Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Baumveteranen im Klima-Stress

Forschungsprojekt soll Gehölzen in historischen Parks helfen Baumveteranen im Klima-Stress

Kein prima Klima: Der Pflanzenwelt in den historischen Parks in Berlin und Brandenburg ist es sommers zu warm und trocken, winters zu mild. Besonders Eschen, Rotbuchen und Eichen leiden und werden geschädigt. Um für den Klimawandel gerüstet zu sein, startete am Freitag ein Forschungsprojekt, es wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit 350 000 Euro gefördert.

Voriger Artikel
James Bond kämpft für die BBC
Nächster Artikel
Wilcos neues Album gratis und legal zum Downloaden

Dieser Baum ist nicht mehr zu retten: Norbert Kühn von der Technischen Universität Berlin vor den Resten einer im Sturm umgefallenen Buche im Park Glienicke.

Quelle: Foto: MAZ/Angelika Stürmer

Berlin. „Sehen Sie“, sagt Michael Rohde und zeigt auf eine Linde mit braunen Blättern im Park Glienicke, „sie ist hin.“ Unweit steht eine Zerreiche mit lichter Krone, die bloß noch ein Krüppel ist. Ein starker Wind hat ihr einen Teil des Stammes weggebrochen.

Nicht nur diese beiden machen dem Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Sorgen. Rohde ist Herr über 750 Hektar historischer Parks, wo mehr als 100 000 Bäume stehen – davon 20 000 alte mit einem Durchmesser von 1,5 Metern. Immer mehr leidet die dortige Pflanzenwelt. Sommers ist es ihr zu warm und zu trocken. Die Winter werden milder und feuchter, was Pilze begünstigt, die Eschen und Rosskastanien schädigen. Probleme macht nun auch der Bockkäfer, der aus Asien kommt, sowie der Eichenprozessionsspinner.

Und dann noch die Wetterextreme wie Stürme. Stress für die grünen Geschöpfe. Bäume sind große Lebewesen, die auf all dies sensibel reagieren. Besonders betroffen sind Ulmen, Eschen, Rotbuchen, Eichen. Wie viel vom Baumbestand ist bereits erkrankt? „Es gibt noch keine genauen Zahlen“, so Rohde.

Um für den Klimawandel gerüstet zu sein, startete jetzt ein neues Forschungsprojekt, das am Freitag vorgestellt wurde. Es wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit 350 000 Euro gefördert. Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin – Partner ist die Schlösserstiftung – wollen in den nächsten drei Jahren die Auswirkungen der Klimaveränderungen für die Gehölze in den Anlagen von Sanssouci, Schloss Charlottenburg, Park Babelsberg und Rheinsberg analysieren, Versuche an Pflanzen vornehmen. „Es geht auch um die Revitalisierung von Altbäumen. Und wir wollen die Nachpflanzungen in den Gärten befördern“, sagte Norbert Kühn, TU-Fachgebietsleiter im Bereich Landschaftsarchitektur. So sollen künftig Substrate verwendet werden, damit ein junges Bäumchen ja anwächst, was schwieriger geworden ist.

„Parks sind Kunstwerke. Wir können nicht plötzlich eine Baumart ändern“, so Rohde. Aber statt Buchs ließen sich Stechpalme, Heidelbeere und Berberitze anpflanzen, was im Herbst auf einer Versuchsfläche in Charlottenhof geschieht.

Von Angelika Stürmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?