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Black Velvet – kein Wort, nirgends

Festival des osteuropäischen Films Black Velvet – kein Wort, nirgends

Tag vier beim diesjährigen Festival des osteuropäischen Films in Cottbus: Aus dem Rahmen fällt im Wettbewerb vor allem der ukrainische Beitrag „Black Level“ von Valentyn Vasyanovych. Es ist ein Film ohne Dialoge.

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Der ukrainisch Beitrag „Black Level“ von Valentyn Vasyanovych.

Quelle: promo

Cottbus. Er wird für die Ukraine ins Rennen um den Auslandsoscar gehen: „Black Level“, der dritte Abendfüllende Spielfilm des ukrainischen Regisseurs, Dokumentarfilmers und Ex-Fotografen Valentyn Vasyanovych. Auf dem Cottbuser Filmfestival konkurriert er im Spielfilmwettbewerb mit elf anderen Beiträgen. Vasyanovych porträtiert darin einen Fotografen kurz vor seinem 50. Geburtstag: Den ganzen Tag hält Kostya in seinem Studio Menschen mit der Kamera fest – und wird damit zum Dokumentaristen für die glücklichsten Momente im Leben der Anderen. Sein eigenes Dasein aber, hält nicht viel Schönes für ihn bereit: Sein Vater sitzt gelähmt im Rollstuhl, seine Freundin, ein Model, verlässt ihn und auch die Katze kehrt nach einem Arztbesuch nicht mehr in die Wohnung zurück. Als dann auch noch der Vater stirbt, bricht für Kostya eine Welt zusammen.

Kreative, stimmungsvolle Bilder

Das alles zeigt Valentyn Vasyanovych in kreativen und stimmungsvollen Bildern, die er oft ohne Schnitte in einem Stück dreht: So übt der Fotograf im engen Flur seiner Wohnung klettern und hat sich eigens dafür Griffe an die Wände montiert. Auch befestigt Kostya den Rollstuhl seines Vaters an Eisenketten, die an zwei Bäumen hängen und schaukelt den Alten daran wild hin und her. Mit Szenen wie diesen empfiehlt sich Vasyanovych zwar als einer der eigenwilligsten Bewegtbildmacher der diesjährigen Cottbuser Filmschau, jedoch gibt es ein großes Minus für die Dialoge. Auf die verzichtet er nämlich komplett, was mächtig irritiert.

Blick durchs Schlüsselloch

Das Publikum darf wie durchs Schlüsselloch Kostyas Leben begaffen. Was in ihm vorgeht, erfährt es nicht. Selbst in der Szene, als seine Freundin ihn verlässt, muss der Zuschauer draußen bleiben: Das ehemalige Paar sitzt im Auto, der Schneeregen prasselt herab, die Münder und Lippen bewegen sich. Im Kinosaal herrscht Stille, bis auf das Platschen des Schnees auf die Windschutzscheibe.

Nicht allen scheint das zu missfallen: Im July hat „Black Level“ den Preis des Verbandes der Internationalen Filmkritiker beim Festival in Odessa gewonnen. Die Jury in Cottbus wird am Samstagabend den diesjährigen Gewinner bekannt geben.

Von Barbara Breuer

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