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Behörden-Wörterbuch: Mit "Kontrollprostituierten" durch den Dschungel

Buntes Behörden-Wörterbuch: Mit "Kontrollprostituierten" durch den Dschungel

Unwörter gibt es einige in der deutschen Sprache. Sie traten aber wohl selten so geballt auf, wie in einem neuen Behörden-Wörterbuch. Obwohl zuerst abschreckend, könnte das Wissen über "Personenvereinzelungsanlagen" durchaus eine Million Euro wert sein.

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Jede Menge Unwörter und sperrige Begriffe - trotzdem kommt beim Lesen des Behörden-Wörterbuchs keine Langeweile auf.

Quelle: Soeren Stache

Berlin. Es ist von "Dauergrünland" und "feindlichem Grün" die Rede:

Langenscheidts neues "Unwörterbuch Behördisch" ist ein Ausflug in den Dschungel des deutschen Beamtensprechs. Die Verlagsgruppe möchte eine unterhaltsame Schneise in dieses Dickicht schlagen - der Leser schwankt dabei irgendwo zwischen gerunzelter Stirn und aufgestellten Nackenhaaren.

 

Mit dem Wissen über "Formgebrechen" oder "Personenvereinzelungsanlagen" sind in diversen Quizshows aber sicherlich hohe Gewinne möglich. Die gut lesbaren Erklärungen trockener Begriffe werden in dem Büchlein immer wieder von Quiz-Einschüben und Karikaturen aufgelockert.

Im Zentrum stehen aber die abwechslungsreichen Erläuterungen der Behördensprache, bei denen Autorin Barbara Kreißl sich alle Mühe gibt, trotz sperriger Worte keine Langeweile aufkommen zu lassen. So erfährt derjenige, der sich bis "K" durchgekämpft hat, auch, was eine österreichische "Kontrollprostituierte" ist. Nämlich eine "Sexarbeiterin", die ihrem Job nach den gesetzlichen Bestimmungen nachgeht und ihre Gesundheit regelmäßig untersuchen lässt: "Sie besitzt eine sogenannte Kontrollkarte."

Das Behörden-Wörterbuch setzt Langenscheidts Unterhaltungssparte fort: So gibt es seit einigen Jahren unter anderem ein Wörterbuch mit dem Namen "Chef-Deutsch/ Deutsch-Chef" oder ein Nachschlagewerk zum Ärzte-Kauderwelsch von der Verlagsgruppe.

Nun stellt sich trotzdem die Frage, wer sich in seiner Freizeit freiwillig mit "Restmüllbehältervolumenminderung" und Ähnlichem beschäftigen möchte. Der Amtsträger, der das kleine Lexikon zum 30. Dienstjubiläum als Gag geschenkt bekommen hat? Vielleicht. Ob das "Unwörterbuch Behördisch" dem Normalbürger aber wirklich eine Hilfe auf den Pfaden deutscher Beamtenkultur ist, müsste ein ausführlicher Praxistest in amtlicher Umgebung erst noch beweisen.

 

Literatur:

 

Unwörterbuch Behördisch, 128 Seiten, Langenscheidt Verlag München, 5,99 Euro in Deutschland, ISBN-13: 978-3-468-73875-3

dpa

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