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Kultur Auszeichnung für drei starke Serien
Nachrichten Kultur Auszeichnung für drei starke Serien
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00:22 08.09.2017
Ira Thiessen porträtierte russlanddeutsche Einwanderer in ihrem neuen Zuhause. Quelle: Foto: Ira Thiessen
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Potsdam

Effektvolle und technisch perfekte Fotos gelingen heute jedem Smartphonebesitzer. Wie lässt sich da der besondere Wert künstlerischer Fotografie erkennen?

Im Kunstraum Potsdam wird heute Abend eine Ausstellung eröffnet, die diese Frage gar nicht aufkommen lässt. Jede der drei Fotoserien steht für eine konsequente, eindrückliche, individuell gefundene und souveräne Bildsprache und wurde zu Recht mit dem Kunstpreis Fotografie 2017 ausgezeichnet.

Eintritt frei!

Der Kunstpreis und die beiden Förderpreise werden am 6. September 2017, 19 Uhr, im Kunstraum des Potsdamer Waschhauses, Kulturstandort Schiffbauergasse, verliehen. Eintritt frei! Anschließend werden hier die Gewinnerarbeiten bis zum 1. Oktober in einer Ausstellung präsentiert.

In der Jurybegründung heißt es: „Elke Seeger zeigt, wozu offenes und genaues Sehen fähig ist. Es kann der Mehrdeutigkeit zu einem Ausdruck verhelfen, wo wir (zum Beispiel als Zoobesucher) mit allzu einfachen Bildern konfrontiert werden. Seegers Bilder zeigen die Dinge in ihrer Inszeniertheit, ohne auf die durch die Inszenierung intendierten Bilder herein zu fallen und diese bloß zu reproduzieren.“

Die Lotto Brandenburg GmbH vergibt 2017 erstmals keinen Kunstpreis Literatur, sondern fördert Lesungen.

Die Land Brandenburg Lotto GmbH hat den von ihr 2004 ins Leben gerufenen Kunstpreis in diesem Jahr deutlich aufgewertet. Für Fotokünstler wurden die Preisgelder verdoppelt. Auch der neu gewählte Ort der Ausstellung macht deutlich, dass auch kleinformatige fotokünstlerische Arbeiten die großen weißen Wände nicht scheuen müssen.

Aus 162 Bewerbungen filterte eine dreiköpfige Jury drei Gewinnerinnen heraus. Ein kleiner Makel ist allerdings anzumerken. In der dreiköpfigen Jury saß auch Mathias Königschulte, Fotoredakteur der Tageszeitung taz, der mit dafür gesorgt hat, dass seine Kollegin Elke Seeger, ebenfalls Fotoredakteurin der taz, den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis davonträgt. Um so wichtiger war das Votum der qualifizierten Mitjuroren Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst in Cottbus, und Ludwig Rauch, Dozent an der Berliner Ostkreuzschule für Fotografie.

Die 51-jährige Siegerin zeigt 19 menschenlose Bilder, die im Berliner Zoo entstanden. Elke Seeger interessiert sich für den Rahmen, den Menschen geschaffen haben, um exotische Tiere wie Giraffen, Vogelspinnen oder eine Seekuh zu präsentieren. Auf subtile, gar nicht unbedingt entzaubernde, sondern vor allem anregende Weise zeigt sie die Künstlichkeit der Gehege und den illusionären Charakter der Zoo-Welt. Durch wintertrockenes Geäst über einer Eisfläche fällt der Blick in einen gelbgefliesten, ausgeleuchteten Raum, in dem sich Flamingos wärmen. Ein winziger Vogel in einer riesigen Voliere ist durch das dominante Gitterraster kaum auszumachen. Ein Leopard brüllt hinter einer beschlagenen, leicht zerkratzten Scheibe. Die Motive sind alle sehr grafisch gehalten und setzen Tiefenschärfe und Farbigkeit bewusst in Szene.

Die beiden fast 20 Jahre jüngeren Fotografinnen Lia Darjes und Ira Thiessen sind in der Ausstellung ebenfalls vertreten. Die Jury sprach ihnen den mit jeweils 5000 Euro dotierten Förderpreis zu.

Ira Thiessen wurde in Kirgistan geboren und studierte Fotografie bei dem Juroren Ludwig Rauch. In ihrer siebenteiligen Serie „Privet Germania“ porträtiert sie andere Russlanddeutsche, deren Familien nach einigen Generationen den Weiten Russlands den Rücken gekehrt haben. Allen gemeinsam ist, dass sie die hinter sich gelassenen Werte in Ehren halten. Ira Thiessen hat sie in ihren neuen deutschen Wohnzimmern aufgesucht, um sie dort wie in einem Fotoatelier zu inszenieren. Sie tragen glänzende Kleider oder sogar Trachten, posieren wie Matrosen der Schwarzmeerflotte oder mit einer Balalaika. Als Hintergrund dient immer ein speziell ausgesuchter Vorhangstoff, von dem zusätzlich eine Detailaufnahme in der Ausstellung hängt.

Neben den Stadtlandschaften von Elke Seeger und den Porträts von Ira Thiessen kann sich eine Serie mit 14 Stillleben von Lia Darjes gut behaupten. Die Berlinerin entdeckte das Thema „Tempora Morte“ (Zeitpunkt des Todes) bei einer Reise nach Kaliningrad. Um die geringe Rente aufzubessern, boten dort alte Menschen am Straßenrand kleine Mengen von Äpfeln, Knoblauch oder Marmelade an. Lia Darjes fotografierte die in durchsichtigen Plastikbechern oder Tüten feilgebotene Ware oder auch die Fische auf Zeitungspapier vor rabenschwarzem Hintergrund. Die Arrangements erinnerten sie in ihrer Einfachheit, aber auch in ihrer natürlichen Pracht an gemalte barocke Stillleben.

Von Karim Saab

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