Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Schwule Filme, was soll das sein?
Nachrichten Kultur Schwule Filme, was soll das sein?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 22.02.2018
Maurice Wojach guckt Filme – bis die Augen eckig sind. Quelle: Maurice Wojach
Anzeige
Berlin

Nichts hat meine Oma so verachtet wie Brennnesseln. Sogar im Zoo störte sie sich an dem Unkraut, dabei schien der Tiger mit dem Wildwuchs im Gehege keine Probleme zu haben. Meine Oma aber stieß mit der Zunge ihre unvergesslichen Empörungsschnalzer aus, am liebsten wäre sie im Sonntagskostüm selbst mit der Hacke ins Revier der Raubkatze gestiegen. Was das mit der Berlinale zu tun hat? Es heißt, das Festival leide unter Wildwuchs. Zu viele Sektionen mit zu vielen Filmen und zu wenig Profil. Da täte eine ordnungsliebende Oma sicher gut, oder etwa nicht?

Alle bisher erschienen Kolumnen

– Teil 5: Eine Ode an das Eiskonfekt

– Teil 4: Porno oder Popcorn: Diese Filme passen zu Ihnen

– Teil 3: Auch Idioten dürfen inspirierend sein

– Teil 2: Pattinson, der ewige Posterboy?

– Teil 1: Hundefilme? Ich muss draußen bleiben

Tatsächlich krankt die Berlinale aber nicht daran, dass sich die Anzahl der Filme in den vergangenen Jahren karnickelgleich vermehrt hat. Das Problem ist der Drang, sie sortieren zu wollen. Meine küchenpsychologische Diagnose: Dieter Kosslick und sein Team leiden unter Schubladophilie. Alles muss einen Namen tragen und gut sortiert sein. Es gibt 14 Sektionen, ihre Titel sind so rätselhaft wie ihre Selbstbeschreibung. „Das Anliegen des Panorama ist“, steht da, „weltweit neue Impulse im gegenwärtigen Zeitstrom und filmischen Schaffen aufzuspüren und diese im Programm-Spektrum abzubilden.“ Nanu, das erklärt einiges. Also werden Filme, die sich durch ihre Impulslosigkeit auszeichnen, einfach an den Wettbewerb weitergereicht?

– MAZ-Spezial zur Berlinale: www.MAZ-online.de/berlinale

Einfacher ist da die Einteilung nach Themen. Ein Film über einen Koch – ab ins kulinarische Kino. Ein indigenes Volk kämpft ums Überleben seiner Kultur – ganz klar, dann muss der Film in die „NATIVe“-Reihe, guckt eh keiner. Die Schubladophilie ist leider ansteckend. Ich habe mal neben einem Besucher gesessen, der meinte, der gerade gesehene Forum-Film über zwei Männer, die sich exzessiv lieben und hassen, gehöre doch ins Panorama, weil es ein Schwulenfilm sei. Filme sollten aber, egal ob mich die abgebildete Lebenswelt direkt angeht oder nicht, eine universelle Wirkung haben.

Gerade erst habe ich einen indonesischen Film namens „Sekala Niskala“ gesehen und bewundert. Es geht um ein Zwillingspaar auf Bali, der Junge ist todkrank, seine Schwester leidet unter dem Abschied. Rituelle Tänze und Landschaftsaufnahmen verbildlichen die Schwermut. Ich finde so etwas schnell esoterisch, diesmal nicht, ich habe geflennt. Was für ein wunderschönes Werkt. Es lief in „Kplus“, der Untersektion der Übersektion „Generation“ – ist höchstoffiziell also ein Kinderfilm. Dabei geht es um Leben, Tod, Trauer, Tod, Identität. Der Film hätte in jeder Sektion funktioniert und die höhere Aufmerksamkeit, die er im Wettbewerb erhalten hätte, voll verdient.

Von Maurice Wojach

Die Hälfte der Berlinale ist vorbei – die Verleihung der Bären rückt näher. Ob Joaquin Phoenix einen Preis bekommt, ist natürlich noch völlig unklar. Am Dienstag hat er aber schon mal einen preiswürdigen Auftritt hingelegt: lässig und cool. Und ein Schwein spielte an diesem Tag auch eine große Rolle.

22.02.2018

Es wird eine große Schau: Das Museum Barberini zeigt bis Juni Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Skizzenbücher von Max Beckmann. Für die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“ wurden 112 Leihgaben nach Potsdam geholt.

22.02.2018

Als grummeliger Bert aus der Sesamstraße brachte er zahlreiche Kinder zum Lachen. Hollywood-Größen wie Christopher Lee und Michael Caine lieh er in Kinoklassikern seine Stimme. Nun ist der beliebte Synchronsprecher und Schauspieler Christian Rode im Alter von 81 Jahren gestorben.

22.02.2018
Anzeige