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Coogans Bluff unterwegs zum Liebesplaneten

Konzerttipp Potsdam Coogans Bluff unterwegs zum Liebesplaneten

Manchmal tragen die fünf von Coogans Bluff lustige Hüte und knielange Umhänge aus Aluminium. Eine solche Schutzmaßnahme könnte Strahlung abwehren oder zumindest abschirmen vor Verschwörungstheorien jeglicher Art. Richtig ist jedenfalls, dass die Band ihren ganz eigenen Klangkosmos entwirft – am Sonnabend im Waschhaus in Potsdam.

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Die fünfköpfige Band „Coogans Bluff“ wurde 2003 in Rostock gegründet.

Quelle: Promo

Potsdam. Es kann sein, dass diese Reise lange dauert. Sehr lange sogar. Denn Coogans Bluff sind wieder am Start. Und auf ihrer neuesten Unternehmung möchte die fünfköpfige Band, die 2003 in Rostock gegründet wurde, weit hinaus, ganz weit hinaus. Zu den Sternen geht der Ritt. So verkündet es zumindest der Titel ihres aktuellen Albums „Flying To The Stars“. Und so bastelt sich die Truppe ein Raumschiff. Getrieben von einer geradezu kosmischen Sehnsucht beginnt ihre Suche nach einem Ort zwischen den Sternen, der Liebe verströmt.

Ab ins All für 13 Minuten

Also zünden Coogans Bluff die Triebwerke und fliegen gleich eingangs mal knapp 13 Minuten in die Tiefen des Alls – dafür dürfen Saxofon und Posaune schon einmal laut lärmen. Sie schwenken dann nicht etwa auf eine Umlaufbahn um den blauen Planeten, die Erde, ein. Sondern eine Orgel weist den Weg. Das Raumschiff entschwindet. Genüsslich schweben Charlie und Willi Paschen, Clemens Marasus, Max Thum und Stefan Meinking durch Zeit und Raum – auf ihrer Suche nach dem Liebesplaneten. In irgendeiner Galaxie muss er doch zu finden sein.

Saxofon und Posaune im Rock

Untermalt mit beinahe melancholischen Melodiebögen, bisweilen forciert die Truppe aber immer mal wieder ihr Tempo. Dafür werden Schlagzeug, Piano, Orgel, Bass, Gitarren, Saxofon und Posaune aufgeboten. Sicher, diese Format sprengenden Song-Längen stammen aus einer ganz anderen Ära. Coogans Bluff, deren Mitglieder heute in Berlin und Leipzig leben, haben ohne hin nie einen Hehl daraus gemacht, wo ein gewisser Bartel den Most holt oder, was zum Marschgepäck für Major Tom gehört. So wundert es nicht wirklich, wenn sich die Jungs vielfältige Strukturen zu eigen machen, sei es nach verschachtelt progressiven, spacigem oder krautigem Rock zu schauen, oder – gerade durch die Blechbläser im Team – Jazz und Freistil eine Chance zu geben.

Abenteurer auf Achse

Eigentlich wird man nie den Eindruck los, das die Band einen permanenten Jam zelebriert, der tief in den facettenreichen Musikexkursen der siebziger Jahre verankert ist. Und bei dem sich nicht unbedingt sofort abzeichnet, wohin diese ganze Sache driftet. Enormes Abenteurertum haben sich Coogans Bluff damit erhalten. Was so einiges für ihre Auftritte verheißt.

Zudem fühlt sich das Quintett der Aufklärung verpflichtet: Über die Raumfahrt im Allgemeinen und ihre Entwicklung zu bemannten Flügen im Besonderen klärt daher das Beiheft zur neuen Platte auf, deren Cover ein Affe in der Raumkapsel ziert. Also: Am Anfang war nicht der Mensch. Er folgte Hunden wie der berühmten Laika, Mäusen, deren Namen eher unbekannt sind, oder Fruchtfliegen, deren Vornamen man ebenso wenig kennt. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat indessen Juri Gagarin: „Ich weiß nicht, bin ich der erste Mensch im All oder der letzte Hund.“

Konzert: Coogans Bluff spielen am Sonnabend, dem 18. Februar, um 21 Uhr, im Waschhaus Potsdam.

Von Ralf Thürsam

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