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Calexico-Konzert: Mischmasch aus Prinzip

Auftritt in der Berliner Columbiahalle Calexico-Konzert: Mischmasch aus Prinzip

Wer Bock auf Bohnen hat, sollte nicht auf ein Calexico-Konzert gehen. Die nach mexikanischer Mariachi-Musik klingenden Bläser, die spanischen Gesangseinlagen, Texte von langen Autofahrten durch den wilden Westen – und das: Hinter der Band hängt Etwas, das mal wie eine über dem Asphalt flimmernde Sonne und mal wie ein Spiegelei aussieht. Ein Konzert-Bericht.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Calexico verstehen es, ihren Klang als Kulisse zu gestalten. Einige Regisseure setzten ihre Songs schon in ihren Filmen ein. Auch beim Hören der Alben tauchen Bilder vorm inneren Auge auf – von langen Autofahrten, der Wüste oder schlichtweg von der Liebe nach langer Zeit des Verzichts. Sänger Joey Burns und Schlagzeuger John Convertino gründeten die Indierock-Band vor fast 20 Jahren und rühren seitdem ein herzerwärmendes Gemisch aus Folk, Country und mexikanischer Volksmusik an. Am Donnerstag beehrten sie damit nach längerer Abstinenz mal wieder Berlin. Der Auftritt wurde vom Astra Kulturhaus in die rund doppelt so große Columbiahalle hochverlegt – und auch die ist voll.

Beobachten, ein bisschen träumen, Tanztee kommt später

Das Konzert beginnt wie ein schicker Schlitten, den die Handbremse festhält. Die Bühne ist randvoll mit Geräten – Vibraphon, Kontrabass, Trompeten – doch die Zuschauer verharren noch in der Museumshaltung. Beobachten, ein bisschen träumen, Tanztee kommt später. Songs wie „Falling from the Sky“ vom neuen Album „Edge of the Sun“ und selbst das eigentlich tanztaugliche „Cumbia de Donde“ wirken zunächst wie Chili ohne Carne, weil Joey Burns‘ Mitmach-Appelle zielführend wie eine Reifenpanne sind.

Irgendwann packt’s dann auch die vor der Bühne

Musikalisch beeindruckt die später auch durch Cello und Geige verstärkte US-Band dennoch. Der Sound in der Halle ist bestens, man hört das Quietschen und Klopfen auf den Instrumenten, die Bläser pusten einem das Ohr durch wie Windböen beim Hallig-Spaziergang und da fast jeder Musiker ein Mikro vor der Nase hat, mischt sich der Gesang mal melancholisch melodisch, mal laut wie auf einem Volksfest. Und irgendwann packt’s dann auch die vor der Bühne. Der Hit „Crystal Frontier“ gerät zum finalen Abräumer vor den Zugaben, die einmal mehr von der wunderbar entrückten Sängerin Gaby Moreno aus Guatemala unterstützt werden.

Den lautesten Jubel erntet Calexico aber für eine Ansage. Joey Burns erzählt von den Bands, die nach den Terroranschlägen in Paris ihre Tour abgesagt haben, und von sich selbst: „Wir wollten unbedingt weiterspielen – sogar noch mehr als sonst.“

Von Maurice Wojach

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