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Kultur Brandenburgs Schlösser sind gefragt
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18:42 27.02.2018
Insgesamt 25 Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten am Schloss Rheinsberg. Quelle: Peter Geisler
Potsdam

Für Hartmut Dorgerloh, den Chef der Stiftung Schlösserstiftung Berlin-Brandenburg, steht der wichtigste Satz im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD in Zeile 8088: „Der Masterplan für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten soll weitergeführt werden“, zitierte er gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017 in Potsdam freudig aus dem Vertragwerk. Das bedeutet: Es gibt gute Chancen, dass sich der Zustand der mehr als 700 Bau- und Gartendenkmale, die die Stiftung verwaltet, sich in den kommenden Jahren nicht wesentlich verschlechtern wird.

Mehr Besucher in Brandenburg

Zur Freude der Besucher, die die Schlösserlandschaft Jahr für Jahr nach Berlin und Brandenburg lockt. Im vergangenen Jahr waren es mit 1,57 Millionen allerdings 41 344 weniger als 2016. Das ist ein Rückgang um 2,56 Prozent, der aber mit Minus 10,5 Prozent vor allem Berlin traf. Dort war das Alte Schloss Charlottenburg wegen Sanierungsarbeiten bis zum Herbst des vergangenen Jahres geschlossen. Dafür strömten die Touristen nach Brandenburg. Nach Potsdam kamen 11 896 Besucher mehr als im Vorjahr. Die übrigen märkischen Schlösser verzeichneten ein Plus von 6052 Besuchern (plus 6,05 Prozent), was vor allem auf die Wiedereröffnung von Schloss Königs Wusterhausen zurückzuführen ist.

Ein zweiter Masterplan

Dass die Schlösser einigermaßen in Schuss sind, liegt vor allem an einem Sonderinvestitionsprogramm, das die beiden Länder gemeinsam mit dem Bund für die Jahre 2008 bis 2017 verabredet hatten. 48 Baumaßnahmen wurden seitdem umgesetzt. Kostenpunkt: 165 Millionen Euro. Damit wurden unter anderem die Decke zwischen Grotten- und Marmorsaal im Neuen Palais im Schlosspark Sanssouci restauriert. Weitere 400 Millionen Euro sollen nun über einen zweiten Masterplan zwischen 2018 und 2030 in den Erhalt der historischen Bauten fließen. Rund 60 Projekte sollen damit in Angriff genommen werden, allein 25 in den kommenden fünf Jahren. Dazu zählt unter anderem die Restaurierung von Innenräumen im Schloss Babelsberg.

Die Schlösserstiftung in Zahlen

Trotz Besucherrückgang hat die Stiftung mit 15,5 Millionen Euro leicht mehr an Eintrittsgeld kassiert als 2017 (15,2 Millionen Euro).

Staatliche Zuschüsse und Spenden eingerechnet hatte die Stiftung 2017 insgesamt 80 Millionen Euro zur Verfügung. Der Unterhalt der Gebäude, Investitionen und Personalkosten schlugen mit insgesamt 77,7 Millionen Euro zu buche.

Das neue Sonderinvestitionsprogramm (2018 bis 2030) hat ein Volumen von 400 Millionen Euro. Vom Bund kommen 200 Millionen Euro, Brandenburg zahlt 131 Millionen Euro, Berlin 69 Millionen Euro.

Mit dem Geld aus dem ersten Masterplan wurden dort seit 2013 bereits Decken und Fassaden wieder aufgemöbelt. Das Ergebnis konnte während der Pückler-Ausstellung im vergangenen Sommer begutachtet werden. Nun kommen die ersten Innenräume dran. Ebenfalls finanziert wurde mit dem Geld die Sanierung von Schloss Rheinsberg, ein Vorhaben das insgesamt 25 Jahre dauerte. Schloss Cecilienhof wird seit 2016 saniert. Bis Mitte kommenden Jahres soll alles fertig sein. Offen ist allerdings bislang noch, ob ein neuer Pächter für das Hotel gefunden werden kann.

Los gehen soll die Bauarbeiten noch in diesem Jahr am Schlosstheater am westlichen Rand des Parks Sanssouci. Das Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Gebäude genügt den heutigen Brandschutzvorschriften bei Weitem nicht. Außerdem muss das Theater von den Spuren eines giftiges Holzschutzmittels gereinigt werden. Bis 2019 soll alles fertig sein.

Pfaueninsel macht dicht

Wieder zu besichtigen sein wird in dieser Saison die Turmgalerie des Orangerieschlosses. Seit 2014 hatten die Restauratoren den Mittelbau des Schlosses im Park Sanssouci in der Mache, um den Dachbereich wieder auf Vordermann zu bringen. Ende vergangenen Jahres waren sie damit fertig. Geschlossen wird dafür ein anderes Bauwerk. „Wer das Schloss auf der Pfaueninsel noch mal sehen will, hat noch Zeit bis zum 20. August“, kündigte Dorgerloh gestern an. Danach werden Fassaden, Dächer und Türme des ehemalige Refugium Friedrich Wilhelms II. komplett saniert.

Ausstellung zu 1918

Zu den Höhepunkten im Veranstaltungsprogramm der Schlösserstiftung zählt in diesem Jahr neben der Schlössernacht (17. und 18. August) die Ausstellung Kaiserdämmerung. Vom 16. Juni bis zum 12. November wird es im Neuen Palais um den Übergang von der Monarchie zur Republik im Jahr 1918 gehen.

Von Mathias Richter

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