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20:18 25.03.2019
Joseph Parsons ist wieder mit seiner Band unterwegs. Quelle: Christian Schirbort
Potsdam

Bezwingend. Nicht anders kann die sonore Erzählstimme von Joseph Parsons genannt werden. Intonation und Kraft nehmen gefangen. Prägen sich ein. Noch dazu entwickelt Parsons, aufgewachsen und Pennsylvania und Louisiana, eine Bühnenpräsenz, die sich ebenso tief einprägt. Dabei pendelt der Songwriter, der in Deutschland lebt, mit seinen grandiosen Begleitern an Gitarre, Bass und Drums gekonnt zwischen zupackenden Rock-Nummern und verspielteren Stücken. Zu viert bringt es die Band auf ihrem aktuellen Album „Digging For Rays“ einen reizvoll flirrenden Sound. Mal treibend, mal nachdenklich in akustischer oder elektrischer Ausstattung.

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Herz und Seele tun sie gut – die Lieder von Sophie Zelmani. Seit langer Zeit schon. Bewundernswert ist, mit welch anhaltender Klasse die Songwriterin aus Schweden seit über zwei Dekaden ihre traumhaft gesponnenen Geschichten unters Volk bringt. Angesiedelt zwischen Folk und Pop – und immer bereit, sich weitere Nuancen zu erschließen. Dieses Mal gehören Flöten, Vocoder und Streicher dazu. Ein romantischer Feingeist. Sophie Zelmani singt am Montag, dem 1. April, um 21 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Tempelhof.

Sophie Zelmani: Sunrise. Oh Dear Recordings/Universal.

Zudem hat Parsons noch einen feinen Kniff auf Lager: Der Musiker, der mit Projekten wie Hardpan (mit den Kollegen Chris Burroughs, Terry Lee Hale und Todd Thibaud) auf sich aufmerksam machte, führt den Zuhörer einmal im Kreis. Parsons startet mit „Wide Awake“ seinen Lieder-Reigen und beschließt ihn mit „Hellwach“, der deutschen Version dieses Songs. Das hat beträchtlichen Charme. Denn es sind immer auch Lieder voller Reflexionen. Warm wie die lang ersehnten Sonnenstrahlen im Frühling.

The Breath aus Großbritannien Quelle: Duncan Elliott

Sie lässt die Worte strömen – Rioghnach Connolly. Die Sängerin und Flötistin aus Nordirland wagt sich mit dem Gitarristen Stuart McCallum aus Manchester weit hinaus. Musikalische Grenzen sind dazu da, überschritten zu werden. Darin sind sich beide – sie bilden den Kreativ-Kern von The Breath – einig. Rioghnach Connolly hat dies bereits mit dem Afro Celt Sound System deutlich gemacht. Bis dahin hatte es wohl keine so verrückte weltmusikalische Verschränkung von keltischem Folk, afrikanischem Trommelfeuer und Trance-Rhythmen gegeben. Mit Stuart trägt die Sängerin mit der klaren, biegsamen Stimme auf ihrem gemeinsamen zweiten Album „Let The Cards Fall“ hochmelodische, weit ausgreifende, nicht selten wehmütige Lieder vor. Dichte, nahezu hymnische Gedankenarbeit über das Leben zu zweit und die Fährnisse, denen die Gefühlswelt der Menschen ausgesetzt sind. Über den Überlebenskampf des jüdischen Philosophen und Kulturkritikers Walter Benjamin, über die Massengräber im County Galway, die jene bergen, die die große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts nicht überlebten, und auch über uralte irische Sagengestalten wie die Königin Macha. Magische Songs. Irgendwo im weiten Feld von Folk, Kammermusik, Jazz und Global Sounds angesiedelt. Eine Wohltat.

Die Konzerte: Joseph Parsons und Band spielen am Dienstag, dem 26. März, um 20 Uhr im Bornholm II in Berlin-Prenzlauer Berg. The Breath treten am Freitag, dem 29. März, um 20 Uhr im Auster-Club in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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