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Kultur „Bridge of Spies“ mit Trophäen-Chance
Nachrichten Kultur „Bridge of Spies“ mit Trophäen-Chance
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19:15 19.04.2016
Klaus Darrelmann (l.) und Marcus Bensch auf dem Gelände von Studio Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Ein unaufgeräumtes Büro kann goldwert sein. 2014 fiel Markus Bensch, Location Manager im Filmstudio Babelsberg, ein Foto aus der Kann-man-gut-mal-brauchen-Rubrik in die Hände: Ein runtergerockter Straßenzug. „Das Foto habe ich vor gut zwanzig Jahren wohl in Breslau gemacht – ganz sicher war ich mir nicht mehr“, erzählt Bensch. Dann landete Steven Spielbergs „Bridge of Spies“-Agentenfilm-Projekt auf seinem Tisch. Gesucht wurde ein Ort, der das graue Ost-Berlin während der Zeit des Mauerbaus verkörpert. Die triste Straße auf Benschs Foto – „ein Glückstreffer“. Nach einer Anfrage in Breslau die positive Antwort: Die Häuser standen noch schön unsaniert in der polnischen Stadt. Der Rest ist Geschichte. Spielberg drehte „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ mit Tom Hanks in Breslau – das Art Department von Studio Babelsberg baute dort einen Teil der Mauer wieder auf – und inszenierte auf der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin den ersten Agentenaustausch 1962.

Bensch (49) und sein Kollege Klaus Darrelmann (50) haben für den inzwischen Oscar-gekrönten Kalter-Krieg-Thriller die Drehmotive gefunden. Dafür könnten sie am Sonnabend weltbeste Location Manager werden. Das Babelsberger Duo ist für die Location Managers Guild Awards in der Kategorie „Outstanding Locations in a Period Film“ (außergewöhnliche Schauplätze in einem Historienfilm) nominiert, die vom Berufsverband Locations Managers Guild International jährlich verliehen werden. Gekürt werden Kino- und TV-Produktionen, in denen die kreative Auswahl der Motive den Film besonders unterstützt. Bensch und Darrelmann, die am Donnerstag nach Los Angeles fliegen, treten bei der Gala gegen starke Konkurrenz an: Nominiert sind die Location-Teams der Leinwand-Epen „Mad Max: Fury Road“, „The Revenant“, „Straight Outta Compton“ und „Sicario“. Darrelmann gewann bereits 2015 den Preis für die Studio-Babelsberg-Koproduktion „Grand Budapest Hotel“.

Darrelmann und Bensch, die einst ihr Abitur auf dem derselben Gymnasium im niedersächsischen Bersenburg ablegten, sind seit den 1990ern im TV- und Filmgeschäft. Inzwischen werden übrigens Szenen der Ostberliner Prä-1989-Ära im Westteil der Stadt gedreht – zuletzt für den Kalte-Kriegs-Film „Coldest City“, erzählt Darrelmann, der einst ein Medizinstudum abschloss. Bei vielen internationalen Produktionen gelte es, bei der Motivsuche „frei zu assoziieren“. Nicht selten kämen Wünsche nach spektakulären Motiven in Deutschland – „und dann überlegt man, was man im Kino sehen möchte“, so Bensch. An Drehbüchern, an der Story des Films – die von den Produzenten streng unter Verschluss gehalten werden – könne man sich erst viel später orientieren.

Von Ricarda Nowak

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