendiger Technik spektakuläre Naturschauspiele zwischen Müritz, Potsdam und Elbe von kämpfenden Seeadlern, über junge Biber in der Burg bis hin zu einem Wiedehopf. Die außergewöhnliche Flussreise läuft am Donnerstag auf Arte.

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Luftaufnahme der Zehdenicker Tonstiche.

Quelle: FOTO: Arte

Potsdam. Sie haben es sich im alten Panzer gemütlich gemacht. Bestens gesichert warten die jungen Wiedehopfe darauf, dass ihre Eltern sie füttern. Sie sehen aus wie gefiederte Punks und bugsieren Grillen und Raupen in die Schnäbel der Jungtiere.

Eine Fütterung im Panzerwrack auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Klietzer Heide – das ist eine von vielen ungewöhnlichen Naturszenen, die die Arte-Doku „Die Havel“ dem verdutzten Zuschauer vor Augen führt. Wie, so ein Spektakel findet vor meiner Haustür statt? Jawohl, und mit Hilfe ferngesteuerter Drohnen, Aufnahmen aus Hubschraubern und extremen Zeitlupenbildern wird die Wildnis rund um den 334 Kilometer langen Fluss vorstellbar. Immer wieder geht es auch darum, was wir Zweibeiner zwischen Quelle und Mündung so gebaut und getrieben haben. Luftaufnahmen zeigen touristische Hingucker wie das Holländische Viertel in Potsdam, dazu die zerklüfteten Zehdenicker Tonstiche, den Ziegeleipark Mildenberg. Zwei Jahre lang arbeiten die Naturfilmer Svenja und Ralph Schieke an der Doku, ihre Botschaft ist klar: Die Havel ist ein bedrohtes Paradies.

Dabei ist der Beginn schmucklos. An der Mecklenburgischen Seenplatte verweist nur eine Betonplatte darauf, dass dort die Havel entspringt. Wenige Kilometer später sieht man Seeadler, die mit dem Schnabel durchs Eis picken und sich tiefgekühltes Frischfutter aus dem Fluss fischen. Packend wie ein Thriller gerät „Die Havel“, wenn die Kamera unter Wasser auf die Pirsch geht und junge Hechte, Libellenlarven und Erdkröten-Nachwuchs aufnimmt. Aus der Nähe betrachtet könnten die Kaulquappen auch mysteriöse Tiefseefische sein. Die Makro-Aufnahmen sind spektakulär, es sind Bilder, die eher an „Alien“ als an die Possierlichkeitsfilme à la Sielmann und Grzimek erinnern.

Dabei wünschen sich Svenja und Ralph Schieke Ähnliches wie einst die Pioniere des deutschen Tierfilms: Lasst Natur wieder Natur sein! Dass das möglich ist, beweist Europas größte Flussrenaturierung. 90 Kilometer der unteren Havel sollen wieder wild werden. In der Klietzer Heide, wo sich die Wiedehöpfe im Panzerwrack eingenistet haben, ist das schon gelungen. Dort, wo einst die Panzer dröhnten, röhren jetzt Hirsche.

Info „Die Havel“ läuft am Donnerstag um 19.30 Uhr auf Arte.

Von Maurice Wojach

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