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Cinderella-Träume in Bad Saarow

Filmfestival Cinderella-Träume in Bad Saarow

Film ab heißt es am kommenden Wochenende am Scharmützelsee. Zum fünften Mal findet in Bad Saarow das Festival „Film ohne Grenzen“ statt. Und erneut haben sich illustre Gäste wie Barbara Schöneberger, Ronald Zehrfeld und Georg Stefan Troller angesagt.

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Vorpremiere in Bad Saarow: Der Film „Maudie“ mit Ethan Hawke und Sally Hawkins.

Quelle: Verleih

Bad Saarow. Samantha Montgomery arbeitet tagsüber in einem Altenheim in New Orleans, nachts verwandelt sich die Mittdreißigerin auf ihrem YouTube-Channel in „Princess Shaw“ und singt für ein paar Dutzend Follower eigene Songs. Beim Durchstöbern des Netzes entdeckt der Künstler Kutiman, der in einem Kibbuz in Israel lebt, die Sängerin und ist begeistert. Er verbindet ihren Gesang mit Clips von Musikern aus aller Welt. Princess Shaw wird so ein YouTube-Star.

Ido Haars leidenschaftliche Dokumentation darüber, wie sich zwei unterschiedliche Kulturen begegnen und wie ein Cinderella-Traum wahr wird, gehört zu den Höhepunkten des Festivals „Film ohne Grenzen” am kommenden Wochenende in Bad Saarow (Oder-Spree).  Zum mittlerweile fünften Mal organisiert Susanne Suermondt das Filmfestival auf dem idyllisch gelegenen Gut Eibenhof. 2013 begann sie ganz ohne öffentliche Fördermittel, nur mit Hilfe örtlicher Sponsoren, inzwischen unterstützen neben ihrer Festivalpartnerin Tanya Berndsen auch das Medienboard sowie das Land Brandenburg das engagierte Projekt, das sich auch in der Filmbranche einen Namen gemacht hat. Kein Wunder, ist es Susanne Suermondt doch Jahr für Jahr gelungen, beeindruckende Filme zu zeigen und illustre Gäste einzuladen. Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase gehört zu den Festival-Verbündeten der ersten Stunde, auch der Schauspieler Roland Zehrfeld ist von Anfang an dabei. „Er hat seine Kindheit in Bad Saarow verbracht und ist deshalb mit dem Ort besonders verbunden”, erzählt Susanne Suermondt. Diesmal wird er am Eröffnungsabend am Freitag mit seinen Freunden vom Motorcircus auf Oldtimer-Motorrädern vorfahren und für den Verein „Ärzte helfen“ werben. Vor acht Jahren gründeten die begeisterten Biker den Verein, um Spenden für ein Krankenhaus in Gambia zu sammeln. Mittlerweile hat der Verein eine Zahnarztpraxis in der Klinik eingerichtet und sichert den Betrieb mit Sach- und Geldspenden. Außerdem wird die Arbeit deutscher Transferärzte organisiert. Kürzlich sind sie sogar mit ihren Motorrädern nach Gambia gefahren und haben Medikamente hingebracht. Ein kurzer Dokumentarfilm erzählt von dieser abenteuerlichen Reise.

Dieses Engagement passt zum diesjährigen Motto des Festivals: „Good News“. „Wir zeigen Filme, die Mut machen, die von Menschen erzählen, die das Leben für sich und andere verbessern“, meint die Festivalchefin. So wie Maud (Sally Hawkins) in dem kanadischen Film „Maudie“. Die Titelheldin ist schon als Kind an rheumatischer Arthritis erkrankt, sie humpelt und ihre Hände sind verkrüppelt. Dabei hat sie nur einen Wunsch: zu malen. Als sie bei dem mürrischen Außenseiter Everett (Ethan Hawke) einen Job als Haushaltshilfe annimmt, entspinnt sich eine kleine Liebesgeschichte. Aber nicht nur das. Durch Everett beginnt Maud tatsächlich endlich zu malen. Die berührende Geschichte über eine Frau, die sich gegen ihre körperlichen Einschränkungen auflehnt, feiert in Bad Saarow Vorpremiere. Ins Kino kommt der Film erst im Oktober.

Nur auf dem Filmfest dagegen bietet sich die Gelegenheit, den schwedischen Dokumentarfilm „Life Begins at 100“ zu sehen. Die hinreißende Dagny Carlsson kauft sich an ihrem 100. Geburtstag einen Computer und beginnt einen Blog zu schreiben, der bald eine halbe Million Leser hat. Es ist ein neuer Blick auf das Alter, den Regisseurin Asa Blanck da einfängt und von dem sie im Filmgespräch erzählen wird.

Es sind überhaupt wieder einige Talkrunden geplant, moderiert von Barbara Schöneberger, in denen Regisseure wie Volker Schlöndorff oder Aelrun Goette von ihrem politischen oder sozialen Engagement berichten.

Von Claudia Palma

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