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Brandenburg schwimmt gegen den Strom

Lange Nacht der Museen Brandenburg schwimmt gegen den Strom

Eine Lange Nacht der Museen wie sie in Berlin seit Jahren erfolgreich veranstaltet wird, gibt es im Land Brandenburg nicht. Alternativen gibt es hingegen schon – gleich mehrere. Über das Jahr verteilt bekommen die Märker mehr als nur eine Lange Nacht.

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Hell beleuchtet: das Alte Museum in Berlin. 95 Häuser öffneten bei der Langen Nacht 2013 unter dem Motto „Junge Wilde und Alte Meister“ ihre Häuser.

Quelle: dpa

Potsdam. „Guten Morgen, Berlin, du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau“, singt der Berliner Peter Fox in seinem Lied. Was für ihn mehr eine Ode an die Stadt ist, ist für manche Realität. Doch es gibt eine Lösung für die, die ihre Stadt lieber bunt als düster sehen möchten. Eventmanager, die mit Festivitäten das Grau und die „müden Gestalten im Neonlicht“ verjagen.

Die 19. Lange Nacht der Museen

Am heutigen Samstag ist es wieder soweit. Zur 19. Langen Nacht der Museen lassen über 77 Häuser der Kultur die Stadt erstrahlen und hauchen ihr für einen Abend Stil und Anmut ein. Ein Konzept, das funktioniert. Nachdem Berlin als Vorreiter 1997 erstmals eine Nacht mit Kultur-Hopping durchzechte, übernahmen unter anderem auch Frankfurt am Main, Weimar und Kassel das Konzept. Auch in Bratislava und in Buenos Aires wird die „Noche de los Museos“ veranstaltet. Eine Museumsnacht als Imagepolierer? Klingt absurd. Ebenso scheint es Potsdam zu sehen: Die Stadt braucht keine Imagepflege.

Potsdam genießt einen guten Ruf – nicht zuletzt wegen der Schlösser und Gärten. Die Stadt gleicht einem kulturellem Erholungsort. Trotzdem hat sich Potsdam 2001 an einer gemeinsamen Langen Nacht beteiligt. Etwa weitere Imageaufbesserung? Anlässlich des 300. Krönungstages des ersten preußischen Königs, Friedrich I., öffneten das Potsdamer Filmmuseum, das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und der Buga-Park ihre Türen. Sogar Brandenburger Museen in Bad Liebenwerda, Finsterwalde, Frankfurt (Oder) und in Prenzlau beteiligten sich. Wieso wurde das nicht wiederholt? Fehlte den Beteiligten der lange Atem? Oder vielmehr aus Trotz?

Potsdam ist nicht Berlin

„Potsdam ist mit Berlin nicht zu vergleichen“, sagt Christine Homann, Pressesprecherin der Stadt Potsdam. Die Größe, das Verkehrsnetz, die Kultureinrichtungen sowie die Zahl der Bewohner und Touristen unterscheiden sich deutlich. Und auch für Alexander Sachse vom Museumsverband Brandenburg funktioniert das Berliner Großstadtkonzept der Langen Nacht für einen ländlichen Raum wie Brandenburg nicht. „Ein Bustransfer zwischen den Museen des Landes rechnet sich finanziell nicht“, so Sachse weiter. Sigrid Sommer, Pressesprecherin des Filmmuseums, ist der Ansicht, dass es durch die hohe Veranstaltungsdichte in der Landeshauptstadt nicht sinnvoll erscheint, eine Lange Nacht zu veranstalten. Die Umland-Berliner profitieren hier von der Nähe zu Berlin. Eigeninitiative ist in diesem Sinn überflüssig. Sieht sich Potsdam im Grunde nur als Vorstadt von Berlin?

Berlins Lange Nacht der Museen

Highlight aus über 700 Events: Mit einem Picknick können sich Besucher um 16 Uhr auf der Museumsinsel einstimmen.

In arabischer, deutscher und englischer Sprache führen syrische und irakische Flüchtlinge durch das Pergamonmuseum (Bodestraße 1-3, 10117 Berlin) und durch das Deutsche Historische Museum (Unter den Linden 2, 10117 Berlin). Beginn der Führungen: 18.30 Uhr.

Im Haus der Zukunft/Futurium dreht sich alles um die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Ab 18 Uhr am Alexanderufer 2, 10117 Berlin

Die Tickets kosten 18 und 12 Euro. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Die Tickets gelten ab 18 Uhr, sowie für alle die Shuttle-Busse und den öffentlichen Nahverkehr (Tarif ABC, 15-5 Uhr).

Info: www.lange-nacht-der-museen.de

Nein, Potsdam hatte den Mut, etwas anderes zu kreieren. Schon im Winter sind die Märker „unterwegs im Licht“. Dann leuchten die Gebäude der Potsdamer Innenstadt, es spielt Musik – grauer Winter adé. Nicht mal die Dörfler und Kleinstädter des dünn besiedelten Brandenburger Umlands müssen kulturell verhungern. Sie sind sogar „Feuer und Flamme für unsere Museen“. Auf elf Routen können die Brandenburger die Vielfalt der märkischen Museen entdecken – von der Prignitz bis nach Elbe-Elster. Die Nacht zum Tage machen können auch die Spreewälder. Zur Lichtnacht schlängeln sich Dutzende Kähne durch den dann mystisch leuchtenden Wald – begleitet von sphärischer Musik. Und Frankfurt Oder trumpft mit einer „Kurzen Nacht der Museen“auf. Nur sechs Kultureinrichtungen beteiligen sich. Die kleine Zahl garantiert zumindest eine Stippvisite in jedes Museum. Denn wer kann sich in einer Nacht mehr als 70 Museen anschauen? Peter Fox kennt sich aus, wenn er singt: „Du bist nicht schön und das weißt du auch.“

Das Land Brandenburg hat erfolgreich andere Veranstaltungsformate eingeführt. Welche für mehr Zeit, als nur eine Nacht. Kleiner, aber bodenständiger. Formate, die Brandenburger in vollen Zügen genießen können.

Von Lisa Neumann

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