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Kultur Chris Roberts und Frank Schöbel in Potsdam
Nachrichten Kultur Chris Roberts und Frank Schöbel in Potsdam
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18:19 30.03.2016
Chris Roberts: Sein Lächeln hat die Jahre überdauert. Quelle: Imago
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Potsdam

Zu einem Hit gehörte damals eine richtige Frisur, für wahre Liebe wiederum brauchte man eine Rose. Wenn man es ernst gemeint hat in den 70ern, dann trug man einen Kragen, der breit war die Flügel eines Adlers – und wer hätte es seinerzeit nicht ernst gemeint, als man die Frauen „Mädchen“ nannte, ohne dass gleich Alice Schwarzer aufgeheult hätte? Wer hat daran gezweifelt, dass das ideale Alter der geliebten „Mädchen“ bei präzisen 17 Jahren lag, ohne dass der Kinderschutzbund eingeschritten wäre?

Schon 1965 sang Udo Jürgens „17 Jahr’, blondes Haar“, Chris Roberts predigte 1974 „Du kannst nicht immer 17 sein“. Es galt damals ein anderer Maßstab, das Mantra hat gelautet: Wenn du eine gute Melodie hast, kannst du alles singen. Und wenn’s zu heftig wird, zwinkerst du lustig mit den Augen. Im Potsdamer Nikolaisaal gibt es dazu zwei Geschichtsstunden: Am Freitag kommen Chris Roberts, Christian Anders, Gaby Baginsky und Michael Heck, am Samstag tritt Frank Schöbel auf.

Weiße Anzüge wie beim Eurovision Songcontest

Die 70er Jahre waren die Zeit von Chris Roberts (heute 72), der aus München-Schwabing kam und eigentlich Christian Klusacek heißt. Wenn er seine Lieder sang, „Ich bin verliebt in die Liebe“, „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara“ und „Ein Mädchen nach Maß“, kam eine Frau auf die Bühne, präzise 17 Jahre, und hat ihm eine Rose überreicht. Man sah der jungen Frau an, dass sie zwei, drei Tage nicht geschlafen hat, vor Aufregung, bevor sie ihm die Rose gab. Und wenn Chris Roberts einen weißen Anzug trug, dann kamen auch mal drei Frauen vorbei, denn weiße Anzüge, die galten damals schon als Form von nicht zu überbietender Romantik, wie man es heute nur noch beim Eurovision Songcontest sieht.

Es gab tatsächlich Ausgaben der „Hitparade“, die Dieter Thomas Heck stets hektisch in nur einem Atemzug über die Bühne brachte, in denen zwar Chris Roberts fehlte, doch dafür kam Christian Anders (71). Anders war kein Draufgänger wie der Kollege Roberts. Wenn eine Frau ihm Blumen brachte, hat er sie nicht aus Feueraugen angeschaut, er gab ihr keinen routinierten Kuss, sondern hat sich kurz verneigt. Er sang sein Lied, das meist „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ geheißen hat, die Technik hatte kühl die Autogrammadresse eingeblendet: „1 Berlin 31, postlagernd.“ Man glaubte, nicht nur die Züge von Christian Anders landen im Nirgendwo, sondern auch die Briefe an ihn.

Schlager und Verschwörungstheorie

„Die Legenden – das Original“ heißt die Show, in der an diesem Freitag ab 19.30 Uhr im Potsdamer Nikolaisaal Christian Anders, Chris Roberts, Gaby Baginsky und Michael Heck auftreten. Am Samstag um 16 Uhr kommt Frank Schöbel mit Band. Wilhelm Staab-Straße 10/11. Karten unter 0331/2840284.

Chris Roberts hat mehr als elf Millionen Platten verkauft, er kam 1944 in München-Schwabing zur Welt und heißt eigentlich Christian Klusacek.

Christian Anders wurde 1945 in der österreichischen Steiermark geboren. Er hat sich als Schlagersänger einen Namen gemacht, doch arbeitet auch als Autor esoterischer und verschwörungstheoretischer Bücher.

Frank Schöbel hat mit seiner damaligen Ehefrau Chris Doerk gesungen, aber auch solo Erfolge gefeiert. Er kam 1942 in Leipzig zur Welt.

Frank Schöbel (73) wiederum hatte die DDR mit Süßstoff versorgte, gerne im Duett mit seiner damaligen Ehefrau Chris Doerk. Schöbel aber kam auch solo zu Ruhm, zuerst fällt einem „Wie ein Stern“ ein, geprägt von den Zeilen: „Ihr sollt es wissen / Von drei Sonntagabendküssen / Wurde mein stolzes Herz besiegt“. Hatte der Ost-Schlager mehr drauf als der Westschlager? Im Internet tobt auch zu dieser Frage, wie eigentlich zu jedem Problem, das sich nicht lösen lässt, ein Streit. Ein „LordOfTheBored“, Fürst der Gelangweilten, schreibt: „Mir scheint es, als wären Schlager in der ehemaligen DDR immer textlich anspruchsvoller gewesen.“

Chris Roberts, der mehr als elf Millionen Platten verkauft hat, stellt fest: „Mir fehlen heute im Schlagergeschäft die großen Melodien. Die Leute hören diese Musik trotzdem gerne, aber sie sind nicht mehr bereit, Geld dafür auszugeben.“ So gesehen tritt Freitag und Samstag in Potsdam die goldene, gesamtdeutsche Generation der Branche an – sorglos waren ihre Songs, rot ihre Rosen.

Von Lars Grote

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