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Babelsberger Tragikomödien gewinnen

37. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken Babelsberger Tragikomödien gewinnen

Babelsberger Filmtalente siegen beim 37. Filmfestival Max Ophüls Preis: Den Drehbuchpreis sackten Paula Cvjetkovic und Bernadette Knoller für ihre Tragikomödie „Ferien“ ein. Regiestudent Simon Ostermann holte den Publikumspreis für „Route B 96“. Die künstlerische Leiterin Gabriella Bandel verlässt nach 17 Jahren das Festival. Nun wird über ihre Nachfolge diskutiert.

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Paula Cvjetkovic (l.) und Bernadette Knoller.

Quelle: Festival

Saarbrücken. Jubel am Ende der Klassenfahrt: Zwei Preise nahmen Talente der Filmuniversität „Konrad Wolf“ vom 37. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken mit nach Potsdam-Babelsberg. „Ich bin so froh, ich liebe meine Filmfamilie“, jubelte Regiestudent Simon Ostermann via Facebook. Der 27-Jährige bekam den Publikumspreis für seine Tragikomödie „Route B 96“. In der Filmuni-RBB-Koproduktion erzählt Ostermann mit humorvoller Melancholie von einer Heimkehr: Der wortkarge Rockstar Clemens (Albrecht Schuch) besucht nach langer Zeit seinen Heimatort, trifft auf alte Bekannte und neue Erwartungen.

Gleich neun Beiträge aus der Filmuni liefen in den Wettbewerben – Klassenfahrt-Atmosphäre, schließlich waren außer den Nachwuchsregisseuren auch ihre Kommilitonen aus anderen Studiengängen in Saarbrücken. Nicht nur über die herzförmig geschwungene Trophäe, auch über ein Preisgeld in Höhe von 13 000 Euro durften sich die Filmuni-Elevinnen Bernadette Knoller und Paula Cvjetkovic freuen. Das Duo erhielt den Fritz-Raff-Drehbuchpreis für „Ferien“ – heitere Version einer Burn-out-Geschichte: Die junge Staatsanwältin Vivi (Britta Hammelstein) muss dringend raus aus ihrer Alltagsmühle, die Rettung – „Ferien“ auf einer Nordseeinsel. Bernadette Knoller (29) führte bei ihrem Abschlussfilm – koproduziert von RBB und Filmuni – auch Regie. In einer Rolle zu sehen ist ihr Vater, Schauspieler und Regisseur Detlev Buck („Bibi und Tina“). Die Jury lobte „große Leichtigkeit, norddeutsche Lakonie, uneitle Bodenständigkeit und eine große Portion Selbstironie“ des Drehbuch-Duos. Die Regisseurin habe „mit ,Ferien’ eine Tür zu einer ganz eigenwilligen Form der weiblichen Komödie“ aufgestoßen“.

Den mit 36 000 Euro dotierten Max-Ophüls-Preis bekam der österreichische Regisseur Stephan Richter für sein Jugenddrama „Einer von uns“. Erzählt wird die Geschichte des 14-jährigen Julian (Jack Hofer), der auf einem Supermarktparkplatz mit Kumpels abhängt. Als er mit dem aus dem Jugendknast entlassenen Marko (Simon Morzé) in die bunte Warenwelt einbricht, endet das tödlich. Eindrucksvoll werde die „Perspektivlosigkeit von Menschen, die sich tagtäglich zwischen prall gefüllten Supermarkt-Regalen und der trostlosen Leere drumherum wieder finden“ gezeigt, so die Jury. Der Publikumspreis für den besten abendfüllenden Spielfilm ging an das wilde Kinoabenteuer „Schrotten!“ mit Nachwuchsstar Frederick Lau.

Seit Montag liefen in Saarbrücken rund 160 kurze, mittellange und abendfüllende Spielfilme sowie Dokus aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Das 37. Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) war das letzte für Gabriella Bandel (57). Sie hatte dem bedeutendsten deutschsprachigen Nachwuchsfilmfestival, bei dem Regisseure wie Florian Henckel von Donnersmarck oder Til Schweiger ihre ersten Schritte in die Branche gingen, 17 Jahre als künstlerische Leiterin vorgestanden. Nun sorgen sich Filmfreunde um die Zukunft des unter Geldnot leidenden Festivals. Regisseur und „Lindenstraße“-Erfinder Hans W. Geißendörfer hatte mit Filmemacher und Ex-MOP-Chef Boris Penth gefordert, die Stadt solle die Stelle des Festivalleiters öffentlich ausschreiben. und sich von einem Fachbeirat bei der Kür beraten lassen. Während der vergangenen Tage kursierte bereits ein Name: Dieter Wiedemann. Der Ex-Präsident der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (jetzt Filmuniversität) und Dauergast beim MOP wurde als Nachfolger Gabriella Bandels ins Spiel gebracht. Bis spätestens Ende Februar will Saarbrücken die neue Personalie bekannt geben.

Von Ricarda Nowak

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