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Kultur Brandenburg soll Haltung zeigen
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01:15 11.11.2018
Die Intendantin des Potsdamer Hans-Otto-Theaters. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Noch sind es nicht sehr viele. Das Potsdamer Hans-Otto-Theater ist dabei. Das Kinder- und Jugendtheater Piccolo in Cottbus ebenfalls. Und Neue Bühne Senftenberg und Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst auch. Ziemlich sicher ist aber zumindest: Auch in Brandenburg wird es eine „Erklärung der Vielen“ geben, ein Statement von Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen gegen „rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen“ in der Gesellschaft.

Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen

Damit wird sich Brandenburg einer Initiative anschließen, die am Freitag in vier Bundesländern startet, um ein gesellschaftspolitisches Signal zu setzen. „Wir – die Unterzeichnenden – zeigen gemeinsam Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt und verpflichten uns, aktiv dafür zu arbeiten“, heißt es in der Ankündigung der Aktion. Initiativen dazu haben sich bereits in Berlin, Hamburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen gegründet. Ziel sei es, bundesweit „Aktionen, Veranstaltungen und Diskussionen“ anzuregen, um eine Vernetzung der Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu erreichen, die sich gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung und „für eine gerechte, offene und solidarische Gesellschaft“ engagieren.

Brandenburger Erklärung kommt

In Brandenburg laufen die Vorbereitungen derzeit noch an. Das Hans-Otto-Theater ist nach Auskunft von Intendantin Bettina Jahnke dabei, gemeinsam mit Einrichtungen in Brandenburg eine „Potsdamer Erklärung“ zu erarbeiten. „Wir unterstützen die Kampagne ,Die Vielen’, weil wir nicht nur auf der Bühne Haltung zeigen, sondern auch im direkten gesellschaftlichen Diskurs“, so Jahnke gegenüber der MAZ.

AfD nimmt das Piccolo-Theater in Cottbus ins Visier

Mit dabei sein wird auf alle Fälle das Cottbuser Piccolo-Theater, kündigt Matthias Heine, der stellvertretende Chef des Kinder- und Jugendtheaters an. Die Cottbuser Einrichtung ist derzeit besonders sensibilisiert, nachdem die AfD im Potsdamer Landtag kürzlich in einer Kleinen Anfrage wissen wollte, aus welchem Grund das Theater vom Land gefördert wird. Anlass war das vom Bund Deutscher Amateurtheater mit dem Sonderpreis für „Demokratietheater“ ausgezeichnete Stück „KRG – Eine Heimatbetrachtung“. Ein Stück, das der AfD offenbar nicht gefällt. Denn in der Beschreibung heißt es: „Stell dir vor, es ist Krieg – nicht irgendwo weit weg, sondern hier in Europa. Die demokratische Politik ist gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wer kann, flieht in den Nahen Osten. In ein ägyptisches Flüchtlingslager.“ Ein Stück also, das bewusst versucht, einen Perspektivenwechsel zu inszenieren.

Landesmuseum fordert mehr als eine Erklärung

Die AfD hat angekündigt, die Kulturförderung im Land insgesamt zu hinterfragen. Ein verdeckter Angriff auf die Freiheit der Kunst? „Die Kunst bleibt frei“, heißt es jedenfalls in der Berliner Erklärung der Vielen. Welche Kultureinrichtungen sich in Brandenburg noch an der Initiative beteiligen werden, wird sich in den kommenden Tagen klären. Auf jeden Fall die Neue Bühne Senftenberg, sagt Sprecher Friedrich Rößiger. Ebenso das Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus und Frankfurt (Oder). „Bei einer Erklärung allein darf es aber nicht bleiben“, sagt Museumsdirektorin Ulrike Kremeier. Eine bessere Vernetzung und eine inhaltliche Positionierung der Einrichtung sei notwendig. Grundsätzlich positiv sieht man das Vorhaben auch beim Potsdam-Museum. Auch das Staatstheater Cottbus will sich an der Erklärung beteiligen. Manche Einrichtung zögert noch. Aber es ist ja noch Zeit. Als Veröffentlichungstermin der Potsdamer Erklärung ist dem Vernehmen nach derzeit der 1. Februar geplant.

Hinter der Berliner Erklärung werden unter anderem das Theater Hebbel am Ufer, die Berliner Festspiele, der Friedrichstadtpalast, die Berlin Biennale, die Deutsche Oper, die Akademie der Künste, der Deutsche Bühnenverein, der Deutsche Kulturrat und das Maxim-Gorki-Theater stehen.

Von Mathias Richter

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