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07:20 27.03.2018
Ehern und wertbeständig ist der Metal, den Zakk Wylde und seine Black Label Society schmieden. Quelle: Justin Reich
Potsdam

Dreh dich nicht um, der Sensenmann geht um! Und das hat wohl immer eine gewisse Endgültigkeit. Nur nicht für den grimmen Schnitter. Eher für jene, die Gevatter Tod auf seinen weiten Reisen aufsucht. „Grimmest Hits“ hat Zakk Wylde nun das aktuelle Album seiner Black Label Society genannt. Worauf er auch auf die so genannten letzten Dinge zu sprechen kommt und auf Abschiede voller Schmerz. Den erst 19-jährigen Gitarristen hatte Ozzy Osbourne einst in seine Band geholt. Wylde zeigte sich mit brachialer und unverwechselbarer Saiten-Kunst erkenntlich. Ohne allerdings je seine eigenen Projekte zu vernachlässigen. Begeisternd schmutzige Riffe und feiste Soli, plus psychedelische Anleihen und Southern Rock. Viel Spaß hat Gevatter Tod übrigens im CD-Heftchen: im Waschsalon, beim Pool-Billard und natürlich wenn er seine Sense schärft.

Ein großer König regiert das Land Avatar. Quelle: Promo

So neigt euch tief und so weit es geht. Vor dieser herrlichen Majestät. Glorie ihm und den Seinen. Denn der Herrscher des Landes Avatar scheint ein Mann von uneingeschränkter Macht – so beschreibt es die Band aus Schweden. Eigentlich proklamiert die Truppe ihr eigenes Königreich. Und verwertet so ziemlich alle Spielarten des Metal. So bahnt sich eine stählerne Lokomotive ihren Weg durch den Süden der USA. Oder ist gar Australien?

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Dann steigt er himmelhoch, der Gesang: Mehrstimmig und mächtig. Grandios in seinem Pathos: Nicht nur einmal. Denn Heavatar reizen die Kontraste mit Geschick aus. Klargesang, wüstes Grollen oder Heldentenor. Alles schön umrahmt vom Jubel-Soli der Gitarren, von Drum-Gewittern und stampfenden Riffs. Stefan Schmidt, Gründer von Van Canto und auf der Siebensaiter zu Hause, will mit seinen Mitstreitern gar eine Metal-Sinfonie abliefern. Dafür werden dann Beethoven, Mozart, Chopin und weitere klassische Komponisten belehnt.

Heavatar: Opus II – The Annihilation. Earmusic/edel.

Ladies an die Macht: Bei Octopus aus Detroit malträtiert Frontfrau Marsha Marjieh ganz gehörig ihre Kehle. Während um sie herum alles explodiert, in Rauch aufgeht, es in vielen Farben wabert. Allen voran die herrlich ausgeflippt dröhnende Hammondorgel. Der ja seit den Tagen von Deep Purple der Stammplatz im Hard Rock genau so wenig streitig zu machen ist wie jenem von psychedelischen Substanzen befeuerten Wildwuchs. Das Quintett schlägt sich durch schwere See. Ein groovendes Monster-Debüt, das ganz, ganz viel Freude macht.

Octopus: Supernatural Alliance. Rice Above/Soulfood.

Sodann preschen einige Stücke in der Tradition des New Wave Of British Heavy Metal voran. Souverän gestreift werden Trash und Melodic Metal bis hin zu progressiven Ausflügen. Wer achtet schon auf Grenzen? Höchstens auf die des Königsreichs. Avatar, die fünf Göteborger, zeigen Sinn für Größe, Drama und Schwung.

Die Konzerte: Black Label Society spielen Mittwoch, dem 28. März, um 20 Uhr im Huxleys in Berlin-Neukölln. Avatar gastieren am Mittwoch, dem 3. April, um 20 Uhr im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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