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Bilder des Fotografen Mohamad Al-Roumi aus Syrien, wie es einmal war, in Berlin

Ausstellung Bilder des Fotografen Mohamad Al-Roumi aus Syrien, wie es einmal war, in Berlin

Der 1945 in Aleppo geborene Fotograf Mohamad Al-Roumi hat seine Heimat Syrien, so abgelichtet, wie sie vor dem Krieg war. In der Ausstellung „Kontrast Syrien“ im Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel sind seine sehenswerten Aufnahmen jetzt zu betrachten. Er zeigt den beschwerlichen Alltag der Syrer, aber auch die schönen Seiten des Landes.

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Besucher im Pergamonmuseum vor Bildern des Fotokünstlers Mohamad Al-Roumi. Sie zeigen die nordostsyrische Provinz der 90er-Jahre.

Berlin. Wer heute an Syrien denkt, hat vor allem Bilder der Zerstörung und des Leids vor Augen: Städte in Trümmern, Menschen auf der Flucht, schießende Soldaten. Aber es gibt – oder gab – auch ein anderes Syrien. Der Fotograf Mohamad Al-Roumi hat lange vor dem Krieg den Alltag im Nordosten des Landes festgehalten. Die Bilder sind nun unter dem Titel „Kontrast Syrien“ im Berliner Pergamonmuseum zu sehen.

Ordnung im Beduinenzelt (1982)

Ordnung im Beduinenzelt (1982)

Quelle: Mohamad Al-Roumi, Meyar Al-Roumi i

Dabei ist der Titel angesichts der Kriegsbilder schon fast irreführend: Der Kontrast besteht nicht etwa in einer Gegenüberstellung von einer vergangenen heilen Welt und dem kriegsversehrten Syrien von jetzt . Vielmehr sind es die Kontraste, die es auch schon vor dem Krieg gab. Al-Roumis Bilder zeigen auch die hässlichen Seiten eines Alltags, der auch schon früher für viele Syrer alles andere als leicht war. Etwa das Bild „Tor der Armut“, das 2008 in Damaskus entstand: Ältere Männer sitzen auf einer verschmutzten Straße, ihre Habe in Plastiktüten neben sich.

Das schöne Syrien fängt Al-Roumi etwa mit dem Bild „Quell des Lebens“ (1990) ein, das Menschen beim Wasserschöpfen am Euphrat zeigt. Die Menschen sind zwar in der Bildmitte, aber erscheinen klein – eigentlich nur ein Nebenaspekt. Im Mittelpunkt steht der Euphrat, der ruhig dahinfließt wie seit Tausenden von Jahren, unbeeindruckt von Krieg und Tod.

Eine armenische Autowerkstatt in Aleppo

Mohamad Al-Roumi wurde 1945 in Aleppo geboren und wuchs in Tell Abiad, einer kleinen Steppenstadt in Mesopotamien, auf. Dort machte er auch seine ersten Fotos. „Mit 14 Jahren verließen wir Tell Abiad. In meinen Erinnerungen lebt noch die kleine, von Quellen umringte Steppenstadt als ein Mosaik von Religionen und Ethnien: Kurden, Turkmenen, Jesiden, Syrer, Araber und Armenier.“

Gerade die Armenier haben es ihm angetan: „Sie waren bekannt für ihre Fähigkeiten im Metallhandwerk und betrieben Werkstätten für landwirtschaftliche Maschinen. Ich verdanke ihnen meine Liebe zum Handwerk und zu den technischen Aspekten der Fotografie.“ Al-Roumi widmet ihnen ein Bild in der Schau: Es zeigt eine armenische Autowerkstatt in Aleppo.

Einer der wichtigsten Fotografen Syriens


Der in Paris lebende Fotograf Mohamad Al-Roumi wurde 1945 geboren und wuchs in Tell Abiad im syrischen Mesopotamien auf. Der multiethnische Charakter der Region prägte ihn ebenso wie die Kultur der dort lebenden Nomaden. Er absolvierte als Maler die Hochschule der Schönen Künste Damaskus und wandte sich früh der Fotografie zu. Er gilt als einer der wichtigsten Fotografen Syriens der Gegenwart.

Die Berliner Ausstellung „Kontrast Syrien“ wurde in Zusammenarbeit mit der Kulturerbe-Organisation Syrian Heritage Archive Project organisiert und vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Zu sehen ist die Schau bis 9. Oktober: Freitag bis Mittwoch 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10– 20 Uhr, Pergamonmuseum, Museumsinsel Berlin, Bodestraße 1-3.

Obwohl Al-Roumi seit vielen Jahren in Paris lebt, ist seine Heimat immer noch ein Schwerpunkt seines künstlerischen Werks. Mittlerweile gilt er als einer der bedeutendsten Fotografen Syriens der Gegenwart. 2012 war er zum letzten Mal dort und musste erleben, wie sehr der Krieg das Land schon geprägt hatte. „Ich war dort zur Beerdigung meines Neffen, der erschossen worden war.“ Seine Heimat Mesopotamien sei nun unter Kontrolle der Terrormiliz IS und Al-Kaida-naher Milizen.

Von den schönen Motiven Syriens, die Al-Roumi festgehalten hat, wurden inzwischen viele zerstört. „Das macht mich sehr traurig“, sagt der Künstler. „Auf vielen aktuellen Bildern sieht man Trümmer. Aber in den Trümmern sieht man auch Menschen, deren Leben weitergeht. Und solange diese Menschen die Energie und die Hoffnung haben, dass Syrien wieder aufgebaut werden kann, habe auch ich noch Hoffnung.“

Al-Roumi erinnert an Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: „Ich freue mich, dass ich diese Ausstellung in Berlin machen kann. Deutschland war 1945 auch zerstört, aber die Menschen haben es wieder aufgebaut. Ich glaube, dass das auch in Syrien möglich ist.“

Von Axel Büssem

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