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Kultur Das Glamour-Gejammer
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18:25 26.02.2018
Maurice Wojach guckt Filme – bis die Augen eckig sind. Quelle: Maurice Wojach
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Berlin

Die Berlinale eignet sich bestens, um in die verworrene Seele des Deutschen zu blicken. Was können wir noch besser als Fußball, Autos, Bier und Krieg? Ich steigere die Spannung und formuliere es als mathematische Formel: Kritik – Mut = ??? Jawohl, nörgeln! Oder: motzen, meckern, maulen.

Versagt George Clooney dem Filmfest mal für ein Jahr sein Nespresso-Lächeln, wimmert es von den Dächern: Wo bleibt der Glamour-Faktor? Kosslick hat versagt – wie immer! - weitere Übeltäter sind die Konkurrenz aus Cannes und dieser verdammte Februar. Wer mag schon schulterfrei über den roten Teppich spazieren, wenn Graupel auf die Haut fällt?

Alle bisher erschienenen Kolumnen

– Teil 5: Eine Ode an das Eiskonfekt

– Teil 4: Porno oder Popcorn: Diese Filme passen zu Ihnen

– Teil 3: Auch Idioten dürfen inspirierend sein

– Teil 2: Pattinson, der ewige Posterboy?

– Teil 1: Hundefilme? Ich muss draußen bleiben

In der Manier eines Mathelehrers verweist so manch besorgter Berlinale-Betrachter zurzeit wieder auf den Glamour-Faktor. Aber was soll das sein, und wenn es denn ein Faktor ist, womit wird er multipliziert? Zur Eröffnung gab es zumindest eine beachtliche Addition zu bestaunen: Bill Murray + Tilda Swinton + Bryan Cranston + Greta Gerwig + Jeff Goldblum. In der Summe ergab das die Klage, es kämen ja immer dieselben Stars. Putzigerweise erklingt in Jahren mit gesteigertem Glamour-Faktor eine ähnliche Klage: Die vielen Stars überdecken, wie schwach der Wettbewerb ist! Schwacher Qualitätsfaktor?

– MAZ-Spezial zur Berlinale: www.MAZ-online.de/berlinale

Glamour heißt ja Glanz – und glänzen können wir auch alleine. Am hellsten scheinen ohnehin die selbstentdeckten Stars und nicht die aus Gala, Bunte und Promiflash. Zum Beispiel vom plötzlichen Ruhm geschmeichelte Jungschauspieler, die in der Kinderfilm-Sektion von Berliner Schulklassen zum Autogrammschreiben verdonnert werden und daran schnell Gefallen finden. Oder nie gehörte Namen aus Fernost, die in bewegenden Bildern Gesichter bekommen, die sich einbrennen. Nicht selten sind diese Schauspielerinnen und Schauspieler in ihren Heimatländern Superstars. Und glänzen – das können die auch.

Lesen Sie auch:

Teil 6: Der ärgerlichste Film der Berlinale
Teil 7: Schwule Filme, was soll das sein?
Teil 8: Warum ich gerne harte Kost kaue

Von Maurice Wojach

Soul kommt aus Spanien. Oder – etwas abwegiger – aus Finnland. Als Tummelplatz macht sich derweil auch Kopenhagen ganz prächtig: Von dort kommen nämlich D/troit. Ein Fünfer, der dieses Genre verwegen durchbuchstabiert. Unmöglich zu glauben, dass die Jungs eben erst ihr Debütalbum aufgenommen haben. Beinahe.

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