Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Auf Verbrecher-Jagd in Potsdam
Nachrichten Kultur Auf Verbrecher-Jagd in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:07 19.08.2014
Erklärter Potsdam-Fan: Schriftsteller und Hörbuchautor Raimon Weber. Quelle: Raimon Weber
Anzeige
Potsdam

Er liebt den Bäcker in der Karl-Liebknecht-Straße, wenn es mal brenzlig wird, versteckt er sich in einer Plattenbauwohnung im Schlaatz und abends trinkt er sein Feierabendbierchen im Holländischen Viertel. Sein Einsatzgebiet ist nicht nur Potsdam. Oftmals führen ihn seine Ermittlungen auch in die Brandenburgische Provinz. Die Rede ist von Chris Morgenstern, einst Polizist und jetzt als Privatdetektiv in der Landeshauptstadt unterwegs.

Die Geschichten von Morgenstern stammen aus der Feder von Raimon Weber, preisgekrönter Schriftsteller und Hörbuchautor. Morgensterns Fälle spielen sich immer in Potsdam und Umgebung ab. Dabei lebt sein Erfinder im nordrhein-westfälischen Kamen. Durch die Zusammenarbeit mit seinem Agenten, der in Potsdam arbeitet, kam der 53-jährige Autor immer öfter in die Landeshauptstadt und in die neuen Bundesländer. "Es muss ja nicht immer New York, Los Angeles oder Berlin sein", findet Weber. "„Grundsätzlich habe ich alles, was ich schreibe, in weniger große Städte oder in die Provinz verlegt", fügt er hinzu. Potsdam bietet für die Morgenstern-Serie die ideale Kulisse. "Ich habe mich sofort in Potsdam verliebt", schwärmt der Autor. "Die Stadt strahlt eine gewisse Ruhe und Gelassenheit aus."

Privatdetektiv Morgenstern ist eine sympathische Figur. Eher ungewollt gerät er oft in brenzlige Situationen. Angebote lehnt er ungern ab – denn er leidet unter chronischem Geldmangel. Doch er kann sich dabei immer auf die Unterstützung seines Freundes Knut, der als Statist beim Filmstudio Babelsberg arbeitet, verlassen. "Er ist nicht der typische Privatdetektiv" sagt Weber über seine Figur. Macho-Allüren seien ihm fremd, bei Frauen stelle er sich tollpatschig an, er habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und fahre ein Auto, das er sich nicht leisten könne. Gibt es Parallelen zum Erfinder? "Wenn Kinder ins Spiel kommen, ist bei Morgenstern Schicht im Schacht", sagt Weber, "das kenne ich auch von mir." Weber ist selbst Vater einer Tochter und eines Sohnes. Wenn in Morgensterns Fällen Kinder in Gefahr geraten, lässt er alle Vorsicht außer Acht und versucht, sie zu retten.

Vier Folgen sind bisher erschienen, außerdem die Vorerzählung „Ich war tot“, in dem der Leser erfährt, wieso Chris Morgenstern seinen Beruf als Polizist aufgab. "Wie es weitergeht, entscheidet sich Ende des Jahres", sagt Weber. Denn dass die Morgenstern-Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt ist, scheint klar. In allen Folgen wiederkehrende, ungelöste Rätsel wie etwa das plötzliche Verschwinden der jungen Tochter seines Ex-Kollegen lassen den Hörer oder den Leser nach jeder Folge wissen, dass Morgenstern weiter-ermitteln wird. Auch der am Ende jeder Geschichte erscheinende ominöse Anrufer, von dem man nicht weiß, zu wem er gehört, gibt Rätsel auf. "Das ist eine nicht ganz klare Person, weder gut noch böse", sagt Raimon Weber.

Morgenstern kostenlos fürs eBook

  • Die Morgenstern-Serien sind sowohl als E-Book als auch als Hörbuch in Form einer inszenierten Lesung erschienen: Die erste am 22.11.2013, die jüngste am 23. Mai dieses Jahres.
  • In der ersten Folge "Leben und Sterben" wird Potsdam von der gefährlichen Droge Crystal Meth heimgesucht. In der zweiten – "Todeszone Sinai" – verschlägt es Morgenstern bis in den Sinai. "Blutige Eiszeit", die dritte Folge, spielt in der Provinz. Ein Schneesturm lässt den Ermittler in einem brandenburgischen Dorf nur langsam vorankommen. In der jüngsten Folge "Die Axt" nimmt es Morgenstern mit einem Drogenkartell auf.
  • Das Prequel zu Morgenstern-Serie, "Morgenstern 00 - Ich war tot", gibt es bei Amazon kostenlos fürs eBook. » Zu der Morgenstern-Ausgabe bei Amazon

Zurzeit arbeitet er aber an dem Buch "Kuckucksmörder", das im November erscheinen soll, jedoch nicht in Potsdam spielt. "Dort kommt das Böse in die Gesellschaft", verrät Weber. Um genau zu sein, in Familien, in denen schon der Vater gewalttätig auftritt. Aber: "Gut und Böse verschwimmen", sagt Weber.

Parallel arbeitet er an der sehr erfolgreichen Kindle-Serie "Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle." Dessen Romanfigur Sherlock Holmes dürfte jedem ein Begriff sein. Aber Weber konzentriert sich auf das Leben des Autors, der Mitglied der Gesellschaft für Parapsychologie war und sich mit Poltergeistern oder Elfenerscheinungen beschäftigte.

Auf Themensuche geht Weber am liebsten am Frühstückstisch: "Tolle Ideen habe ich immer, wenn ich morgens die Rubrik 'Aus aller Welt' in der Zeitung lese", verrät er. Steht die Idee für eine Geschichte, fährt er hinaus, um vor Oert zu recherchieren. "Die bloße Recherche vom Büro aus wäre mir zu wenig", sagt Weber. So sprach er für seine Geschichten schon mit Serientätern in einer geschlossenen Forensik oder besuchte eine Verbrennungsanlage für amputierte Gliedmaßen.

Die Bewunderung für düstere Themen packte Weber bereits als Kind. Wenn seine Eltern schon schliefen, schaute er heimlich Filme wie "Frankensteins Braut". Im Alter von zehn Jahren bekam er dann ein ganz klassisches Kinderbuch geschenkt – und fand es "vollkommen öde." Da konnte sich Weber für die Jugendliteratur des Briten John Christopher schon weit eher begeistern, vor allem für das Buch "Dreibeinige Monster auf Erdkurs". "Als ich das Buch gelesen hatte, wollte ich Autor werden", sagt Weber. Und so brachte er mit zwölf Jahren seine ersten Geschichten zu Papier.

Von Anne-Kathrin Fischer

» Mehr über Raimon Weber auf raimon-weber.de

Mit Strom und Gas verdient das Essener Unternehmen Eon sein Geld. Doch aktiv ist der Energieriese seit den 1980er Jahren auch auf einem Feld, das mit dem Energiemarkt zunächst so wenig zu tun hat, wie ein Kraftwerk mit einer Galerie.

18.08.2014

Opernfreunde in aller Welttrauern um Licia Albanese. Die im süditalienischen Bari geborene Sopranistin war bereits am vergangenen Freitag im Alter von 105 Jahren in ihrer New Yorker Wohnung gestorben.

18.08.2014

Joachim Król (57) ist kein Freund von Gedränge bei Feiern. "Ich bin nicht gerade der Typ für Partygetümmel", sagte der Schauspieler der Zeitschrift "Für Sie".

18.08.2014
Anzeige