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21:43 24.10.2016
Matthias Brandt präsentiert in Potsdam seinen Lieblingsfilm Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Matthias Brandt hat einen Lieblingsfilm, „Die Dinge des Lebens“ von Claude Sautet, den hat er gute 15 Mal gesehen. Es geht um alles, vor allem aber ums Rauchen. Auch von der Liebe spricht der Film, vom Tod, Romy Schneider spielt mit und Michel Piccoli. Doch in Erinnerung bleiben die Zigaretten, eine wird an der anderen angesteckt, als würde der Film reißen, der Atem stocken und die Liebe erkalten, wenn die Glut erlischt. Die Liebe, den Tod, die Schneider und den Piccoli sieht man nur hinter Nebel, das ist eine schöne Perspektive.

Der Kanzlersohn Brandt, 55 Jahre, mag es nicht, in aller Deutlichkeit, mit ausgeleuchteten Konturen, belehrt zu werden. Er sieht das als Belästigung. „In den Nebensächlichkeiten steckt die Wahrheit. Die großen, wichtigen Dinge liegen auf der Hand, man muss nicht mehr über sie reden“, sagte er in einem Interview.

So kann der Kern einer Geschichte auch in unzähligen Zigaretten liegen. Brandt erinnert sich, wie er mit Vater Willy und Mutter Rut in den Urlaub fuhr, vorne rauchten die Eltern pausenlos, „es ist ein Wunder, dass ich heute noch lebe.“ Gerade hat Matthias Brandt ein Buch geschrieben, Erzählungen, er spricht viel von der Mutter. Es sind Erinnerungen eines Jungen, der sich im Kanzleramt so fühlte wie in einem Raumschiff (der Titel des Buches: „Raumpatrouille“, Kiwi, 173 Seiten, 18 Euro). Er war abgenabelt von der Welt, wollte ein normales Leben führen, doch um in das normale Leben einzudringen, galt es, den Wachmann auszutricksen. Und dessen Hund.

Bambi für den Polizeiruf-Kommissar

Matthias Brandt, am 7. Oktober 1961 in West-Berlin geboren, ist der jüngste von drei Söhnen des frühes Bundeskanzlers Willy Brandt.

In der Rolle des Kommissars Hanns von Meuffels, die er im „Polizeiruf 110“ aus München darstellt, wurde Brandt einem breiten Publikum bekannt. Für diese Arbeit erhielt er den „Bambi“ als Preis für die beste männliche Hauptrolle.

„Husbands“ von John Cassavetes kam 1970 in die Kinos. Cinéma Privé präsentiert von der MAZ und radioeins, findet Mittwoch um 19 Uhr im Potsdamer Filmmuseum statt. Der Abend ist ausverkauft.

Manchmal fand Matthias Brandt das Leben, von dem er träumte, unten im Kanzlerkeller. Auch hier nur wenig Licht, doch gute Filme, und eben auch „Die Dinge des Lebens“, der 1970 in die Kinos kam. Sein Vater war seit einem Jahr Kanzler.

Sohn Matthias, einer der besten „Kameraschauspieler“ Deutschlands (und zuvor ein geschätzter, aber wenig bekannter Theaterschauspieler), ist auch ein großer Sichtbarmacher von Gedanken, ohne den Mund zu mehr als einem schmalen Lächeln zu formen. Er hat sich für die Reihe „Cinéma Privé“ am Mittwoch im Potsdamer Filmmuseum nun von Sautets Film losgesagt. Er nimmt einen, in dem die Zigaretten ähnlich glühen, auch er kam 1970 in die Kinos, in einer Zeit, „in der man nicht den Druck unserer Tage hatte, jede Minute sinnvoll füllen zu müssen“. Der Film heißt „Husbands“ (Ehemänner) von John Cassavetes. Und er verkörpert das, was Brandt an den Stücken der 70er so schätzt: „Es gibt in Filmen aus jener Zeit Momente, wo man einfach nicht weiterwusste – die Figuren nicht und vielleicht auch die Filmleute nicht.“ In den Siebzigern fühlt sich Brandt zu Hause.

Peter Falk, Ben Gazzara, John Cassavetes und David Rollins (v.l.) in „Husbands“, den Cassavetes 1970 drehte. Quelle: COLUMBIA PICTURES / Ronald Grant

Es ist nicht leicht, die Handlung von „Husbands“ auf den Punkt zu bringen, denn hier wird eine Stimmung beschworen, keine Geschichte. Der junge Peter Falk spielt mit, schon damals hatte er den schiefen Blick und ungebügelte Garderobe. Er spielt Archie, eng befreundet mit Gus und Harry, drei mittelalte Männer aus einem Vorort von New York. Überraschend stirbt ein guter Freund, die Trauerfeier wird im Suff beim Singen überstanden, die drei Männer ziehen weiter, spielen Basketball, schlafen in der U-Bahn. Fliegen nach London. Lernen Frauen im Casino kennen, es führt zu nichts, nicht zu Nähe, nur bedingt zu Sex. Sie rauchen lieber miteinander.

Der Film hat die Kritiker extrem entzweit, einige erkannten ein Meisterwerk der absurden, ziellosen Suche nach der verlorenen Jugend, andere taten ihn ab als fahriges, unfertiges Stück Improvisations-Schauspielerei. Die Männer scheitern im Stück von Cassavetes am Alltag. Doch Scheitern darzustellen, sagt Matthias Brandt, „ist das Größte.“

Von Lars Grote

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