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Barack Obama – die Fotos

Fotografie Barack Obama – die Fotos

Solche Bilder vom Präsidenten durfte nur einer machen. Pete Souza war der Hausfotograf von Barack Obama. Das Berliner Museum „The Kennedys“ zeigt 65 zum Teil recht private Bilder.

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Privater Moment: Barack und Michelle Obama auf dem Weg zu einem Ball zur Amtseinführung des US-Präsidenten (2009).

Quelle: FOTOS: Pete Souza/THE WHITE HOUSE

Berlin. Alle schauen diskret zur Seite, doch die Kamera verewigt den privaten Moment. Ein Paar in festlicher Kleidung, sie trägt sein Jacket über den Schultern. Vermutlich ist es kühl in dem nüchternen Lastenaufzug, der die Beiden zum nächsten öffentlichen Auftritt bringen soll. Dieses Dokument gelang dem Fotografen Pete Souza bereits am 20. Januar 2009, dem ersten Tag der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama.

Die Bilder sind erstmals in Deutschland zu sehen

Zusammen mit 64 weiteren ikonischen Motiven aus acht Jahren Präsidentschaft ist das Bild jetzt, erstmals in Deutschland, im privaten Museum „The Kennedys“ ausgestellt. Der gleichnamigen amerikanischen Politikerdynastie ist eine Etage der einstigen jüdischen Mädchenschule im Berliner Scheunenviertel gewidmet. Die ehemaligen Klassenräume wurden zu intimen Kabinetten, zwei werden für die aktuelle Ausstellung „Obama - ein intimes Porträt“ genutzt.

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Es sind Bilder wie sie von Barack Obama nur einer machen durfte: Pete Souza. Der Hausfotograf des 44. Präsidenten der USA hat ihn während seiner gesamten Amtszeit begleitet und hatte im Weißen Haus auch Zutritt zu den Privaträumen der Familie. Die MAZ zeigt eine kleine Auswahl der Fotos, die derzeit im Museum The Kennedys in der Berliner Ackerstraße zu sehen sind.

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Steife Protokollbilder sind hier nicht zu sehen. Auch diplomatische Begegnungen, etwa mit Wladimir Putin, Papst Franziskus oder Angela Merkel werden in authentischen persönlichen Gesten dokumentiert.

John F. Kennedy und Barack Obama - was verbindet diese beiden wohl charismatischsten US-Präsidenten der jüngeren Zeit? Kennedy schuf Anfang der 60er Jahre das Amt des offiziellen Fotografen im Weißen Haus. Wie Obama später, nutzte er sein Familienleben bewusst zur öffentlichen Profilierung. So bekam das Private eine wichtige politische Dimension. Felix Tauche, Leiter des Museums: „Obama war der erste schwarze Präsident. Viele afroamerikansche Familien sind zerrrüttet. Den Obamas war es wichtig, ein vorbildliches intaktes Familienleben zu zeigen.“

Pete Souza lieferte das Material für Facebook und Instagram

Während zu Kennedys Zeiten der Fernsehapparat Einzug in die amerikanischen Haushalte hielt, sind es heute die sozialen Medien im Internet. Diesen Kanal der Öffentlichkeitsarbeit beherrschten Obama und sein Stab perfekt. Und Pete Souza lieferte das Material. Unter dem Kürzel „potus“ (President of the United States) gelangten auf Facebook und Instagram ausgewählte Bilder scheinbar spontan an die Öffentlichkeit. Dort können sie von jedermann kommentiert und weiter verbreitet werden. Aber auch wenn viele Fotos aktuell im schnelllebigen Internet verfügbar waren, Souza denkt in langfristigen Dimensionen: „Meine wichtigste Aufgabe ist es, ein historisches Bildarchiv dieser Präsidentschaft zu schaffen“.

Obama – An Intimate Portait

Die Ausstellung: bis 4. März 2018

im Museum „The Kennedys“,
Berlin, Auguststraße 11-13

Das Buch erscheint am 7. November im Verlag Little, Brown an Company. Eine deutschsprachige Ausgabe ist für das Frühjahr 2018 geplant.

Pete Souza, heute 63, war bereits ein erfahrener Fotoreporter, als Barack Obama ihm 2009 den Job des Cheffotografen im Weißen Haus anbot. Bereits Mitte der 80er Jahre, zu Ronald Reagans zweiter Amtszeit, war er Mitglied des regierungseigenen Fotografenteams gewesen. Anschließend arbeitete er viele Jahre als Bildjournalist für amerikanische Zeitungen und Magazine. Er fotografierte den Krieg im Kosovo und reiste vor dem amerikanischen Einmarsch auf eigene Faust nach Afghanistan. Im Auftrag einer Tageszeitung begleitete er 2008 den Präsidentschaftswahlkampf des jungen Senators Obama. Diese gemeinsamen Monate wurden zur Basis des gegenseitigen Vertrauens.

Mehr als tausend Flüge in der „Air Force One“

Hatte der Reporter seinen Traumjob gefunden? Einerseits genoss er unbegrenzter Zugang zu allen Amtsräumen des Weißen Hauses, wurde regelmäßig in den privaten Wohnbereich der Familie geladen und absolvierte mehr als tausend Flüge in der Präsidentenmaschine „Air Force One“. Doch der Preis für die Nähe war hoch: ständige Bereitschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit, und keine endgültige Kontrolle, welche Bilder an die Öffentlichkeit gelangten. Die Chronistenpflicht bedeutete auch, dass er kein einziges Bild in der Kamera löschen durfte, auch kein misslungenes. Etwa zwei Millionen Dateien sind jetzt auf den staatlichen Festplatten gespeichert. Sie werden erst nach zwölf Jahren vollständig öffentlich zugänglich gemacht, also von 2021 bis 2029. „Dann wird man sehen, dass ich nur ein mittelmäßiger Fotograf bin“, meint Souza.

Von Detlev Scheerbarth

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