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Bernhard Aichner stellt Thriller-Bestseller in Potsdam vor

Krimi live Bernhard Aichner stellt Thriller-Bestseller in Potsdam vor

Bernhard Aichner ist derzeit der erfolgreichste deutschsprachige Autor. Seine Thriller „Totenfrau“ und „Totenhaus“ finden nicht nur in Deutschland, sondern weltweit reißenden Absatz. Doch eigentlich fasziniert den Österreicher das Thema Tod. Was ihn daran so reizt, erzählt er am 14. April in Potsdam im MAZ-Mediastore.

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Bernhard Aichner

Quelle: Aichner

Potsdam.
“Ich habe eine schöne Rachegeschichte geschrieben, die die Leser auf die Seite der Mörderin zieht“, freut sich Bernhard Aichner im MAZ-Interview. Sein Buch „Totenfrau“ verkaufte sich im Hardcover bisher mehr als 150 000 Mal und wurde in zwölf Sprachen übersetzt. Der Österreicher gilt derzeit als erfolgreichster Exportschlager der deutschsprachigen Literatur. Die Fortsetzung „Totenhaus“ wird er morgen im MAZ-Mediastore vorstellen.

Aichner unterscheidet sich von allen vorangegangenen Krimi-Autoren unserer Lesereihe „Krimi live“, da seine Spannungsliteratur ganz ohne Detektiv- oder Kommissar-Figur auskommt. Im Mittelpunkt steht Antiheldin Brunhilde Blum. Sie war mal eine redliche Geschäftsfrau und liebevolle Mutter. Doch dann wird ihr Mann heimtückisch getötet und sie startet sie einen skrupellosen Rachefeldzug. Als Bestattungsunternehmerin fällt es ihr nicht schwer, Leichenteile in fremden Särgen verschwinden zu lassen. Als bei einer Exhumierung zwei Köpfe und vier Hände ans Licht kommen, muss Frau Blum die Flucht ergreifen. Abstruse Zufälle verschlagen sie in einen Hotelkomplex im Schwarzwald, der seit 20 Jahren leer steht und die morbide Kulisse für diesen Thriller abgibt.

Bernhard Aichner hat sich mit Leib und Seele dem Thema Tod verschrieben. Auch ein Leichen-Plastinator und ein sadistische Happeningkünstler gehören zum handelnden Personal. Blutige und eklige Grausamkeiten werden von ihm emotionslos in kurzen Sätzen erzählt. Bei Dialogen verzichtet Aichner auf jede erzählerische Ausschmückung und listet die wörtliche Rede hinter Spiegelstrichen auf. So hat der Leser das Gefühl, direkt mitzuhören.

Diese Nüchternheit steigert das romantische Pathos, das alle Szenen trägt. Im letzten Drittel nimmt die Handlung noch einmal dramatisch an Fahrt auf.

Beim Schreiben von „Totenrausch“, dem noch nicht erschienen Finale der Trilogie, hört Aichner die Musik von Ludovico Einaudi. Die zuckersüßen Akkorde und einfach gebauten Stücke des italienischen Komponisten, die bei keinem Klavierschüler-Vorspiel fehlen, inspirieren ihn zu eingängigen Stimmungsbildern. Das Artifizielle, das Konstruierte ist sein Metier.

 

Lesung: Donnerstag, 14. April, 19 Uhr. Bernhard Aichner liest aus „Totenhaus“. MAZ-Mediastore, Friedrich-Ebert-Straße 85/86. Potsdam.

Von Karim Saab

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