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Kultur Björk verzückt Berlin
Nachrichten Kultur Björk verzückt Berlin
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08:06 03.08.2015
Björk in der Zitadelle in Spandau. Quelle: dpa
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Berlin

Wer Björk sehen will, muss mittlerweile ins Museum gehen. Das Museum of Modern Art in New York widmet sich ihrer multimedialen Klangkunst, die als Popmusik kaum mehr zu erkennen ist. Für eines ihrer seltenen Konzerte besuchte die isländische Sängerin am Sonntagabend die Zitadelle Spandau in Berlin – und zwar ganz in rot.

Auf der Bühne trägt Björk ein enges rotes Kleid, nach vorne mit umgeschlagenem Samtstoff, dazu rote Plateaustiefel. Die Leinwand hinter ihr zeigt die Isländerin ganz in Gelb, wie sie sie in einer rauen Landschaft steht. Die doppelt Björk – eines von vielen Geschenken, das die Ausnahmesängerin ihren völlig entwöhnten Fans am Sonntagabend in der ausverkauften Zitadelle Spandau macht. Vor zwei Jahren war sie mal für einen Festival-Auftritt in Berlin, Einzelkonzerte in Deutschland sind absolute Rarität. Dass die Fans den Besuch der Musikerin als Privileg verstehen, wird von Anfang deutlich. Als Björk an ihrem Streichorchester vorbei nach vorne tritt, ist es als hätten 10.000 Menschen gleichzeitig einen Schatz entdeckt.

Die Verzückung hält an, weil Björk trotz der gewohnten Sperrigkeit ihrer Stücke, die eher multimediale Inszenierungen denn Popsongs sind, die Spannung hält und herrlich zappelig und entrückt über die Bühne tanzt. Sie spielt vor allem Songs von ihrem neuen Album „Vulnicura“, dazu mit „Army of Me“ sogar so etwas wie einen Hit, allerdings in einer sehr eigenen, fast spröden Version. Spröde ist sonst aber nichts an diesem Abend, an denen die Streicher begleitet von in die Luft schießenden Flammen spielen, das Publikum zwischendurch in lilafarbenen Rauch verschwindet und Björk ihren zwischen schmerzhaft schönen Werken sehr putzig vor sich hin kichert. Ein sehr besonderer Abend.

Von Maurice Wojach

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