Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Beinahe ein Direktimport aus der Motorcity
Nachrichten Kultur Beinahe ein Direktimport aus der Motorcity
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 26.02.2018
Hochmotiviert: De/roit aus Kopenhagen. Quelle: Bix
Potsdam

Diese Dänen werden euch schon Beine machen. D/troit heißen sie. Daher kommt alle! Schmiegt euch aneinander. Oder tanzt. Oder beides. Die ungewöhnliche Schreibweise des Bandnamens einmal außer Acht gelassen – dieser Fünfer geht durch als Direktimport aus der Motorcity. Schnurstracks marschieren die Jungs los. Keine Hemmungen. Hochmotiviert spielen sie, das sie lieben: Soul und das, was nach den glorreichen Sechzigern kam.

Mehr davon

Als Mamas Gun träumten: Da ging es weit, ziemlich weit zurück: Bis in die Siebziger verschlägt es die Band aus London. In die goldene Zeit des Soul. Als Al Green oder Marvin Gaye oder Donna Summer mitunter in allerhöchsten Tönen schmachteten. Gründer Andy Platts, seinen drei Mitstreitern und versierten Gästen gelingt eine federleichte, äußerst geschmeidige, edle Erinnerungsleistung. Gesanglich und musikalisch. Dass sie zudem die gerade beginnende Disco-Welle reiten und butterweichem Pop zuneigen, versteht sich.

Mamas Gun: Golden Days. Légère Records/Broken Silence/Zebralution.

Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, Aufnahmen alter Helden rauszukramen: Was der hochproduktive Blues-Gitarrist Joe Bonamassa (mit Black Country Communion auch im Hard Rock zugange) und Beth Hart, die ohnehin keine stimmliche Zurückhaltung kennt, jetzt getan haben. Sie drehen und wenden dabei auch seltenere Stücke von Ella Fitzgerald oder Etta James, Ike & Tina Turner oder Edgar Winter. Ein ziemliches Muskelspiel ist es geworden. Mit einigen neuen Sichten auf Songs, die aus den Jazz, Rhythm and Blues und Pop stammen.

Beth Hart & Joe Bonamassa: Black Coffee. Provogue/Mascot/Rough Trade.

Bewegungsaktiv wie James Brown. Sensitiv wie Marvin Gaye. Eingängig wie die Vertreter des Northern Soul aus Großbritannien. Die Jungs aus Kopenhagen vereinen auf ihrem Debütalbum „Soul Sound System“ so viele Vorteile. Spielen wie besessen. Mit Respekt vor ihren Vorgängern, doch ohne Demut. Den Kniefall, den Zusammenbruch, den Bühnentod konnte der mit Pelzrobe und Krone schwer beladene James Brown, der Godfather of Soul, ohnehin am besten.

So voller Tatendrang stecken sie und erinnern damit an forschen Commitments aus dem gleichnamigen Kinofilm. Wer erinnert sich? Als diese jungen Iren den Soul für sich entdeckten, war’s um sie geschehen. Gleiches dürfte D/troit widerfahren sein. Hingerissen von ihnen war auch Gabe Roth. Der Mitbegründer von Daptone Records ist ein Koryphäe in Sachen Retro-Soul. Schließlich arbeitete er mit Sharon Jones, Charles Bradley und Amy Winehouse.

Das Konzert: D/troit treten am Sonnabend, dem 24. Februar, um 20 Uhr im Badehaus in Berlin-Friedrichshain auf.

Von Ralf Thürsam

Nach DDR-Kunst jetzt Beckmann. Das Museum Barberini in Potsdam zeigt die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“. Darunter sind Leihgaben aus Übersee, die in Europa nur selten gezeigt werden.

23.02.2018

Noch drei Tage läuft die Berlinale. Am Freitag werden die letzten Wettbewerbsfilme gezeigt, am Sonnabend dann die Preise verliehen und am Sonntag bildet der große Publikumstag den Abschluss. Am Donnerstag hat ein möglicher neuer James Bond die Berlinale besucht. Außerdem hat unser Reporter in einer seltsamen Lounge voller Luxusuhren Pause gemacht.

22.02.2018
Kultur Berlinale-Filmtipp - Hommage an den Berserker

Die Volksbühne ist eines der bekanntesten Theater in Berlin und eine bewegte Geschichte. Wie lebendig diese ist, zeigt der Film „Partisan“, der bei der Berlinale zu sehen ist. Der Streifen zeigt tolle Momente, heftige Szenen, außerdem kommen viele Stars des Theaters zu Wort. Der Film ist am Ende aber eine erstaunlich kritikfreie Hommage geworden.

22.02.2018