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Kultur „Barry Seal“ – Tom Cruise mit Kokain gepudert
Nachrichten Kultur „Barry Seal“ – Tom Cruise mit Kokain gepudert
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00:00 06.09.2017
Endlich geschnappt: Diverse Gesetzeshüter haben zugeschnappt, allerdings wird Barry Seal (Tom Cruise) nicht in Handschellen bleiben. Dafür sorgt Bill Clinton. Quelle: Sony
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Hannover

Illegales bringt Bares, so schmuggelt der smarte Trans-World-Airlines-Pilot Barry Seal in den Siebzigerjahren unbekümmert kubanische Zigarren in die USA. Das bringt ihn wider Willen auf die Beschäftigtenliste der CIA, deren Südamerika-Aufträge (Spionageaufnahmen und Waffenlieferungen an die Konterrevolutionäre in Nicaragua) er dann an das lohnenswertere Nebengeschäft eines Drogenschmugglers für das Medellin-Kartell koppelt. Doug Limans neuer Film „Barry Seal“ ist die Geschichte eines Atem beraubend charmanten Luftikus, der durch diesen swingenden Film tanzt wie vom Glück geküsst. Bis die Quittung kommt.

Die Wahrheit ist geschönt – Tom Cruise sieht besser aus

„Wahr“ soll das selbstverständlich sein, wie fast alles, was Hollywood derzeit jenseits von Marvel und DC ins Kino bringt. Die Wahrheit ist freilich geschönt. Der echte Barry Seal war feist, wurde von Pablo Escobar „fetter Mann“ genannt.

Tom Cruise ist dagegen schlank, sexy, lässt gleich zweimal seinen immer noch knackigen „Mond“ aus der Hose und ist zudem komisch wie lange nicht, wenn er mit dem breitesten Lächeln der Welt seinem tragischen Ende entgegen fliegt (es gibt wahrlich waghalsige Fliegerstunts zu sehen!), seine vielen Taschen voller Dollars im Wald vergraben muss und zwischendurch auch mal von Kopf bis Fuß mit Kokainpuder bestäubt, vor dem Zugriff der Behörden davonradelt. Als man ihn endlich geschnappt hat, die Staatsanwältin sich wie ein Henker vor ihm aufbaut, kommt ein Anruf vom Gouverneur von Arkansas (der spätere US-Präsident Bill Clinton) und – husch-husch – Barry Seal ist noch einmal ein freier Mann.

„Barry Seal“ ist Cruise’ bester Film seit langem

Tom Cruise ist hier mal keine Actionfigur, er kann weit mehr, das hat er seit „Rain Man“ (1988) immer wieder bewiesen, sei es für Stanley Kubrick, Oliver Stone, Steven Spielberg oder Paul Thomas Anderson. Sein neues Abenteuer ist großes Kino, besser als „Mission: Impossible“ und viel viel besser als „Jack Reacher“, ist zudem die vernüglichste bewegte Ausstellung von Cruise‘ ewiger Jugendlichkeit bisher. Das tut gut, sah er doch zuletzt in seinem Horror-Mumpitz „Die Mumie“ ziemlich alt aus.

Von Matthias Halbig / RND

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