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Kultur „Auferstanden aus Ruinen, ...“
Nachrichten Kultur „Auferstanden aus Ruinen, ...“
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00:21 22.10.2017
Hans Grundig „Selbstbildnis“. Quelle: bpk / Nationalgalerie, SMB / Klaus Göken
Potsdam

Ein Künstler kann nicht von sich absehen, wenn er der Realität ins Auge schaut. Berufsverbot und KZ Sachsenhausen, Fronteinsatz im Strafbataillon und Übertritt zur Roten Armee – das alles hatte der Maler Hans Grundig (1901-1958) durchgemacht, als er als 45-Jähriger intensiv in den Spiegel blickt und nach sechs Jahren Zwangspause wieder zum Pinsel greift.

Der aufrechte Kommunist war zwar als Sieger der Geschichte in seine zerbombte Heimaststadt Dresden zurückgekehrt, aber die Vergangenheit in den Knochen setzte ihm weiter zu. Das Rektorat an der Kunsthochschule, das er übernommen hatte, musste er nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Licht und Dunkelheit sind auf seinem Selbstbildnis 1946 absichtsvoll auf die linke und rechte Körperhälfte verteilt. Wenig später sollte der erste Vers der Nationalhymne der DDR Grundigs Nachkriegs-Lebensgefühl auf den Punkt bringen: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“. Seiner Hoffnung auf eine menschlichere Ordnung fehlte aber die Unbeschwertheit. Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte Grundig schon einmal in die Zukunft geblickt und in seinem Triptychon „Das Tausenjährige Reich“ (1935-38) prophetisch die Zerstörungswucht des Krieges ausgemalt. Seine Bilder waren von den Nazis als „Entartete Kunst“ verdammt worden. Dieses Mal gab er sich optimistisch. Sein bewährter expressiver, sozialkritischer Realismus geriet aber dann in der DDR durch die Formalismus-Kampagne (1948-1953) noch einmal in Verruf. Grundig war zu müde, um dagegen aufzubegehren. Er vertraute, dass die Partei Recht hat und ließ sich bis zu seinem frühen Tod als Held vereinnahmen.

Von Karim Saab

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