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Kultur Kendrick Lamar liefert musikalischen Machtbeweis
Nachrichten Kultur Kendrick Lamar liefert musikalischen Machtbeweis
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00:30 09.03.2018
Kendrick Lamar bei den Brit Awards 2018 im Februar. Quelle: dpa
Berlin

Als es zwischen zwei Songs kurz vorm Überschnappen ist, dirigiert Kendrick Lamar das Publikum wie ein Vater sein wohlerzogenes Kind. Er blickt starr in die Masse, seine ausgestreckten Hände bewegen sich langsam auf und ab, die klassische Komm-mal-runter-Geste. Die Fans beruhigen sich wie befohlen, um dann, als die Musik wiederbeginnt, die bestellte Ekstase zu liefern.

Es ist kaum zu unterscheiden, was am Montagabend beim Konzert in der Berliner Mercedes-Benz-Arena mehr begeistert: Die Virtuosität des Künstlers oder die des Publikums? Beim ersten Song, „DNA“, auch bei den Megahits „Loyalty“ und „Humble“, nehmen es Tausende mit dem Tempo des Hochgeschwindigkeitsrappers auf. Die komplexen Reime in den Strophen sind so deutlich zu hören wie der Refrain.

Zwischendurch ertönen „Kendrick, Kendrick“-Sprechchöre, als der nächste Beat einsetzt, machen ein paar hundert Fans auf Heavy-Metal-Moshpit und pogen im Kreis. Begeisterung, die selbst begeistert und so angemessen ist wie all die Auszeichnungen für den elffachen Grammy-Gewinner. Es ist nun mal so: Kendrick Lamar ist der beste Rapper der Welt. Und die 90 Minuten am Montagabend beweisen, dass er auch genreübergreifend ein großer Künstler ist.

Der Aufbau der Bühne bricht mit allen Dicke-Hose-Klischees des Hip Hop. Kendrick Lamar steht ganz alleine da, er tigert zwischen den Songs über eine eingerahmte Fläche, die so groß ist wie ein Bolzplatz. Es überwiegt das, was fehlt. Da sind keine ihn bezirzenden Gogo-Girls, auch in den Videos auf der Leinwand tauchen sie nicht auf, keine Sportwagen – auch nicht der gelbe Lamborghini, der neulich bei den Brit Awards auf der Bühne zertrümmert wurde und mit einem Glaskasten in Flammen aufging.

Die eigentliche Show ist, wie virtuos Lamar seine von Gesellschaftskritik durchsetzten Texte zelebriert. Seine Autorität spürbar, in seiner zerfetzten weißen Kutte wirkt er wie ein Guru. Er wechselt mühelos zwischen pfeilschneller Performance und gefühlvollem Groove. Als er ganz am Ende sein Publikum mit „God“ in die Nacht entlässt, sind sich alle einig – für den Rap ist Kendrick Lamar selbst so etwas wie ein Gott.

Von Maurice Wojach

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