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Der Boss bezaubert Berlin

Bruce Springsteen spielt im Olympiastadion Der Boss bezaubert Berlin

Bruce Springsteen hat am Sonntag im ausverkauften Berliner Olympiastadion vor 65.000 Fans Tempo gemacht, zu Tränen gerührt und alle ins Boot geholt, die diesem furiosen Ritt durch sein Werk ganze 3 Stunden und 20 Minuten folgen wollten.

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Bruce Springsteen im Olympiastadion

Quelle: dpa

19.10 Uhr, Springsteen kommt auf die Berliner Bühne, die Sonne scheint, Stimmung im Olympiastadion wie bei einem Sonntagspicknick. Er trägt eine Anzugweste, Tuch um den Hals wie bei den Pfadfinder. Rote und grüne Lampen flackern, doch es ist noch zu hell für eine Lichtshow. Links hängt eine Deutschlandfahne auf der Bühne, rechts eine von den USA.

Springsteen nimmt nicht ein einziges Mal das Wort Trump in den Mund

Bruce Springsteen, den sie „Boss“ nennen, strahlt Optimismus aus und gut gelaunte Kraft. Wann wird er das erste Mal an diesem Sonntagabend das Wort „Trump“ in den Mund nehmen? Kein einziges Mal. Er wird nicht reden, nur „Hello Berlin!“ rufen. Den Rest erledigen die Songs, die er singt. Er ist ein Sänger, der auf seine Kunst vertraut. Kein Statement von ihm, der Politik ja sonst so hoch schätzt wie den Pop. Die Gitarre hält er wie ein Gewehr.

65.000 Menschen sind im ausverkauften Stadion – der Sound klingt wie aus einer Blechdose, das stört hier niemanden, im Laufe der Abends, der 3 Stunden und 20 Minuten dauern wird, justieren sie nach, der Klang wird besser. Und wenn das Saxophon der E-Street-Band kristallklar von der Bühne weht, dann ist man ohnehin versöhnt.

Selten hat jemand sein Publikum so erreicht wie Bruce Springsteen

Nach einer Stunde der erste große Hit, er singt von „Hungry Hearts“, die Hälfte intoniert das Publikum, das konzentriert voll Andacht diesem Abend folgt. Nach jedem Lied rufen sie „Bruuuuce“, es klingt wie buuuh, und meint genau das Gegenteil. Selten hat jemand in dieser weiten Arena sein Publikum emotional so nah erreicht wie Springsteen, der 66 Jahre ist, doch eine Kondition und einen Körper hat, den er scheinbar jeden zweiten Tag in einem Studio stählt.

Er hat den Sex von Elvis und die Poesie von Dylan, er singt von den Verlierern, die für ihn Gewinner sind, weil sie sich selbst und ihr Baby nie verraten würden. Immer wieder geht er runter zu den Leuten, holt einen kleinen Jungen auf die Bühne, der singt „Waiting On A Sunny Day“, Springsteen begleitet ihn auf der Gitarre und nimmt ihn auf die Schulter.

Ein Abend, der keine Längen kennt

Nach drei Stunden das große Finale mit „Born In The USA“, „Baby We Were Born To Run“ und „Dancing In The Dark“. Ein Abend nimmt sein Ende, der keine Längen kennt, der dicht und intensiv wirkt, getragen von Springsteen, der enorm bei Stimme ist. Und eine Laune verbreitet, als singe er die Songs zum ersten Mal, voller Euphorie und Ungeduld, sie seinem Publikum endlich zu zeigen.

Von Lars Grote

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