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Kultur Cottbus lädt zum 25. Mal ein: Osteuropa gucken!
Nachrichten Kultur Cottbus lädt zum 25. Mal ein: Osteuropa gucken!
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00:30 18.10.2015
Nur einer der Festival-Orte: das Staatstheater in Cottbus. Quelle: dpa
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Berlin/Cottbus

Mit zahlreichen Superlativen und einem anspruchsvollen Programm wartet das Cottbuser Festival des osteuropäischen Films zum 25-jährigen Jubiläum auf: Vom 3. bis 8. November kommen mehr als 200 Einzelproduktionen aus über 40 Nationen in der Lausitz auf die Leinwand. „Darunter sind 17 Welt- und 20 internationale Premieren. Mehr als 80 Filme zeigen wir in deutscher Erstaufführung“, erklärte Programmdirektor Bernd Buder, als er am Donnerstag die Festivalhighlights in der kroatischen Botschaft vorstellte.

Dorthin hatten die Macher der Cottbuser Filmschau eingeladen, weil Kroatien neben Polen eine der aufstrebenden Filmnationen in Osteuropa ist. „Kroatische Regisseure konnten in diesem Jahr einige Produktionen auf internationalen Filmfestivals unterbringen“, sagte Buder. Außerdem wird der Balkanstaat auch als Drehort immer beliebter. So wurde dort beispielsweise „Game of Thrones“ gedreht oder aktuell die Neuverfilmung von „Winnetou“ mit einem albanischen Hauptdarsteller. Bernd Buder erklärte: „Die Kroaten haben ganz langsam mit einer sehr klugen und sehr transparenten Förderpolitik ihre Nation als Filmland auf die internationale Agenda gehoben.“

Die Ergebnisse können Zuschauer nun in Cottbus sehen: So zeigt Branko Schmidt, der zuletzt 2012 in der Lausitz zu Gast war, in diesem Jahr sein aktuelles Werk „Sauerkirschen“. Darin geht es um die Rückkehr eines älteren Ehepaares in deren Heimatort: Während der Aufbauarbeiten nach dem Krieg gerät ihre Beziehung ins Wanken. Grund dafür sind seine Gereiztheit und ihre zunehmende Vergesslichkeit.

Auch den Wettbewerbsbeitrag „Mittagssonne“ von Dalibor Matanic hat Kroatien mitproduziert. Am Beispiel dreier gemischt-ethnischer Beziehungen, die immer von denselben Darstellern verkörpert werden, seziert der Regisseur in drei Episoden das aktuelle Verhältnis zwischen Serben und Kroaten.

Zwei der zwölf Beiträge im Wettbewerb stammen aus Polen, das filmisch nicht erst seit Pawel Pawlikowskis Oscar für sein Porträt „Ida“ im Fokus der internationalen Filmgemeinde steht. In „Chemo“ untersucht Bartek Prokopiewicz eine unerwartete Liebe zweier Krebskranker und zeigt dabei, dass sich auch dramatische Stoffe farbenfroh und spielerisch umsetzen lassen. Anders das mysteriöse Horrordrama „Dämon“ seines kürzlich verstorbenen Kollege Marcin Wrona. Ein Stück unterdrückter Vergangenheit kommt dort zum Vorschein. Insgesamt wetteifern die Produktionen im Spielfilmwettbewerb um ein Preisgeld von 42.500 Euro.

Aber auch in den anderen Sektionen gibt es spannendes zu entdecken: „Ich denke, wir haben es im Sinne der Zuschauer geschafft, eine gute Balance zwischen Sozialdramen und Komödien zu finden und dabei auch immer zu gucken, dass die Filme gleichermaßen regionaltypisch aber auch international verständlich sind“, sagt Bernd Buder.

Die Sektion Spektrum zeigt ungewöhnliche Filme, welche die Grenzbereiche des Kinos vom Experimentalfilm bis zum Horror-Genre ausloten. In der Reihe Nationale Hits präsentiert das Festival Blockbuster aus Mittel- und Osteuropa, die in der Gunst des heimischen Publikums zuweilen weit vor internationalen Kinohits aus Hollywood lagen. Und der Fokus beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem „Osteuropa der Städte“. So wird der urbane Geist der osteuropäischen Metropolen eingefangen, aber auch die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbruchsituationen wie Landflucht und Gentrifizierung.

Aus Anlass des Jubiläums werden in diesem Jahr auch Filme an ungewöhnlichen Orten gezeigt. So werden das Besucherzentrum Gutshof Branitz, das Stadthaus aber auch das zur Kunsthalle umgebaute Dieselkraftwerk zu Filmstätten. Ein Highlight erwartet das Publikum am 5. November um 19 Uhr: Erstmals zieht dann der Film „Fulldome“ Cineasten in die Kuppel des Planetariums.

Weitere Infos: http://www.filmfestivalcottbus.de/; Kartenvorverkauf in der Stadthalle Cottbus, Berliner Platz 6, 03046 Cottbus. Tickets telefonisch unter: 0355/7542 444 sowie in allen reservix-Ticketshops oder online unter www.reservix.de

Von Barbara Breuer

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