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Kultur Soulig, selbst gemacht und schmackhaft
Nachrichten Kultur Soulig, selbst gemacht und schmackhaft
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08:18 08.09.2018
Einfallsreich und überhaupt nicht festgefahren im Sound: die Ben Miller Band. Quelle: Promo
Potsdam

Lecker, doch leicht säuerlich diese Traubenkirschen aus Virginia. Aus den Choke Cherries kann man Marmelade kochen. Schmackhaft wie der Sound, den Ben Miller mit seiner Band, die mittlerweile zwei instrumental gewiefte Neuzugänge verzeichnet, da zusammenrühren. Es gibt Folk und Hillbilly. Es riecht auf ihrem neuen Album „Choke Cherry Tree“ nach den Black Crowes, nach ZZ Top, mit denen sie in Amerika und in Europa bereits auf Tournee waren, und nach Zydeco. Aber nicht mehr so kräftig wie ehedem nach dem wüsten Mix aus Bluesgrass und Blues aus dem Delta. Frontmann Ben möchte selbst komplizierte Dinge einfach und jedermann verständlich machen. Für die Truppe kein Problem. Die hantiert ja auch mit recht ungewöhnlichen Tonerzeugern. Wie das Waschbrett – darauf wurde vor Erfindung des Schlagzeugs der Rhythmus markiert. Oder Löffel, die vorzüglich als Taktgeber funktionieren. Oder ein Bass, für den eine Tonne einen prächtigen Resonanzkörper abgibt.

Kritische Leserin und als Sängerin eine Wucht: Tami Neilson aus Neuseeland. Quelle: Mrs. Jones

Oha, die Lady legt jetzt aber richtig los. Bei Tami Neilson beginnt alles mit aufmunterndem Hüftkreisen. Die Sängerin aus Neuseeland lässt nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass die betörende Macht ihrer sexy Stimme keine Nebenbuhlerinnen duldet. Dazu fährt sie auf ihrem aktuellen Album „Sassafrass!“ gleich ein Bläser-Großaufgebot ins Feld, Bongos dürfen eifrig mittun, Gitarren jammern und solieren.

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Er ist und bleibt ein gefragter Typ: Jonathan Wilson. Als Alleskönner auf der Gitarre, der mit den zwei außerordentlichen Platten „Gentle Spirit“ und „Fanfare“ große Aufmerksamkeit auf sich zog. Weshalb er Roger Waters, einst Chef-Ideologe von Pink Floyd, auf seinen Tourneen begleiten durfte. Als kenntnisreicher Produzent hat der 43 Jahre alte Kalifornier eine gehörige Aktie an den Alben von Father John Misty, den Dawes oder Connor Oberst. Auf „Rare Birds“, seinem jüngsten Solo-Gang, steigt er verspielt durch die Soundlandschaften. In der Synthese von Akustik und Elektronik. Da wechselt sich dann schon mal Glam-Rock ab mit dem epischen Schwelgen von Pink Floyd – stets eine Inspiration. Sogar in einem Song. Überhaupt die Siebziger, mit ihrem ausschweifenden, fabelhaften Softrock. Oder die Funken, die aus psychedelischen Jahren stieben. Es bleibt dabei, mit Wilson kann man abheben. Und doch bleibt er – zumal im 21. Jahrhundert – ein seltener, doch schön gefiederter Vogel in der Musiklandschaft. Am Sonntag, dem 9. September, spielt er um 20 Uhr im Großen Saal der Volksbühne.

Jonathan Wilson: Rare Birds. Bella Union/PIAS.

Tami steigt zwar tiefer als bisher in den Soul der guten alten Schule ein, doch der luftige Pop der Sechziger fehlt ebenso wenig. Und sie vergisst auch die Country-Farben in ihren Stücken nicht, teils um Streicher und Schluchzen erweitert. Und nicht das entzückende Kieksen und Krallen eines Rock ‚n’ Roll-Kätzchens. Großer Wurf. Gebt der Frau den Titelsong für den nächsten Bond-Film! Shirley Bassey und Nancy Sinatra würde es freuen.

Die Konzerte: Die Ben Miller Band spielt am Sonntag, dem 9. September, um 15 Uhr um im Saloon Buchholz in Altlandsberg (Märkisch-Oderland). Am Montag, dem 10. September, um 22 Uhr im Quasimodo in Berlin-Charlottenburg. Tami Neilson tritt am Mittwoch, dem 12. September, um 22 Uhr im Quasimodo auf.

Von Ralf Thürsam

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