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Kultur Hommage an den Berserker
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19:29 22.02.2018
Die Schauspieler Lars Rudolph und Henry Hübchen bei der Premiere von „Partisan“ Quelle: dpa
Berlin

Partisan und Parmesan, „dit jeht nich“, macht Henry Hübchen klar. Wer sich ein Stück in der Volksbühne anschaut, kann danach nicht einfach mit Freunden noch schnuckelig was essen gehen. Abgesehen davon, dass nach so einem siebenstündigen Bühnenbohei wie Castorfs Vision des „Faust“ eh nur noch die Dönerbude umme Ecke was zu bieten hätte. Aber die Volksbühne als Volksbühne gibt es ja nun eh nicht mehr. Dass das, was da unter der 25 Jahre währenden Intendanz Frank Castorfs passierte, noch immer viele Fans hat, zeigte die Berlinale-Premiere der Dokumentation „Partisan“ am Mittwochabend im Kino International. Beglückt waren die Zuschauer im rappelvollen Saal, als neben Henry Hübchen auch Alexander Scheer und Herbert Fritsch zum Doku-Team um die Regisseure Lutz Pehnert, Matthias Ehlert und Adama Ulrich auf die kleine Bühne vor der Leinwand stießen. Großer Zuspruch beim Publikum, viele tolle Momente, Erinnerungen, heftige Szenen, Kresnik, Schlingensief, dazu Interviews mit den Castorf-Stars Sophie Rois, Kathrin Angerer, mit Martin Wuttke, Marc Hosemann, Hendrik Arnst, Hübchen, Fritsch, Scheer und der klugen Souffleuse Christiane Schober und Technikern.

Castorf kommt in der Doku gut weg

Es ist eine Hommage an Frank Castorf geworden, die erstaunlich kritikfrei bleibt. Klar, tobt der Berserker mal an seinem Regiepult, und ja, einige der Interviewten geben zu, so ihre Kämpfe mit ihm gehabt und gute Gründe für zeitweilige Ausstiege aus dem Castorf-Clan zu haben. Aber am Ende waren sie wieder vereint, sitzen auf dem Sofa im holzvertäfelten Foyer und erzählen in schwärmerischem Ton von ihrem Volksbühnen-Leben, das forderte und überforderte und zusammenschweißte.

„Die meinen irgendwas verdammt ernst. Aber was?“

Trotzdem ist „Partisan“ beileibe nicht nur für eingefleischte Volksbühnen-Jünger, die - am liebsten in der ersten Reihe sitzend - den Dreck, der über die Bühne geschleudert wurde (das ist jetzt bitte nicht sinnbildlich zu verstehen), ins Gesicht geklatscht haben wollten. Die klügste Zusammenfassung der Ära Castorf liefert Alexander Scheer gleich zu Beginn. Er habe als 16-Jähriger in der Volksbühne Castorfs Variante von Schillers Räubern gesehen und blieb so fasziniert wie ratlos: „Die meinen irgendwas verdammt ernst. Aber was?“

W
ährend der Berlinale ist „Partisan“ zu sehen am 25. Februar um 13 Uhr im CineStar am Potsdamer Platz. Danach kann der Film am 3., 5. und 10. März, jeweils um 19.30 Uhr, im Kino Babylon Mitte angeschaut werden

Von Karen Grunow

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