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Bärenhoffnungen für Brandenburg

Berlinale Bärenhoffnungen für Brandenburg

Das Studio Babelsberg sieht die deutsche Filmindustrie in einer Art „Wirtschaftskrieg“ mit der hochsubventionierten Konkurrenz aus Italien und Frankreich. Dabei hat der Bund seine Filmförderung gerade erst erhöht. Viel Diskussionsstoff für die am Donnerstag beginnende Berlinale.

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Brendan Gleeson und Emma Thompson in „Jeder stirbt für sich allein“.

Quelle: Marcel Hartman

Potsdam. Groß ist alljährlich das Gejammer, dass es erneut kein einziger deutscher Film in die Wettbewerbe der Festival in Cannes und Venedig geschafft hat. Die Berlinale dagegen galt bislang als sichere Bank. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Nur ein einziger rein deutscher Film geht ins Rennen um den Goldenen Bären, das Drama „24 Wochen“ der Newcomerin Anne Zohra Berrached. Trübe Stimmung kommt deswegen allerdings nicht auf. Berlinale-Chef Dieter Kosslick wird nicht müde zu betonen, dass insgesamt 72 deutsche Filme auf dem Festival laufen, allerdings 50 Werke davon in der Retrospektive. Da macht doch das Medienboard Berlin-Brandenburg einen sehr guten Schnitt: Zwei von der Förderinstitution unterstützte Filme laufen im Wettbewerb, 15 weitere im offiziellen Festivalprogramm.

Stefan Arndt, Chef von  X-Film

Stefan Arndt, Chef von X-Film.

Quelle: dpa

Der Trend geht zu internationalen Koproduktionen, wie Stefan Arndt meint. Der Potsdamer X-Film-Produzent zeigt im Wettbewerb die Bestseller-Verfilmung „Jeder stirbt für sich allein“ mit Emma Thompson, Brendan Gleeson und Daniel Brühl. „Das ist ein deutsches Thema, das in Deutschland – etwa im Landkreis Barnim – verfilmt wurde, auf Englisch und mit internationaler Besetzung“, so Arndt. Regisseur Vincent Perez habe einen Schweizer Pass, aber eine deutsche Mutter, die 1933 fliehen musste. „Wir müssen eine internationale Industrie werden“, erklärt Arndt und kündigt eine Initiative zum Thema an. Immerhin habe sich Deutschlands Filmbranche allmählich von Hollywood emanzipiert. Fest steht: Der Bund muss mehr Geld locker machen. Italien und Frankreich haben ihre Film-Förder-Etats in der vergangenen Woche erhöht. „Europa hat viele schöne Töchter! Man kann auch „Rom Station“ machen, anstatt „Berlin Station“,“ sagt Arndt in Anspielung auf die neue amerikanische Spionage-Serie, die derzeit in Potsdam-Babelsberg und Berlin entsteht. Angesichts der in Italien und Frankreich gerade erst erheblich aufgestockten Filmförderung befinde man sich in einem „Wirtschaftskrieg“, sagte Studio-Babelsberg-Vorstandschef Charlie Woebcken: „Deutschland muss nachlegen!“

Am Dienstag kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an, die Filmförderhöchstsumme von 250 000 auf bis zu eine Million Euro und das Höchstbudget von 2,5 Millionen zu verdoppeln. Zudem soll der zulässige Anteil der Fördersumme am Gesamtbudget auf bis zu 80 Prozent erhöht werden.

Medienboard fördert 17 Produktionen

17 Filme, die das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) gefördert hat, laufen im offiziellen Programm der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin, die am morgigen Donnerstag starten und bis 21. Februar dauern. Zwei mit MBB-Geldern unterstützte Beiträge – „Jeder stirbt für sich allein“ von Vincet Perez und „Soy Nero“ von Rafi Pitts – laufen im Wettbewerb um den Goldenen Bären.

Brandenburg hat seine Filmförderung aufgestockt. 8,1 Millionen Euro stehen in diesem Jahr zur Verfügung. 2015 waren es 7,5 Millionen Euro.

Mehr als 400 Filme laufen bei der Berlinale. Programm und Tickets unter www.ber.linale.de

Mit „Babylon Berlin“ steht Arndts nächstes X-Filme-Großprojekt bereits in den Startlöchern. Für die ambitionierte Krimiserie nach den Romanen von Volker Kutscher, bei der Tom Tykwer die Regie übernimmt, errichtet das Art Department des Studios die Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ auf mehr als 15 000 Quadratmetern im Potsdamer Medienkiez Babelsberg. Ende April soll das Set „drehfertig“ sein, kündigte Woebcken an. Zwölf Millionen Euro investiert das Studio in Grundstück und Bau der neuen Außenkulisse mit vier Alt-Berliner Straßenzügen sowie Ladenlokalen, Kneipen und Hinterhöfen. Das Wirtschaftsministerium förderte das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro. Zunächst sei geplant gewesen, oberhalb des Set-Erdgeschosses mit „grünen Wänden“ – für digitale Erweiterungen in alle Richtungen – zu arbeiten. Das wäre laut Woebcken teurer geworden, als die Fassaden konventionell hochzuziehen. 500 Tonnen Stahl werden für die Kulisse verbaut. Woebcken wünschte sich, dass nach „Babylon Berlin“ viele weitere Projekte in der „Neuen Berliner Straße“ ihre „Traum- und Spielwiese“ finden.

Von Claudia Palma und Ricarda Nowak

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