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Magda Langenstraß-Uhlig im Potsdam-Museum

Moderne Kunst Magda Langenstraß-Uhlig im Potsdam-Museum

Lange Zeit war sie außerhalb von Fachkreisen eine Unbekannte, stand im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Die Künstlerin Magda Langenstraß-Uhlig. Jetzt zeigt das Potsdam-Museum einen Großteil ihrer Arbeiten und beweist: Langenstraß-Uhlig war eine Wegbereiterin der Moderne.

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Expressiv: „Selbstbildnis im Profil mit Hut“, gemalt 1933.

Quelle: Michael Lueder

Potsdam. Bekannt sind vor allem die Männer: Georg Grosz, Otto Dix, Emil Nolde, Max Beckmann, Karl Schmidt-Rottluff oder Kurt Schwitters gelten als die großen Künstler der Weimarer Moderne. Dass Schwitters 1919 seine überhaupt erst zweite Ausstellung in der damals schon in Expertenkreisen renommierten Berliner Sturm-Galerie zusammen mit einer Frau hatte, ist in der Kunstgeschichte lange kaum berücksichtigt worden. Ihre Name weitgehend unbekannt: Magda Langenstraß-Uhlig.

Das Potsdam-Museum will das nun ändern. Von Sonnabend an ist dort ein Großteil der Werke Langenstaß-Uhligs zu sehen. „Sie ist eine Wegbereiterin der Moderne“ sagt Museumsdirektorin Jutta Götzmann. Und um zu zeigen, dass die Künstlerin, die bis in die 50er Jahre in Rehbrücke lebte, nicht die einzige Pionierin dieser Zeit war, hat das Museum Werke von weiteren 17 Künstlerinnen in die Ausstellungsräume hinter dem Potsdamer Landtag geholt – darunter sind Arbeiten von Käthe Kollwitz, Sella Hasse, Hannah Höch oder Jacoba van Heemskerck. Sie dienen als Kontrastfolie, um das Besondere an Langenstrass-Uhlig im Kontext ihrer Zeit zu illustrieren. Insgesamt 160 Werke zeigt die Sonderausstellung.

Der Schwerpunkt der von Jutta Götzmann und Anna Havemann kuratierten Schau liegt freilich auf Magda Langenstrass-Uhlig (1888- 1965). Die gebürtige Thüringerin schaffte es, was ungewöhnlich für ihre Zeit war, kurz nach der Jahrhundertwende als Frau an der Großherzoglichen Zeichenschule in Weimar zugelassen zu werden. Im ersten Weltkrieg ging sie mit ihrem damaligen Mann, einem Lazarettarzt, an die Front. Dort entstanden Zeichnungen und Gemälde vom Kriegsalltag mit verwundeten Soldaten. Nach dem Krieg verkehrte sie im Berlin in den Kreisen der künstlerischen Avantgarde, entdeckte den deutschen Expressionismus und die gegenstandslose Malerei von Wassily Kandinsky und Paul Klee. Nach der Trennung von ihrem Mann, der in die USA auswanderte, studierte die alleinerziehende Frau mit zwei Kindern am Bauhaus und gehörte bald zur Berliner Künstlervereinigung „Die Abstrakten“. Die NS-Zeit überstand sie in der inneren Emigration, 1952 ging sie in den Westen.

Die Ausstellung

Ein Begleitprogramm flankiert die Ausstellung. Eine kleine Auswahl:

Eine Führung bieten die Kuratorinnen am 12. November um 18 Uhr an.

HOT-Schaupielerin Rita Feldmeier liest am 17. November um 18 Uhr aus den Tagebüchern der Künstlerin.

Künstlerinnen der Moderne – Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit , Potsdam-Museum, Am Alten Markt 9. Eintritt: 5 Euro. Geöffnet Mo, Mi, Fr 10-17 Uhr, Do 10-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 10-18 Uhr. Vom 24.10. bis zum 31.01.

Bemerkenswert an den Arbeiten Langenstraß-Uhligs ist, dass sie keiner gängigen Stilrichtung zugeordnet werden kann. Die Künstlerin malte mal postimpressionistisch und erinnert streckenweise an die flächigen Kompositionen eines Paul Cézanne, dann wieder eher expressionistisch oder in der realistischen Tradition der Neuen Sachlichkeit. Unübersehbar ist der Bauhauseinfluss, wenn sie mit reduzierten kubischen Formen oder konstruktivistischen Bildelementen arbeitet. Magda Langenstraß-Uhlig wollte sich nicht festlegen lassen. „Es sind ja alles nur Worte: Naturalismus, Impressionismus, Expressionismus usw. – das Kunstwerk ist immer ein Neues, Überraschendes“, schrieb sie in ihrem Tagebuch. Museums-Direktorin Jutta Götzmann hält dies für das besondere Merkmal dieser Künstlerin: „Sie behält den Blick offen in alle Richtungen “.

Die Ausstellung im Potsdam-Museum zeigt die volle Spannweite der Arbeiten dieser lange unterschätzten Künstlerin – von den Anfängen bis zum Spätwerk. Auch wenn die Bilder etwas gedrängt gehängt werden mussten, es ist verdienstvoll, dass das Werk Langenstraß-Uhligs nun 50 Jahre nach ihrem Tod endlich einem breiten Publikum vorgestellt wird.

Von Mathias Richter

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