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Kultur Blues in permanenter Prüfung
Nachrichten Kultur Blues in permanenter Prüfung
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11:39 06.11.2018
Tauchen ein in den Blues und kommen an ganz anderer Stelle wieder heraus: Mojo Makers. Quelle: Bjorn Pierri Enevoldsen
Potsdam

Die holen ihre Fans gleich von Anfang an ab: die Mojo Makers. Ihr Sänger Kasper Osman schont seine Stimmbänder nicht. Ein paar Ladys zeigen, wie viel Soul und Gospel in ihren Kehlen steckt. Sonst gibt es einen weichen, doch zwingenden Bandsound. Sodann stromern die Dänen durch mitternächtliche Straßen. Zum eigentümlichen Raunen der Slide-Gitarre passen auch ein paar Sitarklänge. Die hochgelobte Band aus Kopenhagen kommt nicht los vom Blues. Aber nur, weil man ihn liebt und lebt, lässt die Truppe ihn aber nicht unangetastet. Der Vierer unterzieht den Blues einer permanenten Prüfung. Baut ihn mit orientalisch anmutender scheppernder Percussion und Dub-Bässen um – bis die Gitarren in ihren Soli jubelnd endlich ihr Recht erhalten. Überhaupt: Die Band entwirft eine furiose Dynamik in ihren Stücken. Die auch davon lebt, wie überzeugend und smart Wechsel und Verschmelzung von akustischer und elektrischer Kooperation inszeniert wird. Man steigt nie zweimal in den selben Fluss, sagt der Philosoph. Wie die Mojo Makers.

Murat Ertel, Chris Eckman und Hugo Race (v.l.) sind jetzt Dirtmusic in Istanbul. Quelle: Jaka Babnik

Dirtmusic – einst Trio, nun zum Doppel aus Chris Eckman und Hugo Race zusammengeschnurrt – strecken wieder einmal ihre Fühler aus. Hatten Eckman – bekannt als Anführer der Walkabouts, von zahlreichen Sologängen und zunehmend als Produzent – und Race, der Australier, anfangs ihr Verständnis von Country und Rock mit dem unglaublichen Trance des Desert-Blues der Band Tamikrest aus Mali vermählt, gehen sie nun den nächsten Schritt. Es wird in dieser künstlerischen Selbstbefragung viel geraunt, an Loops und Beats gebastelt.

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The Liminanas haben tief in die Kiste gegriffen: Ein paar echte, rare, weil bislang verstreute Perlen herausgekramt: Marie trommelt und Lionel kennt sich mit Gitarre, Bass und Tasteninstrumenten aus. Wie auch in Musikgeschichte. Denn das Duo aus Frankreich wandelt gefährlich amüsant und mit großem Geschick zwischen ganz verschiedenen Sounds. Jenen, wie wir sie aus den Spaghetti-Western kennen und lieben. Jenen, die chansonhaft und charmant die Sechziger aufrufen, E-Gitarren samt barockem Anstrich erhalten. Und jenen, die nach Beat und Garagen-Rock duften. The Liminanas spielen am Sonnabend, dem 17. November, um 19 Uhr beim Puschenfest im Festsaal Kreuzberg.

The Liminanas: I’ve Got Trouble In My Mind Vol. 2. Because Music.

Nur diesmal in Istanbul, wo die beiden auf Murat Ertel trafen. Einer der Pioniere der türkischen Psychedelik-Szene, Mitglied von Baba Zula und exzellenter Saz-Spieler. Auf dem aktuellen Album „Bu Bir Ruya“ erschaffen sie mit weiteren Gastmusikern und Sängern ein verwirrend schwebendes, von Bässen, Lauten und Gitarren getriebenes, vielschichtiges Etwas. Funk, Rock und Experiment in Fusion. Und reflektieren über Lebensumstände der Menschen in einer Welt des Aufruhrs.

Die Konzerte: Die Mojo Makers treten am Mittwoch, dem 7. November, um 22.30 Uhr im Quasimodo in Berlin-Charlottenburg auf. Dirtmusic spielen am Sonntag, dem 11. November, um 22.30 Uhr im Quasimodo.

Von Ralf Thürsam

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