Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Brandenburgs Schlösser verlieren an Attraktivität
Nachrichten Kultur Brandenburgs Schlösser verlieren an Attraktivität
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 14.03.2019
Im vergangenen Jahr kamen rund 1,54 Millionen Gäste in die Einrichtungen der Stiftung in Berlin und Brandenburg. Quelle: Bernd Settnik/dpa (Symbolbild)
Potsdam

Brandenburgs preußisches Kulturerbe verliert an Attraktivität bei den Touristen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die in der Region 30 Museumsschlösser verwaltet, musste in den vergangenen zehn Jahren einen Besucherrückgang um 20 Prozent verkraften. Das räumte der neue Generaldirektor der Stiftung, Christoph Martin Vogtherr, am Montag bei der Jahrespressekonferenz in Berlin ein.

„Das ist ein mittelfristiger Trend, dem wir uns stellen müssen“, so Vogtherr. Als Ursache sieht der seit knapp einen Monat auf der Position des Generaldirektors arbeitende Kunsthistoriker einen „grundlegenden Wandel der Besuchergewohnheiten im Tourismus“. Der typische Kulturtourist sei nicht mehr der klassische Bildungsbürger. Viele Besucher hätten andere Interessen. Konsequenz für die Schlösserstiftung: „Wir müssen attraktiver werden.“

Im vergangenen Jahr kamen rund 1,65 Millionen Gäste in die Einrichtungen der Stiftung in Berlin und Brandenburg. Das ist ein Minus von 1,87 Prozent. Die größten Verluste verzeichnete die Stiftung bei den Schlössern in Brandenburg. Nach Rheinsberg kamen rund 14 Prozent weniger Gäste als 2017, nach Caputh zehn Prozent weniger. Königs Wusterhausen musste einen Rückgang um knapp zwölf Prozent hinnehmen, Oranienburg um etwas mehr als zehn Prozent. Vor allem für diese Schlösser müssten neue Vermarktungskonzepte entwickelt werden, um den Besucherrückgang zu stoppen, sagte Vogtherr.

Beim Tourismusverband Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) ist man leicht verwundert über den Trend. Denn die Anzahl der Urlauber, die nach Brandenburg kommen, steigt seit Jahren. Im vergangenen Jahr besuchten insgesamt 5,12 Millionen Touristen das Land – so viele wie noch nie. Und laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 kommen 52 Prozent aller Gäste wegen der kulturellen und historischen Angebote in die Mark. Nach dem erhofften Naturerlebnis (59 Prozent) ist das offenbar der zweitwichtigste Grund für eine Reise nach Brandenburg. Warum die Schlösserstiftung davon nicht profitiert, lasse sich schwer erklären, sagt TMB-Sprecherin Birgit Kunkel.

In Brandenburger Kulturministerium sieht man den Trend mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Schlösserstiftung sei über Jahre hinweg das alleinige Zugpferd für den märkischen Kulturtourismus gewesen, sagt Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Mittlerweile seien zahlreiche Konkurrenten dazugekommen, wie zum Beispiel das Museum Barberini in Potsdam mit seinen hochkarätigen Ausstellungen. „Damit kommen zwar mehr Kulturtouristen nach Brandenburg, aber sie verteilen sich eben auf mehrere Einrichtungen“, so Breiding.

Für die Schlösserstiftung bedeutet das, dass sie ihr eigenes Angebot verbessern muss. Mit dem in diesem Jahr anlaufenden Sonderinvestitionsprogramm von Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg in Höhe von 400 Millionen Euro sollen die maroden Schlösser weiter saniert werden. Außerdem will Stiftungs-Chef Vogtherr neue Vermittlungsformen finden, die sich auf die speziellen Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen konzentrierten. Wer nach Königs Wusterhausen komme erwarte etwas anderes als internationale Touristen in Sanssouci. „Wir müssen für alle Gruppen eine zeitgemäße Sprache finden“, sagte Vogtherr.

Von Mathias Richter

Lachen ist gesund – das wissen auch Häftlinge und Personal eines osthessischen Gefängnisses. Deshalb haben sie Ende letzten Jahres ein Witzebuch herausgebracht. Eigentlich war das Buch nur ein Projekt nebenbei, jetzt nimmt es allerdings deutlich größere Dimensionen an.

11.03.2019

Ein Feind und Kriegsgefangener wird im England der Nachkriegszeit zum Fußballstar: Marcus H. Rosenmüller verkitscht die Geschichte des Torwarthelden „Trautmann“ (Kinostart am 14. Februar).

11.03.2019
Kultur Siebtes Soloalbum „Inferno“ - Robert Forster – Wie ein Vogel ohne Schwarm

Der australische Singer-Songwriter Robert Forster singt auf seinem siebten Soloalbum „Inferno“ über das Leben in Zeiten des Klimawandels. Der sensible, melancholische Sound der Go-Betweens, seiner alten Band, ist immer noch präsent.

10.03.2019