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Atemlos mit Helene Fischer im Olympiastadion

Heiß, heißer, Helene: 60 000 Fans beim Konzert in Berlin Atemlos mit Helene Fischer im Olympiastadion

Helene Fischer ist einer der größten Stars in der deutschen Musikszene. Sie ist bildschön, gut gelaunt, professionell und begeistert die Menschen mit ihren Hits. Am Samstag hat der Schlagerstar im ausverkauften Berliner Olympiastadion ein Konzert gegeben. Heiß waren an dem Abend aber nicht nur Stimmung und Sängerin.

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Helene Fischer hat am Sonnabend ihre Fans im ausverkauften Olympiastadion begeistert.

Quelle: dpa

Berlin. Sie schreitet Samstagabend unbeirrt durch ihre Show, als sei sie auf dem Weg zum kühlen Pool, und nicht auf dieser Bühne unterwegs, auf der man ganz schnell Geld verbrennen kann – wenn man vielleicht mal mit dem Absatz umknickt oder ein, zwei Lieder in den Orkus schickt, weil sich ein Ton verlaufen hat. 40 Kameras halten auf Helene Fischer, 60000 Leute sitzen im Olympiastadion von Berlin, natürlich ist es ausverkauft. Der Samstag glüht mit 38 Grad, um halb neun abends, kurz vor dem Startschuss ihrer Show, bleibt es so heiß, dass jemand, der nicht beseelt ist von dem Ehrgeiz dieser Schlagerkönigin, weiterhin ans Trinken denkt und sicher nicht ans Singen oder Tanzen.

Die Show gibt es bald auf DVD

Frau Fischer presst die Show auf DVD, auch das ZDF will diesen Mitschnitt zeigen, deshalb gab es am Sonntag ein zweites Konzert am selben Ort, um Material zu haben, falls Samstag etwas schief ging. Aber es ging nichts schief. Nicht bei Helene Fischer, die ihr Lächeln als Königsdisziplin auf eine wundersam glaubhafte Art perfektioniert hat. Ein Live-Projekt von diesem Ausmaß hat, emotional gesehen und auch finanziell, den Wert von einem Champions-League-Finale, das erst vor vier Wochen in diesem Stadion stattfand. Man kann ja schon mal weiche Knie bekommen, wenn man zum Elfmeterschießen dieses Endspiels anläuft. Doch Helene Fischer singt und moderiert durch diesen Abend mit der Seelenruhe, als führe sie den Laternenumzug eines Kindergartens an.

Das Olympiastadion in Berlin war am Samstag komplett ausverkauft

Das Olympiastadion in Berlin war am Samstag komplett ausverkauft.

Quelle: dpa

Jeder ihrer Schritte sitzt, sie absolviert den Auftritt mit den Mitteln des Musicals – die Gefühle immer eine Spur zu groß, singt sie von Träumen und der Chance, an einem Abend wie diesem den Alltag zu vergessen. Mitunter kommt die Göre in ihr durch, dann gluckst sie, ein bisschen böse und charmant, doch mehr Spontanität blitzt selten durch in ihrer Show.

Sie tritt auf die Bühne im goldgelben Kleid, wirft es züchtig über die Beine, dann wieder rafft sie allen Stoff und gibt den Vamp. Helene Fischer zieht sich häufig um an diesem Abend, in ihrem Jeans-Overall singt sie ein Medley mit etablierten Hits ihrer Kollegen, „Sexy“ von Westernhagen und „Männer“ von Grönemeyer. Mehr athletisch als erotisch schreitet sie über die Bühne, das ist das Temperament, das ihre Fans erwarten. Sie ist professionell und weiß, die Leute möchten nicht nur Lieder, sondern auch die gute Laune. Helene Fischer predigt unentwegt das Positive: Wie glücklich sie heute ist, wie sehr sie ihr Publikum liebt. Das ist die alte Schule guter Unterhaltung, die sie facettenreich garniert. Zwischen ihre Schlager schiebt sie immer wieder Elemente aus Klassik, Hardrock und Hiphop, jeder wird bedient von ihr. Sie sucht kein Fachpublikum, jeden nimmt sie auf, das ist fast eine religiöse Aufgabe, die sie souverän gelöst hat in Berlin. Als Zugabe der Überhit: „Atemlos“.

Athletisch schreitet Helene Fischer über die Bühne und verbreitet – trotz Hitze – jede Menge gute Laune

Athletisch schreitet Helene Fischer über die Bühne und verbreitet – trotz Hitze – jede Menge gute Laune.

Quelle: dpa

Manchmal liegt so viel Vibrato in der Stimme, dass man nicht mehr präzise weiß, ist das noch Kunst, oder doch schon Persiflage? Etwa bei „Ich wollte nie erwachsen sein“, dem Stück von Peter Maffay. „Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben“, singt sie. Helene Fischer aber ist alles, nur kein Kind. Geschäftsfrau, Dompteurin, Künstlerin, Illusionistin, gar Therapeutin. Das alles spürt man, doch absolut nichts Kindliches. „Wer ist schon fehlerfrei?“, fragt sie ein andermal. Sie selbst ist es, zumindest für knapp zweieinhalb Stunden an diesem Samstagabend.

Weil man mit Blick aufs Publikum indessen nie ganz sicher ist, probt vor der Show ein Moderator noch das Klatschen. Das wäre schade, wenn das Fußvolk seiner Königin die DVD verhunzt und Emotionen zeigt, die später auf dem Bildschirm nicht so makellos und einstudiert wie jene von Frau Fischer wirken.

Olympiastadion senkt bei Hitze die Wasserpreise

Damit das Publikum bei der Mega-Hitze auch bis zum letzten Ton einen kühlen Kopf bewahren konnte, hatte das Olympiastadion vorgesorgt und die Wasserpreise gesenkt. Statt fünf Euro, kostete ein halber Liter Wasser nun mit 3,50 Euro deutlich weniger. Außerdem lockerten die Veranstalter ihre Regeln. Dürfen sonst lediglich 0,25 Liter Getränke mit ins Stadion, waren es am Samstag deutlich mehr. Für Abkühlung sorgten auch die eigens installierten Sprinkleranlagen, die noch vor dem Konzert das Stadion berieselten. Da die Hitze auch am Sonntag alle Rekorde brechen könnte, wird die Philosophie beim zweiten Konzert fortgesetzt.

Von Lars Grote und MAZonline

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