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Freude in Brandenburg über Dauerleihgabe

Bilder von Bernhard Heisig Freude in Brandenburg über Dauerleihgabe

Er ist einer der bekanntesten Maler der DDR. Bernhard Heisg war einer der Gründer der sogenannten Leipziger Schule, die einen expressiven figürlichen Malstiel vertrat. 22 seiner berühmten Bilder sind nun in Brandenburg, jeweils elf im Potsdam-Museum und im Museum Dieselkraftwerk Cottbus. Eine Dauerleihgabe der Sammlung Vera Schreck. Am Donnerstag sind sie angekommen.

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Restaurator Max Oliver Wenske mit dem Heisig-Selbstporträt von 2010.

Quelle: foto: julian Stähle

Potsdam. Endlich sind sie da. Elf Heisigs. Elf Bilder des berühmten Vertreters der Leipziger Schule, der einflussreichsten Malerschmiede der DDR. Am Mittwochabend sind sie aus Köln eingetroffen. Am Donnerstag wurden sie im Depot des Potsdam-Museums im Stadtteil Groß Glienicke ausgepackt. Es handelt sich um eine Dauerleihgabe aus dem Nachlass der im vergangenen Jahr verstorbenen Kölner Industriellengattin Vera Schreck. Insgesamt sind es 22 Bilder von Bernhard Heisig, die nach Brandenburg kommen – je zur Hälfte ins Museum Dieselkraftwerk Cottbus und ins Potsdam-Museum (MAZ berichtete). Für zehn Jahre werden sie nun hier bleiben, dann werden die Schreck-Erben neu entscheiden.

„Für unsere Sammlung ist das ein Quantensprung“, freute sich die Direktorin des Potsdam-Museums Jutta Götzmann. Das Museum beherbergt bislang mehr als 5200 Arbeiten von Künstlern aus DDR-Zeiten, darunter 1500 Gemälde, und ist verglichen mit dem Cottbuser Dieselkraftwerk (23 000 DDR-Kunstwerke) oder dem Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder), wo 11 000 Gemälde aus dieser Zeit lagern, eine recht kleine Einrichtung. Doch mit dieser Leihgabe rückt Potsdam vor allem qualitativ mit in die erste Reihe.

Die Bilder, die am Donnerstag ausgepackt wurden, stammen aus fast allen Schaffensperioden des 2011 verstorbenen Künstlers, der seit 1992 sein Atelier in Strodehne (Havelland) hatte. Besonders stolz sind die Potsdamer auf die beiden Selbstbildnisse. Das eine, eine Ölskizze von 1998, hatte Heisig, der seine Bilder oft mehrfach übermalte, bis er mit ihnen zufrieden war, der Sammlerin Vera Schreck quasi im Rohzustand verkauft. Ein besonders impulsives Bild, das zeigt, wie klar und kompromisslos sein Malstiel war. Vor allem im Kontrast mit dem ebenfalls nun in Potsdam bald zu sehenden Selbstbildnis von 2010: ein klassischer Heisig, in dem die Konturen verschwimmen, die Farben explodieren.

Dass diese Werke nun nach Brandenburg gelangt sind, hängt mit der Herkunft der Sammlerin zusammen. Vera Schreck stammte aus Halle und war 1949 in den Westen gegangen, hatte sich aber immer für die figürliche Malerei der DDR interessiert. Schon früh begann sie Bilder von Heisig, Mattheuer und anderen DDR-Malern zu sammeln. Von Heisig, mit dem sie befreundet war, hatte sie am Ende die meisten. Als Ort einer Dauerleihgabe war ursprünglich Halle im Gespräch, aber nachdem man dort erwog, die Bilder in den Räumen der Stadtverwaltung aufzuhängen – die Bürgermeisterin wollte eines sogar über ihrem Schreibtisch haben – nahmen die Erben Abstand von dieser Idee, erzählt der Berliner Galerist Rüdiger Küttner, der den Transfer vermittelt hat. Die Entscheidung für Brandenburg sei dann einfach gewesen. „Immerhin hat Heisig hier in den letzten Jahrzehnten seines Lebens gearbeitet“, so Küttner.

Die Aufteilung der Werke zwischen Cottbus und Potsdam war weitgehend unstrittig. Cottbus erhält mehr Landschaftsbilder, was zur dortigen Sammlung passt, Potsdam hat die Selbstporträts und Bilder, die sich mit dem preußischen Militarismus auseinandersetzen, sagt Jutta Götzmann. Lediglich um zwei Bilder musste gerungen werden: den „Zeitungsleser“, ein Bild zum Irakkrieg von 1995, und den „Fensteröffner“, Heisigs Kommentar zum Mauerfall von 1989. Der Zeitungsleser ging schließlich nach Cottbus, der Fensteröffner nach Potsdam. Dort lagert er vorerst im Depot sicher bei 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Gezeigt werden die Potsdamer Bilder in einer Ausstellung Ende kommenden Jahres. In Cottbus, wo am Donnerstag ebenfalls ausgepackt wurde, sind die Heisig-Schätze schon im Frühjahr zu sehen.

Von Mathias Richter

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