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Nachrichten Kultur Chris Tall kämpft für Integration
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13:24 13.02.2018
Chris Tall macht gern Witze über Papa und Mama. Quelle: promo
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Potsdam

Chris Tall erzählt in seinem Buch „Selfie für Mutti! Wenn Eltern cool sein wollen“ Anekdoten und Witze über seine Mutter. Sein neues Buch heißt: „Und jetzt ist Papa dran“. Am Donnerstag testet der 26-Jährige sein neues Programm im Kulturhaus in Neuruppin.

Ihre Mutter hat von der ersten bis zur letzten Schulklasse Brote für Sie geschmiert. Was hat Ihr Vater gemacht?

Chris Tall: Der hat mich jeden Morgen mit „WhatsAppiiie?“ begrüßt! (Lacht)

Das kommt bestimmt auch im neuen Programm vor. Wie reagiert Ihr Vater auf öffentliche Witze über ihn?

Als ich das Programm „Selfie von Mutti“ gespielt habe, hat er mich gefragt, warum ich so viele Witze über meine Mutter mache und, ob ich sie lieber habe als ihn. Meine Eltern unterstützen mich sehr.

Wie war ihre Reaktion, als Sie beim Auftritt in einer ausverkauften Arena „Lasst uns die Bude abfackeln – jetzt ist Chris-Tall-Nacht!“ gesagt haben?

Das wurde in den Medien leider falsch zitiert. Ich habe das so nicht gesagt. Wenn ich innerhalb einer Show provoziere, kläre ich das entsprechend auf. Speziell das Ende meines Programms ist ein klarer Aufruf für Toleranz und Rücksichtnahme. Und genau so ist der Abend vom Kölner Publikum in der Lanxess-Arena aus meiner Sicht auch deutlich verstanden worden, ebenso von meiner Familie.

Also war der Spruch kein Fehler?

Nein. Das Motto des Abends „Darf er das?“ führt mich zu einer Reihe von Themenfeldern, die die sogenannte Political Correctness betreffen. Hier erfahren die Sprüche und Gags immer eine ganz klare gesellschaftliche Einordnung. Für die Zukunft hoffe ich sehr, dass wir irgendwann anfangen, keine Unterschiede mehr zwischen Menschen zu machen! Auch nicht zwischen Dicken und Dünnen.

Aber genau diese Unterschiede betonen Sie doch in Ihren Shows. Körpergewicht, Behinderungen, Hautfarbe. Und Sie erreichen zigtausende zum Teil sehr junge Menschen. Wie gehen Sie mit dieser Verantwortung um?

Früher habe ich Sprüche rausgehauen, einfach, weil ich lustig sein wollte. Heute mache ich mir schon echt viele Gedanken darüber, wie ich mein Programm konzipiere.

Und wie unterscheiden Sie zwischen guten Witzen und Mobbing?

Es geht darum, Spaß auf Augenhöhe zu machen. Wenn ich über jemanden Witze mache, weil ich ihn verletzen oder ausgrenzen will, dann ist das Mobbing und ekelhaft. Wenn ich Witze über und mit jemanden mache, damit wir gemeinsam lachen und Spaß haben, dann nenne ich das Humor.

Aber warum machen Sie überhaupt Witze über Minderheiten und nicht über Missstände? Wäre es nicht lustiger, die Mächtigen zu veräppeln als Äußerlichkeiten, wie einen dicken Bauch oder die Hautfarbe?

Mit sogenannten „Minderheiten“ mache ich Spaß unter anderem deswegen, weil mich viele Betroffene anschreiben und fragen, ob ich im nächsten Programm etwas über sie machen könnte. Eigentlich ist es ja schade, dass wir überhaupt Debatten über „Minderheiten“ führen müssen. Ich mag das Wort übrigens nicht. Wir sind doch alle Menschen! Es wäre schön, wenn es zum Selbstverständnis wird, dass wir alle einzigartig, aber gleich sind. Somit zeige ich Missstände auf, zum Beispiel mangelnde Integration. Themen, die ich bearbeite, müssen mich grundsätzlich interessieren, berühren, oder ich muss sie selbst erlebt haben.

Interview: Maurice Wojach

Die Vorpremiere in Neuruppin ist längst ausverkauft. Für die Auftritte am 14. 09. in der Metropolishalle in Potsdam und am 15. 09. in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin gibt es noch Karten unter 03312840284.

Von Maurice Wojach

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