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Kultur „Blutapfel“: Krimi-Lesung am Donnerstag
Nachrichten Kultur „Blutapfel“: Krimi-Lesung am Donnerstag
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14:30 11.02.2016
Till Raether, von Hause aus Journalist, verbindet Spannung, Humor und genaue Beobachtung. Quelle: PR
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Potsdam

Dass ein Krimi spannend ist und am Ende auch noch eine unerwartete Wendung nimmt, das kann der Leser erwarten. Till Raether gelingt aber deutlich mehr. Er würzt die Handlung, die Schauplätze und Figuren mit so viel Mutterwitz und liebevollem Spott, dass sich seine heitere Grundstimmung rasch auf den Leser überträgt.

Lesung in Potsdam

Till Raether, 1969 in Koblenz geboren, wuchs in Berlin auf. Zuletzt war er stellvertretender Chefredakteur bei der Frauenzeitschrift Brigitte. Seine Kolumnen-Duelle mit Elke Heidenreich machten ihn bekannt.

„Treibland“, sein erster Krimi, erschien 2014 bei Rowohlt. Die Figur von Kommissar Adam Danowski führt auch in „Blutapfel“ (2015) die Ermittlungen.

Lesung mit Till Raether: Donnerstag, 19 Uhr, MAZ-Media Store, Friedrich-Ebert-Straße 85, Potsdam.

Dabei fühlt sich Hauptkommissar Adam Danowski eigentlich ziemlich ausgepowert. Um den ganzen Stress in Job und Familie zu bewältigen, muss er Achtsamkeitsseminare besuchen. Seinem Antrag auf Teilzeit und Versetzung in den Innendienst wurde von der Dienststelle bereits stattgegeben. Ein bisschen wehmütig ist er auch, als es zum letzten Mal heißt: einen Mord aufklären. Ein Berufspendler wurde im Elbtunnel im Autostau erschossen. Und da Danowskis Frau bald das Amt einer Schuldirektorin am Stadtrand antreten wird, recherchiert der Kriminalist auch in eigener Sache: Wie wäre es, in der „Hainapfelsiedlung“ eines der bezahlbaren Reihenhäuser zu erwerben? Die Zierapfelbäume und Baumarkttüren treffen aber nicht ganz seinen Geschmack.

„Steuobstwiese! – Das ist doch die Kombination vom Besten, was es gibt, frisches Obst und duftende Wiesen, und Streuen ist sowieso eine der schönsten Tätigkeiten, die es gibt, streu, streu, das ist doch herrlich“, schwärmt seine Frau. Danowski sieht das anders: „Er dachte an Tumore, Bomben und Gerüchte, er war aber auch wirklich ein alter Miesepeter“, heißt es einmal. Danowksi begegnet seinen Kollegen, der Behörde und dem Kleinbürgertum mit liebevollem Spott und einem selbstironischen Altherren-Augenzwinkern.

Mit Spaß an rhetorischen Finessen und starken Bildern erzählt Till Raether in „Blutapfel“, wie ein deutscher Kommissar hier und heute leben könnte. Gewandt und scheinbar mühelos reiht er Ideen an Pointen. Eine Nachbarin lässt er plötzlich „ungläubig schnaufen, als hätte sie jemand gefragt, ob aufgetaute Fischstäbchen sich gut als Lesezeichen eignen“. Trotz solcher effektvollen Formulierungen versandet der dramaturgisch klug gebaute Roman niemals in kabarettistischem Flachwasser.

Auch die Nebenfiguren entwickeln vitalen Charme. Dabei spielt Raether gern mit Klischees. Seine Kollegin Meta Jurkschat ist unentwegt mit ihrem Pferdeschwanz beschäftigt. Und sein alter Kollege Finzi, der als Wachkomapatient ein Pflegeheim hütet, scheint mehr zu wissen als gedacht. Harmlos, provinziell und weltvergessen ist die Geschichte trotzdem nicht: Eine Kriegsveteranin vom amerikanischen Geheimdienst zieht auch noch ihre Fäden. Und wie eng heutzutage gesellschaftliche Realitäten und virtuelles Internet miteinander verzahnt sind, das zeigt dieser Krimi obendrein.

Von Karim Saab

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